Dosenravioli ohne Dose

Zu Ravioli aus der Dose hat höchstwahrscheinlich jeder eine Geschichte zu erzählen. Ich habe die als Kind mal gegessen, viele haben sie als Studenten konsumiert, andere beim Zelten und es wird noch genug andere Gründe gegeben haben, sich sowas irgendwann mal angetan zu haben. Irgendwann kommt man dabei aber mal an einen Punkt, an dem einem klar wird, dass das nicht im entferntesten etwas mit richtigen Ravioli zu tun hat, sei es die Nudel, oder die Füllung, oder die Soße. Aus rein folkoristischen Gründen gibt es deswegen hier und jetzt meine Dosenravioli ohne Dose, für alle die immer noch glauben, dass der Dosenfraß irgendwas kultiges hat. Nein!
Zutaten für 4 bis 6 Personen:
Nudelteig:
600 Mehl
125 Milliliter Wasser
125 Milliliter Milch
1 Teelöffel Salz
2 Eier
Füllung:
500 Gramm Rinderhack
1 Knoblauchzehe
1 Möhre
1-2 Zwiebel(n)
Tomatensoße selbst gemacht
Butter
1 Esslöffel Mehl
6-7 Esslöffel Paniermehl
2 Eier
1 Teelöffel Salz
Pfeffer
200 Gramm Sahne
30 Gramm Butter
Ich habe kürzlich einen ganz tollen und vor allem einfachen Nudelteig veröffentlicht, der sich auch besonders gut zum Füllen eignet. Deswegen lag es auf der Hand, Euch hier auch noch mal eine gefüllte Version zu zeigen. Nachdem meine Schnekerliese mir gerade ganz empört erzählte, dass sie bei einer Freundin zum Essen war und dass es dort Dosenravioli gab, war mir klar, dass es eigentlich nur eine aufgehübschte frische Version der Dosenscheußlichkeit sein könnte.  

125 Milliliter Wasser

125 Milliliter Milch

2 Eier aufschlagen

1 Teelöffel Salz

600 Gramm Mehl abwiegen

Mit dem Zauberstab, Wasser, Milch, Salz und Eier verquirlen

Dann nach und nach das Mehl dazu kippen und immer rühren, bis sich das Mehl mit der Flüssigkeit verbunden hat. 

Beim Handmixer kann man auch alles zur gleichen Zeit in die Schüssel kippen. 

Der Teig kann gleich weiter verarbeitet werden, aber ich mache jetzt die Füllung, dann ruht er gleich noch ein wenig und verbindet sich noch besser. 

Es geht los mit dem Gemüse

Das könnt Ihr mit dem Messer, oder mit der Standreibe erledigen. Ich verwende meine Zauberette von Esge.

Möhre zerkleinert. 

Zwiebeln grob zerkleinern

So sieht sie das zerschreddert aus, in Sekunden. 

Gemüse mit geknetetem Rinderhack in eine knallheiße Pfanne geben. Ich habe kein Fett verwendet, damit es aus dem Hack raus brät. Herd läuft auf der größten Platte auf Volldampf

Zutaten gut in der Pfanne verteilen. 

1 Teelöffel Salz

Pfeffer aus der Mühle

Wenn das Fleisch nach guten 10 Minuten Farbe bekommen hat, kommen circa zwei Drittel aus der Pfanne in einen Mixbecher, oder wie bei mir in die Zauberette.

Die zwei Drittel werden Füllung 

Wer sich noch dunkel erinnert, weiß dass auch in der Soße noch immer ein wenig Hack drin ist. Deswegen verbleibt ein Drittel des Fleisches noch in der Pfanne. 

1 gehäufter Esslöffel Mehl

30 Gramm Butter

Die Tomatensoße habe ich selbst eingekocht. Wenn Ihr das nicht habt, nehmt ersatzweise passierte Tomaten und schreibt Euch das unter gute Vorsätze auf. 

Die Tomatensoße in die Pfanne kippen. 

Herd läuft immer noch auf Volldampf

400 Milliliter Brühe in die Pfanne geben. 

Wenn die Brühe in der Pfanne ist, auf die kleinste Herdplatte umziehen und die Soße leicht simmern und dabei reduzieren lassen. Die Soße dickt von dem einen Löffel Mehl später noch richtig an. 

Einen großen Topf mit Salzwasser auf der größten Herdplatte zum Kochen bringen. 

Jetzt kümmern wir uns schnell um die Füllung.

