Marmorkuchen DDR 1979 mit guter Butter

Solche Kostbarkeiten gab es auf meinem Blog bisher nur mit Tassen abgemessen. Da ich ich mittlerweile aber keine Angst mehr vor dem Backen habe, macht es mir auch nichts mehr aus, meine Zutaten abzumessen.  Ich habe ein DDR Rezept aus dem Buch “Kochen” mit 1680 Rezepten von 1979, aber das ist nicht so sozialistisch abgefahren, dass es zu der Zeit nicht ebenfalls in jedem Kochbuch aus dem Westen hätte stehen können, sondern das ist internationale Hausfrauenkunst.


Zutaten:

500 Gramm Mehl
200 Milliliter Milch
250 Gramm Zucker
4 Eier
1 Paket Backpulver
250 Gramm Butter
2 – 3 Esslöffel Kakao
Abrieb eine halben Zitronenschale
2 Esslöffel Rum
125 Gramm Optional Puderzucker (nööö) zum Bestäuben
1 Päcken Optional Vanillezucker (nicht bei mir)

Mehl abwiegen
Milch abmessen
Butter. Das DDR Kochbuch präferiert Margarine, aber das war eher der Versorgungslage als dem Geschmack geschuldet.
Butter am besten weich nehmen. Bei mir kommt die immer aus dem Kühlschrank, deswegen schneide ich die in Würfel
20 Milliliter Rum. Kann man machen und schmeckt auch viel besser, aber ich will keinen verleiten, der nicht kann, oder will.
Vier Eier aufschlagen
Milch in die Schüssel geben.
Wir  rühren den Teig mit meinem Esge Zauberstab, deswegen gebe ich zuerst die flüssigen, oder weichen Zutaten in die Schüssel. Der kann nur schnell, aber nicht kräftig mit Drehmoment arbeiten. Deswegen arbeite ich von flüssig nach fest. Wenn Ihr mit einem Handrührer arbeitet, dann könnt Ihr auch in einer anderen Reihenfolge arbeiten.
Zucker kommt auch noch in die Schüssel
Einfach die Schüssel auf dei Waage stellen, Tara einstellen, so dass die Waage null zeigt und dann Zucker bis 250 Gramm auffüllen.
Fuchs bleibt Fuchs
1 Tüte Backpulver. Das Rezept sieht auch Vanillezucker, oder noch schlimmer Vanillin vor. Ich finde beides ist Plaste und Elaste. Deswegen lasse ich das weg.
Eine bio Zitrone
Schale mit einer Reibe, oder dem Zestenreisser abnehmen
Das gibt dem Teig einen tollen Geschmack. Würde mich mal interessieren, wo es 1979 in der DDR bio Zitronen gab? Aber unter uns Betschwestern, auch ich habe schon von konventionellen Zitronen mit Spülmittel, heißem Wasser und einem Spülschwamm, die Beschichtung von der Zitrone geschrubbt.
Der Abrieb macht es jedenfalls viel netter.
Nun mit dem Zauberstab und dem Knethaken Butter, Zucker und Flüssigkeiten vermischen.
Anschließend Stück für Stück das Mehl untermischen und verrühren.
Wenn das
Wenn das Mehl aufgenommen wurde, wieder nachkippen.
Am Ende hat man einen schönen glatten Teig
Beim Marmorkuchen hat man einen Anteil hellen Teig und einen Schokoladenteig
Zwei bis drei Esslöffel Backkakao in eine Schüssel geben.
Vom Teig einen Anteil abnehmen und mit dem Kakaopulver vermischen
Jetzt haben wir zwei Teige und die schmecken beide echt super. Zitronenschalenabrieb, Butter und Rum bringen echt was für das Aroma. Hätte ich in dem Maße gar nicht erwartet.

Den Backofen auf 180 Grad heizen. Ober- und Unterhitze
Backform mit Öl oder Butter auswischen und mit Paniermehl ausstreuen, damit der Kuchen sich später wieder gut aus der Form löst.
Ich fange mit der hellen Teigschicht an, den Boden der Backform zu bedecken
Darüber kommt dann der Schokoladenteig
Hier ist der auch in der Form .
Abschluss wieder mit dem hellen Teig.
Mit einer Gabel geht man mit den Zinken in den Teig und vermischt den hellen mit dem dunklen Teig und sorgt für die Marmorierung
Das ist eine Menge Teig, desegen habe ich den auf der mittleren Schiene bei 180 Grad, Ober- und Unterhitze für 55 Minuten bis zu einer Stunde im Ofen gelassen.
Abkühlen lassen.
Wenn der Marmorkuchen ausgekühlt ist, fällt er wie von alleine aus der Form. Wer mag, kann den Kuchen dann noch mit Puderzucker bestäuben, aber das ist hier nicht so gefragt, weil vier Kinder auch so schon genug Dreck machen.
Nun kommt der Anschnitt
Gut gebacken, nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht.
Ich bin ja kein großer Freund von Marmorkuchen, aber habe immer einen für meine Frau lagernd, weil sie jeden Abend ein Stück zum Kaffee isst und sich eines mit zur Arbeit nimmt.  Ich habe aber ausnahmsweise probiert, um Euch etwas berichten zu können.
Man merkt, dass da richtig Material drin verbaut wurde. Sehr rund und sehr voll im Geschmack, ich mag den Rumgeschmack, wenn man frische Vanille hat, oder Tonkabohne wäre auch gut, aber nicht so viel Mühe mit künstlichem Geschmack unnötig zerstören. Butter statt Öl schmeckt man auch total, das ist sehr wertig. Ich finde dass sich der Aufwand zwischen diesem schönen Marmorkuchen und meiner Tassenversion sich auf jeden Fall lohnt.

Viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit

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