Rote Bete schnell eingekocht

Das ist ein ganz schnelles Rezept mit einem ganz langen Vorlauf. Ich habe mir nämlich über 1,5 Jahre Zeit gelassen, um etwas zu beweisen. Admins in Einkochgruppen sind oft wie Torwart und Linksaußen beim Fußball. Viele haben die Wahrheitshoheit für sich gepachtet und je nach subjektiv gängiger Lehrart, werfen sie alle möglichen Mitglieder aus Ihren Gruppen raus, weil einer das Glas nach dem Befüllen auf den Kopf stellt, oder weil jemand nur heiß abfüllt und nicht ewig lange vakuumiert. Genau deswegen habe ich mal die Probe zur Gegenprobe gemacht, um den ganzen Einkochwalküren und Schlaubi Schlümpfen, die alle mit Ihrem wannabe Fachwissen gängeln möchten, die passende Antwort geben zu können. Kann man die beiden Mittelfinger sehen?

Zutaten:

1 Rote Bete
Salz
Pfeffer
Zucker
Wacholderbeere
1 Lorbeerblatt
1 Zwiebel
Schnittlauch
100 Milliliter Rotweinessig


Rote Bete schälen


Eine Zwiebel häuten und zerkleinern


Rote Bete auch der Standreibe hobeln, oder mit einem Messer fein schneiden.

0,7 Liter Wasser

100 Milliliter Essig.

Salz, Pfeffer, Zucker

Die Flüssigkeit soll so schmecken, dass Ihr die mögt. Also einfach ein bisschen rumspielen mit Salz, Zucker, Pfeffer und Essig.

Wacholderbeeren und Lorbeerblätter

Noch ein bisschen Schnittlauch.

Die Flüssigkeit einmal mit den roten Beten im Topf aufkochen, bis die Flüssigkeit sprudelt, dann sofort den Herd abstellen.


Rote Bete in ein Glas umfüllen und sofort fest zudrehen. Bis jetzt haben wir Februar 2017
Nun haben wir Ende Oktober 2018 und ich habe das Glas die ganze Zeit bei mir in der Küche stehen gehabt. Ich war echt gespannt, ob die roten Bete durchgehalten haben und wie sie wohl schmecken. Ich mag die gekauften aus dem Glas nämlich überhaupt nicht.
Das Glas ist schon ziemlich eingestaubt, ich habe das vor dem Öffnen aber noch abgewaschen. Ich wollte nur dokumentieren, dass es echt lange gestanden hat.Riecht einwandfrei
Noch alles im Glas drin
Weil das hier in der Zone ein totales Kinderessen ist, das jeder aus dem Kindergarten kennt, mache ich noch ein Kartoffelpüree aus den Salzkartoffeln vom Vortag
Hier kommt nichts weg, auch wenn es mal über 1,5 Jahre dauert.
Wenn man nicht künstlich färbt, dann ist es auch nicht so rot, wie in der Industrie.
Die Kamera verdreht die Farben aber auch ein wenig, je nach Licht.
Schmeckt total lecker. Immer noch sehr knackig, sehr frisch im Geschmack. Meine Kinder haben die roten Bete echt inhaliert. Meine Frau hat auch eine Portion gegessen und war total begeistert. Das passiert nicht oft, wenn Ihr hier regelmäßig mitlest. Ich bin selbst ja auch nicht so ein Freund von roten Beten aus dem Glas, aber sie sind wirklich richtig gut und die esse ich freiwillig.
Keiner wollte mir glauben, wie lange ich die schon im Glas hatte, aber da ich noch genau sagen konnte, wann ich das gemacht habe, weil wir da gerade akademischen und promovierten VegetarierInnenbesuch hatten, war ich dann doch glaubhaft.
Mein Fazit. Einfach mal was ausprobieren. Heiß abfüllen funktioniert, selbst wenn richtig einkochen natürlich auch und ganz sicher klappt. So ist das Gemüse aber viel knackiger und schmeckt außergewöhnlich frisch. Die Würzung habt Ihr selbst in der Hand. Besser als so ein scheußliches süßsauer Zeug, mit Riffelschnitt ist es immer. Wenn Ihr mal in alten Kochbücher z.B aus Südtirol schaut, werdet Ihr auch sehen, dass solche Konservierungsmethoden dort auch Anwendung finden. So ein Glas Gemüse ist ja kein Haus für’s Leben. Das muss nur von einer Ernte zur nächsten halten und das ist hier übererfüllt.
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

8 Kommentare

  • Da geb ich doch mal den Torwart: “Mag ja sein, dass das funktioniert hat, aber sie schmecken nicht so gut wie meine, richtig eingekochten.” 😉 “Und ob das auch nochmal funktioniert, ist fraglich. Kann auch nur zufällig geklappt haben.” 😉
    Das Bild IMG_1738.jpg zeigt aber auch wieder, dass man doch ein paar Cent für Gummihandschuhe investieren sollte (natürlich die talkumfreien), damit nicht hinterher die Finger rot verfärbt sind, was jetzt wiederum anderthalb Jahre dauert, bis das weggeht. 😉

    • pfffffffffffft, gar nicht ;-). ich habe so ein super duper biologisches millionärsspülmittel von dm, das meine frau immer mitbringt. damit bekommt man das rot sofort wieder von den händen. ich arbeite in der tat nicht gerne mit handschuhen. meine nicht zu tode gekochten, schmecken nur ca 10000000 mal besser, als alle die ich mal aus dem glas probieren musste. da bin ich gelassen.

      • Du gibst es also zu: Sie schmecken anders. Besser/Schlechter sind Kategorien, die sich in der geschmacklichen Komponente dem Diskurs entziehen; oder wie der Kollege Volksmund so schön sagt: “Über Geschmack kann man nicht streiten.” 😀

        Dass ich gern mit den Handschuhen arbeite, kann ich auch nicht sagen, aber manchmal erscheinen sie sinnvoll. Wer alternativen hat, nutze diese.

  • Karin Müller

    Ich habe jetzt das Rezept schon 3x gelesen und kapier noch immer nicht, ob die geschnittene rote Beete mit der Flüssigkeit aufwallen soll oder ob sie frisch ins Glas kommt und übergossen wird. Auf dem Foto sieht es aus als ob sie mitkocht. Ich bitte um Aufklärung.
    Danke und weiter viele tolle Rezept Anregungen.

  • Karin

    Danke. Werde berichten wie es geworden ist und wie es mir geschmeckt hat

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