6-7 Esslöffel Paniermehl

Zwei Eier aufschlagen

Mit dem Pürierstab, oder einem Mixer vermischen

Schriiiiiiiiiiing

Nun noch einen Becher Sahne dazu kippen

Danach erneut die Zutaten vermischen. 

Ihr könnt die Füllung mal probieren, aber eigentlich sollte die so schon alles haben. 

Die Soße kocht immer noch ein. 

Die Füllung schon mal in Position bringen. 

Eine Arbeitsfläche bemehlen. 

Ein Viertel der Teigmenge bemehlen und mit dem Nudelholz ausrollen. 

Der Teig ist so weich, dass das echt einfach geht. 

Daraus wird dann so eine Fläche. 

Ihr könnt einen Servierring, oder ein Glas nehmen und damit die Form der Ravioli ausstechen. 

Hier sind die ausgestochenen Ravioli

Den übrig gebliebenen Teig verwenden wir dann in der nächsten Runde beim  Ausrollen. 

Ravioli mit einem Teelöffel auf die Ravioli setzen

Das geht schnell.

Ravioli zusammenklappen

Mit einer Kuchengabel einmal um den Rand gehen und den Teig miteinander verbinden, damit sich die Ravioli im heißen Wasser nicht öffnen. 

Wenn das Wasser kocht, auf die kleinste Stufe reduzieren

Die Ravioli sinken auf den Topfboden ab

Wenn sie an die Wasseroberfläche steigen, sind sie gar. Ich entnehme die Ravioli mit einem Schaumlöffel.

Danach kann man sie zur sofortigen Weiterverarbeitung auf einem eingeölten Brett zwischenlagern.

Ohne Öl würden die Ravioli am Brett verkleben und wenn man dann kein scharfes Messer zum Abtrennen verwendet, reißen sie ein. Das wäre nicht dienlich. 

Wenn man die Ravioli erst am nächsten Tag servieren will braucht man eine Plastikschale und Öl, damit die Ravioli nicht verkleben. 

So überleben sie auch im Kühlschrank, aber besser ist natürlich, wenn man sie gleich frisch auf den Tisch bringt. 

Butter in die Pfanne geben (die steht nicht oben im Rezept)

Petersilie hacken. 

Ravioli in der Butter schwenken, bis sie wieder heiß sind und leicht Röstansätze haben. 

Jetzt geben wir einen Teil der Soße in die Pfanne

Vorsichtig mit den Ravioli vermischen

Schon fertig

Im tiefen Teller servieren und mit der gehackten Petersilie bestreuen. Geriebener Hartkäse würde auch nicht schaden, aber ich kenne keinen, der sich erst Ravioli aus der Dose kocht und sich dann plötzlich als Käsekenner outet. Nur aus dem Grund habe ich hier keinen verwendet, ansonsten gehört darüber noch ein Parmesan, oder Grana Padano. 

Die Ravioli sind natürlich ein Traum. Richtig leckere Soße, ein schöner Nudelteig, eine tolle Füllung. DAS sind Ravioli. 

Ich werde dieses Rezept jetzt unter jeden Post mit einer Dose Ravioli posten, bei denen sich die Nixkönner wieder mit anderen kulinarischen Tieffliegern verbrüdern und sich gegenseitig darüber versichern, “dass das auch mal sein muss”! IQ knapp über Raumtemperatur, aber das ist für die Betroffenen ja nicht schlimm, weil es bei Betrunkenen und Dummen, immer nur die anderen sehen 😉 

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es wirklich schmecken könnte, herzlich willkommen!

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

21 Kommentare

  • Esther

    Ravioli war als Kind ein echtes Trost-Essen. Das verlor sich zunehmend, weil ich den Dosenfaß nicht mehr mag und vertrage. Trotzdem, diese kleinen Teigkissen in Tomatensoße würde ich gerne handgemacht von einer am Herd angeketteten Italienischen Oma kosten, sie werden aber kaum in Restaurants angeboten.

    Seit ich letztes Weihnachten mit Knödeln/ Klößen erfolgreich war, reifte der kühne Ravioli-Gedanke. Hochmut kommt vor dem Fall.

