Mischgemüse ohne famose Dose

Das ist ein Grundlagenbeitrag der einfach fällig war. Ständig sieht man in Facebookgruppen inflationär Erbsen und Möhren als Beilage und als wenn das noch nicht reichen würde, kleistern die Kochkünstler*innen da immer noch Speisestärke rein, um der Dosenpampe noch einen spermatösen Anstrich zu verleihen. Begründung für den kulinarischen Kopfschuss ist immer, schon Mutter und Oma haben das so gemacht und wenn sie das richtig gut getan haben, dann war es das gute Dosenfutter von Bonduelle, das sie immer noch besingen wie in der Fernsehreklame. Deswegen setzte sich dieses Gemüse frisch gekocht, direkt vor meinem inneren Auge zusammen, als ich am Montag beim Handelshof die Tüte Bio Zuckerschoten im MHD Verkauf in der Hand hielt. Ich weiß gar nicht wie ich das gemacht habe, obwohl ich Kinder habe und arbeiten war. Das ist ja immer das zweite Argument dafür, wenn man kein frisches Gemüse verwendet. Das dritte Argument wäre der Preis und meine besten Gegenargumente sind der Geschmack und das Mundgefühl. In meiner Heimat heißt das Erbsen und Wurzeln (Aven un Wutteln), der Rest der Republik nennt es Erbsen und Möhren.

Zutaten:

200 Gramm Bio Zuckerschoten
1 Möhre
1 Soloknoblauch
1/2 Teelöffel grobes Salz
ordentlich Pfeffer aus der Mühle / Chiliflocken
80 Gramm Butter
Saft einer halben Zitrone
gehackte Petersilie

Eine Möhre schälen und reiben

Soloknoblauch häuten

Knoblauch reiben

Man kann trotz allem übrigens auch noch drei verschiedene Baguettes backen.

Zuckererbsenschoten waschen

Butter in der Pfanne anschwitzen. Man kann auch Rapsöl nehmen, aber Butter schmeckt nach Butter.

Die Pfanne bei Vollgas knallheiß werden lassen

Möhren und Knoblauch in die Pfanne geben und zwei Minuten anschwitzen

Dann kommen die Zuckererbsenschonten dazu für weitere zwei Minuten

Noch ein bisschen Butter, die schadet dem Geschmack des Gerichts auf keinen Fall

Jetzt seid Ihr im Prinzip schon durch

Saft einer halben Zitrone einpressen

Salz

Pfeffer aus der Mühle

Petersilie

Nun kann serviert werden. Das ist echt so lecker. Knackig, würzig, butterig mit dezenter Säure. Das reißen mir meine Kandidaten so aus der Pfanne. Ich musste das gleich doppelt in der Woche machen, weil so ein Hype am Tisch war. Wie immer passt dazu ein gutes Stück Fleisch, oder frisches Brot.

Hier gab es diese Köstlichkeit mit Süßkartoffelpüree, Spiegelei und Pimientos padron und der Aufwand und die Zeit sind immer noch sowas von im Rahmen, dass die Argumente pro Dose gegen null gehen. Die Wahrheit ist, wer das Zeig aus der Dose nimmt, hat es noch nie frisch gegessen und hält das für normal. Lasst den Scheiß!

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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