Damwildfrikadellen

Mein Cousin Frank hat einen großen Bauernhof mit ein paar tausend Kühen. Ich kenne den auch noch von meinem Opa mit vielleicht fünfzig Kühen. Als Frank letztens bei mir zu Besuch war, hat er mir ein gutes Kilo Damwildhack mitgebracht. Damwild sind kleine Hirsche und natürlich gibt es kein besseres Fleisch, als wenn es von wild lebenden Tieren ist dementsprechend gut wollte ich das Hackfleisch verarbeiten, damit der Hirsch nicht umsonst gestorben ist. Meiner Frau habe ich das gesagt, meine Kinder können es hier lesen. Bei der Zubereitung habe ich mir jedenfalls besonders viel Mühe gegeben

Zutaten: 

1200 Gramm Hackfleisch vom Damwild
1 Teelöffel Salz
Chiliflocken Senf
1 Zwiebel 250 Gramm
180 Gramm Fladenbrot (anklicken)
100 Milliliter Milch
1 Esslöffel Senf (anklicken)
3 Esslöffel gehackte Petersilie
2 Eier 
100 Gramm Butter

Jägersoße mit Mu Err Pilzen (anklicken)
Paprikasoße alla Zingara (anklicken)

Bratkartoffeln: 

1,2 Kilo Kartoffeln
70 Milliliter Rapsöl
1 Zwiebel
1 Z´Teelöffel Salz
reichlich Pfeffer
3 Esslöffel Petersilie

Hackfleisch in eine Schüssel geben

Chiliflocken

Salz

Eine Zwiebel häuten

Zwiebel zerkleinern

Meistens nimmt man Paniermehl, aber ich hatte noch selbst gebackenes Fladenbrot. Besser geht es nicht. 

Fladenbrot zerkleinern und in eine weitere Schüssel geben

Fladenbrot mit Milch aufweichen und 5 Minuten einziehen lassen

Senf zum Damwildhack geben

Gehackte Petersilie

Das aufgeweichte Fladenbrot zum Hackfleisch geben

Petersilie kommt ebenfalls hinzu

Zwei Eier für die geschmeidige Bindung

Festkochende Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden

Kartoffelscheiben wässern, damit sie Stärke abgeben

Das sind soweit die Vorbereitungen für das Hauptgericht und die Sättigungsbeilage. Nun mache ich zwei Soßen dazu, weil hier nicht immer jeder alles mag

Ich mache eine Jägersoße aus Mu Err Pilzen, passend zum Wild

Dafür nutze ich meinen Krups cook 4 me

Außerdem gibt es auch noch eine Paprikasoße, die nur noch von Hinterwäldlern, Seppln und Ostgoten Zigeunersoße genannt wird

Auch die mache ich aus Gründen der Zeitersparnis im Krups cook 4 me

Das Backblech für die Damwildfrikadellen lege ich mit Backpapier aus. Dann brennen die nicht fest und beim Wenden fällt keine Kruste ab. 

Frikadellen abwiegen und ausformen, damit die einheitlich groß werden. Das ist ja immer meine Schwachstelle. Ich strebe 130 Gramm pro Frikadelle an.

Passt schon

Frikadellen auf das Backblech legen und flachdrücken

Butter auf die Frikadellen legen

Zur Gegenprobe packe ich auch noch drei Frikadellen in die Heißluftfritteuse 170 Grad für 30 Minuten insgesamt

Ein bisschen Rapsöl drübergießen

Abfahrt. Nacht der halben Zeit wenden

Frikadellen kommen bei 170 Grad Umluft in den Ofen. Da der Garraum aber größer ist, als in der Heißluftfritteuse brauche die 45 Minuten und falls sich nicht braun werden, gehe ich auf 200 Grad Umluft hoch. Die gehen jetzt in den Ofen und nur läuft die Zeit für alle anderen Komponenten rückwärts.