    Vorgestern ging es los. Alles war prima gelungen und startklar – die Soße, die Füllung, die extra angeschafften Ausstecher mit Klappförmchen – aber mit dem Teig scheiterte ich. Zäh wie Fensterkitt ließ er sich partout nicht verarbeiten und klebte an allem. Das Vorspülen geriet zur schlimmen Strafarbeit. Als ich die Maschine leeräumte, mußte ich Teigreste wegmeißeln, die quer durch die vormals saubere Küche flogen. Kein Wunder, dass Camille Claudel wahnsinnig wurde. 😉

    Zwei Tage davor scheiterte ich bereits mit selbstgemachten Spätzle. Mein hochverehrter Glatzkoch kann nicht dafür, in der nächsten Zeit lasse ich aber die Finger von Teig. Der Plan, Apfelstrudel anzugehen, erzeugt bei mir jetzt das Bild von eingesauten Reinleinenhandtüchern, die man nur noch als Tablett nutzen kann.

    Nun gewähre ich mir eine angemessene Trauerzeit und versuche es irgendwann erneut. Oder ich fliege kurzentschlossen nach Bari, um mir in der „Nudelstraße“ (Strada delle Orecchiette / Strada Arco Basso ) das Handwerk beibringen zu lassen.

    • Ich rolle den Teig nur noch mit dem Wellholz aus und reagiere mit Mehl, wenn er mir zu klebrig wird, damit er sich gut löst. Statt Ausstechern verwendet ich einfache Gläser im benötigten Durchmesser.

  • Haifisch

    @Esther: nicht aufgeben 🙂

    Zäher Teig ist ja nur ein Hinweis,
    dass irgendwas nicht stimmt.
    Das ist Dir sicher auch aufgefallen, ich weiss..

    Kochen ist Chemie,
    somit sind etwas Mengenangaben volatil,
    je nach Umgebung.

    Wenns zu sehr klebt ist Öl oft der Retter.
    (Beim Auswellen usw.).
    Also statt bemehlte Fläche geölte Fläche.
    Ist nur beim Zusammenkleben schwieriger.
    Manchmal hilft auch Öl im Teig,
    aber bei Nudeln eher nicht.

    Oft hilft auch lange kneten oder ruhen-lassen des Teigs.
    Dazu empfiehlt sich eine Maschine,
    da wird man nicht ungeduldig.
    Da kann die Maschine schon mal 20min laufen.

    Wenns zu fest wird, etwas Wasser dazu,
    dann ist das Mehl vermutlich trockener als beim Glatzkoch.
    Wenig Wasser einarbeiten, Schluck für Schluck,
    sonst muss man wieder mit Mehl…
    es geht um Schnapsglasmengen.

    Probier es einfach nochmal 🙂
    Du hast Zeit, und Fehlversuche sind nicht teuer.

    • Esther

      Ja, Du hast Recht, Haifisch. Dazu sah ich in Youtube Videos, weil es mich nicht los ließ. Ein Koch knallte den klebrigen Teig immer wieder aufs Brett und rollte ihn so, daß die Kugel Spannung bekam. Dann kam eine Schale darüber, eine Ruhezeit begann.
      Ravioli liegen mir am Herzen, ich möchte sie so gerne ohne Konservierungsstoffe genießen. Danke für Deine Zeit, mir diese Tipps mitzugeben.

      • Haifisch

        Liebe Esther,
        wenn Dir meine Schreiberei hilft,
        es nochmal zu wagen,
        dann hab ich meine Zeit sehr gern investiert 🙂

        Gelungene Ravioli / Tortellini, Maultaschen,
        und und und sind der Lohn der Mühe.
        Ist ja alles der gleiche Teig.
        Es gibt einfach nichts leckereres
        als selbstgemachte Teigwaren.
        Gefüllt erst recht…

        der noch immer zahnlose Haifisch..

        PS:
        So wie es aussieht, muss bei mir Knochen aufgebaut werden.
        Und jetzt rätsle ich, woran ich einen guten Zahnarzt / Kieferchirurgen erkenne.
        Die “tolle” Empfehlung hat mir ein tiefes Loch gebracht.
        Und die Notwendigkeit des Knochenaufbaus.
        Dieser “tolle” Arzt macht bei mir sicher nicht weiter.

        Ich kriege Alpträume bei der Vorstellung,
        der nächste ist genauso “toll”.

        • ich habe Dir gesagt, gehe nach Antalya

          • Haifisch

            .. und wenn was ist,
            bin ich eine Flugreise weit weg vom Verbrecher…
            Ich hab nicht nur Gutes gehört von Antayla und Dubai.
            Ich nehmen jede Idee auf, aber ich geh dort hin,
            wo ich am Ende das kriege, was ich will.
            Ein Implantat, das schön ist und bis zum Tod hält.

      • notfalls kommste her und wir machen die zusammen.

