Bauernfrühstück

Menschen die viel rum kommen, weil sie zum Beispiel im Außendienst tätig sind, behaupten oft, dass man sich in einem gutbürgerlichen Lokal, immer erst die Bratkartoffeln anschauen sollte, dann wüßte man auch, wie der Rest dort schmeckt.

Ich kann das jetzt nicht bestätigen, oder dementieren, aber da ist sicherlich etwas dran, weil Kartoffeln zur Basis des Kochens gehören und wer das nicht kann, wird auch sonst nicht viel am Herd schaffen, was Begeisterung hervor ruft. Bei Bratkartoffeln kann man in der Tat, ziemlich viel falsch machen und dann gibt es immer noch diesen Glaubenskrieg, ob man Bratkartoffeln aus rohen, oder vorgekochten Bratkartoffeln machen soll. Ich finde beides o.k, bin aber der Meinung, dass rohe Kartoffeln, als Bratkartoffeln eleganter sind, als wenn man gekochte Kartoffeln verwertet. Unter dem Verwertungsaspekt, finde ich das auch ehrenwert, die übrig gebliebenen Kartoffeln zu verbrauchen, bevor sie in den Müll kommen, aber ich würde mir keine Kartoffeln kochen, um hinterher daraus Bratkartoffeln zu machen.
Zutaten für zwei Personen:
1 Kilo Kartoffeln
4 Eier
1 Packung Bacon
1 Zwiebel
Salz
Pfeffer
Lauchzwiebeln für die Frische und als Deko
Pflanzenöl oder Schmalz zum Braten

Kartoffeln schälen

Zwiebel schneiden

Bacon schneiden

Pflanzenfett oder Schmalz in der Pfanne erhitzen, bis an einem hölzernen Pfannenwender Blasen aufsteigen. Dann stimmt die Temperatur und man kann die Kartoffeln in die Pfanne geben

Ich habe das schon oft gesehen, dass die Zwiebeln und der Speck, bei mir ist es Bacon, vor den Kartoffeln in die Pfanne kommen. Da greift bei mir aber sofort die Fußangel, dass die Zwiebeln hinterher verbrannt sind. Deswegen mache ich das nicht, sondern erst zehn Minuten bevor ich das Gefühl habe, die Kartoffeln wären dann so gebraten und kross, wie ich mir das wünsche. Wenn ich die Kartoffelscheiben in die Pfanne gelegt habe, gehe ich auf mittlere Hitze runter. Dann werden die Kartoffeln nicht zu schnell dunkel, um dann innen noch roh zu sein. Die Kartoffelmenge, die man in einer Pfanne brät, sollte nicht viel mehr sein, als auf dem Foto. Sonst hat man zu viele Kartoffeln für zuwenig Fläche, auf der die bräunen können. Wenn man mehr machen möchte, lieber zwei Pfannen zum Braten nehmen.

Salz und Pfeffer auf die Kartoffeln geben. Nicht so nervös in der Pfanne rumrühren, die Kartoffeln müssen schon ein wenig Zeit zum Bräunen bekommen


Wenn ich nach diesem Prinzip arbeite, dann dauern roh gebratene Kartoffeln bei mir zwanzig Minuten. Nach zehn Minuten Bratzeit gebe ich dann die Zwiebeln und den Bacon hinzu

In den letzten zehn Minuten, bekommen die Kartoffeln eine schöne Bräune und werden kross

Wenn man nur Bratkartoffeln machen wollte, dann wären wir jetzt durch das Ziel, aber wir möchten ja ein Bauernfrühstück machen.

Das Bauernfrühstück unterscheidet sich von schnöden Bratkartoffeln dadurch, dass man vor dem Servieren noch frische Eier über die Kartoffeln gibt und in der Pfanne stocken lässt.
Hier sind die Eier dann in der Pfanne, bei den Bratkartoffeln

Schnittlauch in die Pfanne geben und dann den Herd abstellen

Als Beilage gibt es wie immer, einen frischen Salat

Und nun gibt es einen Klassiker der deutschen Alltagsküche, ein Bauernfrühstück, das immer genau so gut schmeckt, wie es gemacht wurde. Das kann von Delikatesse bis Fernfahrerfutter einmal alles sein und für Euch ab jetzt nur noch eine Delikatesse.

Meine selbst eingelegten Gurken, sind bei der Gelegenheit auch zu ihrem ersten Einsatz gekommen.

Das war ein echtes Fest, mitten in der Woche, auch wenn das natürlich keine Sterneküche ist.

Es macht satt und glücklich und für viele ist das auch so ein Stück Kindheitserinnerung, Omas konnten meistens bessere Bratkartoffeln, als die eigene Mutter braten.

Meistens lag es daran, weil die noch eine Gußpfanne hatten und auch mit Schmalz statt Margarine gebraten haben.

Ich rede jetzt von sechzig oder siebzig jährigen Omas auf dem Lande und nicht von siebenundreißig jährigen Omas im Plattenbau. Die haben weder Schmalz noch eine Gußpfanne und kaufen Bratkartoffeln aus der Tüte, um sie in der Mirkowelle zu erhitzen.

Und während Ihr noch in alten Erinnungern schwelgt, wünsche ich viel Spaß beim Nachkochen…


…und einen guten Appetit

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