Jägersoße kocht im Kochtopf ein

Paprikasoße bekommt auch ihre zehn Minuten Druckkochen im Krups cook 4 me

Los geht’s

In der Heißluftfritteuse wird gewendet

Im Backofen wird eher dezent gebräunt. Da geht ich auf 200 grad hoch

Nun fehlt für den Sättigungsgrad noch eine Pfanne Bratkartoffeln

Kartoffeln abgießen

Kartoffeln mit Vollgas in Öl anbraten

Paprikasoße kocht unter Druck

Frikadellen in der Heißluftfritteuse sind fertig und ich lagere sie dann bei 80 Grad in der Heißluftfritteuse

Hier ist der Anschnitt. Da lasse ich die Kinder schon mal antreten zum Probieren, um die Vorfreude zu steigern. Natürlich schmecken die Damwildfrikadellen lecker

Kartoffeln wenden und immer weiter mit der Temperatur runtergehen je brauner die werden

Die Ofenfrikadellen werden gewendet

Da kann mir einer erzählen was er will. Von der Garqualität ist ein Backofen langsamer aber für mein Dafürhalten auch besser

Eine Hausfrau hat das im Gefühl. Wenn die Kartoffeln noch 10 Minuten brauchen kommt die Zwiebel in Ringform in die Pfanne

Paprikasoße noch kurz auf höchster Stufe einkochen lassen,

Jägersoße ist fertig

Mehr Petersilie kann mehr

Bratlkartoffeln brauchen noch ein bisschen Farbe, nochmal hoch mit der Temperatur

Frikadellen sehen topp aus

Kartoffeln sehen auch gut aus

Erst jetzt salzen und Pfeffern

Petersilie einstreuen und alles gut vermischen

Jägersoße mit Mu Err Pilzen am Start

Paprikasoße, oft kopiert und nie erreicht

Damwildfrikadellen am Start

Jetzt geht’s los

Bratkartoffeln auf den Teller geben

Damwildfrikadellen

Zig äh Paprikasoße. Die ist so lecker.

Der gleiche Herr, die nächste Frikadelle

Jägersoße

Das ist wirklich sehr geil und eine eigene Liga. Frikadellen sind ja normal nicht die Krone der Kulinarik, aber das macht echt Spaß im Mund und die sind außen kross und innen weich und die Soßen schmeicheln sehr.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Jeder kann übrigens noch nachnehmen, falls jemand die Portionsgröße monieren möchte. Sieht auf dem Bild aber besser aus, wenn das nicht so vollgefreckt ist. 

17 Kommentare

  • Der Jäger aus Kurpfalz

    Ach wie schön :
    Der Herr H aus C macht -saulecker ausschauende – Damwildfrikadellen nur im
    Backofen ohne einen tropfen Fett.
    Dass ich das noch mal erleben darf; hach …
    Und nebenbei wird noch die Heißluftriteuse abgewatscht – Mehr geht nicht in einem Post.😁

    Die Bratkartoffeln sind über alle Zweifel erhaben, Die Saucen bestimmt erste Sahne,
    statt schnöden Semmelbröseln Reste vom selbstgemachten Fladenbrot, Irre.
    Ähm, wenn jetzt noch die Paprikasauce 2 Stunden sachte geköchelt wäre, würde ich
    sagen : mehr geht nicht, basta.

  • Haifisch

    @Pfalzjäger: Ich musste grade total lachen,
    wegen Backofen versus Airfryer – der Gewinner:
    BACKOFEN.

    Das bestätigt mich total.
    Ich bin bisher unschlüssig um die Dinger herumgeschlichen.
    Und wieder weggeschlichen.. hab ja einen Backofen..
    Einziger Vorteil: kleine Mengen sind schneller fertig,
    das glaub ich unserm Glatzkoch sofort.

    Und – Die Frikas HATTEN ein wenig Fett dran,
    beachte die Butterflocken in der letzten Runde 😉
    Das ist mehr als homöopathisch, kicher ..

    Die Butterflocken waren sicher der “Bossmove”,
    das ist wohl ein virales Internet-Wort,
    das ich mal vom Glatzkoch abschreibe.
    Auch wenn ich das etwas, na ja, (..) finde.
    Sowohl Wort als auch Abschreiben 😉

    Ohne Internet: mit Butter ist lecker.
    Damwild-hack braucht Fett,
    vermutlich hat der Verwandte
    das Fett beim Wolfen zugesetzt.
    Siehe Bild: rohes Fleisch mit weißen Punkten.
    Vielleicht reicht das ja völlig zum Braten aus.
    Und die Butterflocken dazu, lecker.