    • Ist schon so. Ich nenne es immer mit dem Teig reden. Der Teig sagt mir wie es ihm geht, oder was er will. Ob der zu weich ist, oder zu hart, oder zu bröselig. Da muss man nur zuhören. Ich habe extra einen Teig für Teigtaschen. Hast Du den schon mal gesehen? https://glatzkoch.de/2016/08/09/nudelteig-fur-ravioli-und-maultaschen/

  • Esther

    @ Haifisch
    Aufgeben wäre blöd, da ich drei Kochbücher über gefüllte Teigtaschen gekauft habe und die Förmchen. Ich bleibe dran.

    Was Deine Odyssee mit den Zähnen angeht, als ich aufhörte, war die Implantologie im Anfang. In 40 Jahren tut viel. Es ist sicher ein Unterschied, welcher Zahn mit welcher Wurzel ( Backenzähne haben bis zu drei ) gezogen wurde.
    Mein Mann hat direkt nach der Extraktion und trotz Entzündung das Implantat in der Front ( 1er ) gesetzt bekommen, plus einen Prämolaren, der vor 40 Jahren gezogen wurde. Dann mußte der Knochen aufgebaut werden, nach einem halben Jahr kamen die Kronen drauf, die Knochenmasse hatte sich zurückgebildet. So lange trug er vorne eine Provisorium, welches fünf mal rausfiel und ihn stresste.

    Es gibt verschiedene Materialien bei Implantaten, auch hier sollte man recherchieren. Mein Mann hat eines von der Deutschen Firma BEGO. Hier ist die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch, dass nochmals Entzündungen kommen.

    Gute Kieferchirurgen müssen nicht gleichzeitig gut in Ästhetik sein. Geht es an die Farbe und Form, lass bitte den Zahntechniker kommen oder gehe in das Dentallabor. Bestehe darauf!

    Wir hatten 32 verschiedene Zahnfarben zur Auswahl, das ist ein eigenes Universum. Wenn man älter ist, werden Zähne dunkler, weil sich der Nerv zurückbildet. Wenn sich eine Krone harmonisch im Restgebiß integrieren soll, darf die Zahnfarbe nicht heller sein. Ein Zahn besteht aus mindestens drei Farben.

    Vor dem Ziehen ist ein Situationsabruck wichtig, wie die Zähne vorher aussahen. Leichte Unregelmäßigkeiten sehen natürlich aus. Sind Deine Zähne individuell, also leicht schief und man setzt Dir einen hellen geraden Block ein, dann weiß jeder, dass Du neue Zähne hast. Manche wollen das, andere nicht.

    Falls Du nicht weit von Köln wohnst, könnte ich Dir ein Labor empfehlen, das wiederum mit geeigneten Praxen arbeitet. Der Inhaber ist in dritter Generation Zahntechnikermeister, ein guter und aufrechter Mann. Wir machten die Lehre zusammen, er war zwei Jahre über mir. Er war schon als Lehrling hochbegabt, total zuverlässig und liebenswert. Für ihn würde ich meine Hand ins Feuer legen.

    Es gibt keine schwierigen Patienten, es gibt Kunden, die wissen, was sie wollen. Die größten Schisser sind all jene, die mit Zähnen zu tun haben. 😉 Nicht ohne Grund. Alle meine Gold-Inlays in den Molaren wurden von Kollegen gefertigt und halten seit 40 Jahren.

  • Ellen

    Ich habe das auf Teneriffa machen lassen, 6 Implantat auf einmal und noch 3 Zähne ziehen und dazu eine “happy Pill” von der Zahnärztin. Nach 3 Stunden war es vorbei und 2 Tage später hatte ich schon alles erledigt. Dazu haben sie mir meine alte Brücke für 380 € abgeschmolzen und wieder neu aufgebaut ( wegen der Farbe). Es war Luxus pur. Deutschland ist da Diaspora

    • Hier ist es nur teuer.

    • Haifisch

      Ellen: Teneriffa – das suche ich mal…
      Vielleicht sagt mir das mehr zu als Antayla,
      .. wobei eine Klinik, die das 1000fach macht..
      ich google und sage Danke 🙂

      • Esther

        Wichtig bei einem Implantat ist auch, daß die Interdentalpapille, das dreieckige Zahnfleischstück zwischen den Zähnen erhalten bleibt. Falls nicht, sieht man aus, als hätte man Paradontose. Dann wird ev. eigenes Zahnfleisch dort hin transplantiert, und das ist schmerzhaft.

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