    Die Paprikasauce koche ich auch gern mehr ein,
    aber das ist Sache des Essers hinterher.
    Bei mir tendiert das eher Richtung Ajvar,
    hmmm, wie schreibt man das?

    • Der Jäger aus Kurpfalz

      Jaa, die Butterflocken zählen jetzt aber für mich mal nicht.
      Ich meinte eigentlich nur ohne Öl in der Pfanne. und Butter ist ja in dem Fall auch nur
      ne Zutat und dient nicht primär zur Verarbeitung / zum garen.

      Ajvar schreibt man genau so und das ist natürlich auch lecker.
      Sollte man eigentlich immer auf Vorrat machen, da hat man ruckizucki ne leckere Sauce.
      Die Oberklasse ist, rote Spitzpaprika im Ofen zu grillen, Haut abpulen und dann das
      gegarte Innere fein zu hacken. Kommt auch gut mit gegrillter Aubergine und noch fein
      gehackten Zwiebeln, Knofi und Tomatenmark.
      Aber wenn man davon 5 Kilo verschafft hat, ist man gemolken…
      Der Mühen Lohn ist jedoch alles wert.

    • Der Cook 4 me ist super, dafür gibt es auch einen Crisp Deckel. Damit macht man daraus eine Heißluftfritteuse. Spart ein Gerät und funktioniert sehr gut.

      • Der Jäger aus Kurpfalz

        Klaro ist die praktisch, aber das ätzende ist halt das Fruchtfleisch aus der angebrannten Haut rauszupulen. Besonders übel dann, wenn man auch noch
        die besonders süßen und aromatischen schon leicht lätschigen Parika nimmt.
        Da pfriemelt man sich nen Wolf und wahrscheinlich kann man das genausogut
        alles mit der Zauberette schreddern. Werd ich mal probieren; ich schätze mal
        das bemerkt eh kein Schwein.

  • Esther

    Zum oben erwähnten “nicht jugendfrei”: Einer Freundin meiner Mutter ist das zu Beginn der 70er widerfahren. Der Mann war etwas älter, die Kinder endlich aus dem Haus, Verhütung spielte keine Rolle mehr, leise mußte man auch nicht sein, das Paar begegnete sich wieder entspannt.

    Der Mann starb beim “kleinen Tod” den Großen. Sie lag unter ihm und mußte sich freikämpfen, holte den Notarzt. Es war wirklich tragisch und schlimm für die Frau. Und bei all dem die Blicke der Sanitäter, die untereinander keine zimperliche Sprache pflegen.

    Beim Essen: der Opa meines Mannes starb rüstig in seinen Schuhen. Es war unvermittelt beim Frühstück. Mein Schwiegervater fand ihn mit dem Gesicht auf dem Butterbrot liegend vor.

    Mein Stiefvater hatte weit fortgeschritten Parkinson. Er schlief beim Löffeln der Suppe ein und lag mit Mund und Nase auf dem Teller. Wäre er alleine gewesen, wäre er ertrunken.

    • Dann nehme ich sofort den Mann der Freundin Deiner Mutter. Das ist echt ein Happy End.

      • Esther

        Yep Jörg, es ist Zeit für ein Pamphlet von Deinem Kochlehrling aus Köln:

        Der Sex war wild, laut und tief,
        der Gatte hernach selig schlief.
        Aufwachen wollte er nicht mehr,
        schüttelte man ihn noch so sehr.
        Er hatte immer alles sehr genossen,
        freudig sein ganz’ Pulver verschossen.
        Viele geben im Bett den Löffel ab,
        es ist der Vorhof zum ewigen Grab.
        Was ist die Moral von dem Gedicht?
        Sterb’ mit einem Lächeln im Gesicht.
        Doch bleib’ als Mann lieb unten liegen,
        geht Dir ein letztes Mal die Seele fliegen.

        😉

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