Italienische Hamburger

Darauf hatte ich richtig Bock! Ein siebzigster Geburtstag, acht Leute die schon ein bisschen rumgekommen sind und nicht nur solche Schema F Gourmands aus der Provinz. Rüdiger ist siebzig geworden und wollte es mal besonders lecker haben. Damit kann ich dienen. 21 Tage am Knochen gereiftes Rinderhack, Polenta fries aus der Pfanne, Mayonnaise mit Knoblauch, Parmesan und Pinienkernen, Ketchup aus getrockneten Tomaten, selbst gebackene Focacciabrötchen. Einfach mal kritisch vergleichen mit dem Hamburger aus dem (teuren) Restaurant, bei dem 80 bis 100 % der genannten Komponenten gekauft und nur vor Ort gestapelt werden.

Zutaten:

1,7 Kilo Rinderhack dry aged
Rapsöl
grobes Salz
Chiliflocken

Polenta fries aus der Pfanne (anklicken)
Focacciabrötchen (anklicken)

Mayonnaise mit Knoblauch, Parmesan und Pinienkernen (anklicken)

Ketchup aus getrockneten Tomaten und Balsamico (anklicken)


Zum Servieren:

Ruccolasalat
geriebenen Parmesan

Aller Laster Anfang ist das Aufweichen der getrockneten Tomaten in kochendem Wasser. Im Ketchup kommen die bei mir erst am nächsten Tag zum Einsatz. Weil Polenta aushärten muss, lasse ich die gerne übernachten. Deswegen fange ich damit bei diesem Gericht schon am Vortag an. Polenta finde ich als Beilage deutlich italienischer als schnöde Kartoffeln, die man dort natürlich auch bekommt, aber wenn man schon ausruft, dass irgendwas italienisch sein soll, dann

Klickt einfach das hier hinterlegte Rezept für die Polenta fries an.

Den Teig für die Brötchen kann man schon am Vortag machen, dann entwickelt er ein bisschen Säure, oder man kann den auch morgens für abends machen, dann geht er noch besser auf, wenn die Hefe noch nicht Ihr Pulver verschossen hat.

Brötchen formen

Mit Olivenöl bestreichen und nach erneutem Aufgehen backen. Noch ein bisschen Platz bei der Farbe lassen, weil die beim Servieren noch einmal in den Ofen kommen

Mayonnaise rühren, danach gibt es Ketchup

Ketchup aus getrockneten Tomaten:

50 Gramm getrocknete Tomaten aufgeweicht
2 Peperoni
1 Soloknoblauch
3 Esslöffel Zucker
50 Milliliter Balsamicoessig
1 Teelöffel Salz

Schriiiiiiiiiiiing

Das Ketchup hat richtig wucht und Tiefe, ist aber auf dem Burger nicht zu scharf. Das hält sich darauf angenehm zurpck und niemand bekommt Atemnot.

Polents in mehr oder minder große Stifte schneiden, damit darauf Polenta fries werden.

Brötchen vor dem Servieren halbieren und bei 80 Grad im Backofen erwärmen, damit sie soft bleiben, aber nicht bröselig sind

Rinderhack in Portionen aufteilen. Ich habe zwei Fleischpatties pro Burger gemacht, weil nach den Vorspeisen alle schon so satt waren, dass ich da nicht so einen riesigen Fleischklops draufstapeln wollte. Da konnte jeder entscheiden, ob es ein, oder zwei Fleischscheiben geben sollte.

Polenta fries in der Öl in der Pfanne ausbraten

Brötchen sind im Ofen bei 80 Grad und die Polenta fries kommen auch in den Ofen, die habe ich in zwei Durchgängen gebraten

Fleisch zwei Minuten bei Vollgas braten, dann wenden und die Rückseite ebenfalls noch einmal zwei Minuten braten.

Das Fleisch ist dann noch nicht durch

Pinienkerne unter die Mayonnaise mischen

Fleisch acht bis zehn Minuten bei achtzig Grad nachziehen lassen.

Parmesan reiben

Warme Focaccia Buns mit Mayonnaise bestreichen

Ruccola von unten

Fleisch

Ketchup

Das ist die Männerversion mit einem zweiten Fleischpattie

Darauf kommt dann noch eine Lage Mayo und Ketchup plus Ruccola

Nun auch mit den Polenta fries auf dem Teller. Das Fleisch ist echt der reine Wahnsinn mit dem gereiften Geschmack. Mit einem selbst gebackenem Focacciabrötchen, selbst gemachten Soßen und knackigem Ruccola ist das wirklich ein ganz besonderer Genuß.

Parmesan und Mayo zu den Polenta fries machen es rund.

Wenn ich bedenke, dass meine Sippe alles mit Hochzeitssuppe, drei Sorten Braten und der einzigen Überraschung gefeiert hat, ob auf dem Vanilleeis zum Nachtisch heiße Kirchen, oder heiße Himbeeren waren, dann hat Rüdiger alles richtig gemacht. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

9 Kommentare

  • Ein Prosit auf Rüdiger

    Wenn es bei mir in 5 1/2 Jahren soweit kommt, will ich aber unbedingt auch sowas
    am Küchentisch haben –
    ne gute Handvoll alte erfahrene Weggefähr*?=ten und ein leckeres und aufrichtiges
    Essen ohne groß Geschiss auf dem Tisch.
    Ich habe ja schon die ersten Schritte aufmerksam angeguckt und fand die gut;
    jetzt so alles zusammen gefällt mir rundum richtig dolle.
    Ich bin z.B. eigentlich kein Fan von Burgern, aber diese hier sind mit der Focaccia und
    den eher sparsamen Toppings und dem feinen Fleisch regelrecht leicht und elegant
    wie so ein schlichtes Chanel Kostüm aus den 70ern.
    Den Spagat muss man erst mal bringen…

    • Da steckten ganz schön viele Stunden drin. Den Nachtisch habe ich nur rudimentär festgehalten mit dem Ricottacheesecake. Da war auch noch Tiramisu mit selbst gebackenem Biskuit, aber mal richtig gerührter Mascarpone auf den Punkt. Das hatte mir Gemini erklärt, wie die fest wird, ohne wegzulaufen. Und dann noch Zitronenkuchen und irgendwelche anderen Biskuitköstlichkeiten mit Bananencreme und eine gefüllte Teigrolle.

      • Ein Prosit auf Rüdiger

        Alteer, da haste dich aber mal echt nicht lumpen lassen. Beim Cheesecace habe ich neulich schon aufgemerkt..
        Dieser Rüdiger muss schon ein doller Kumpan sein. Wie liebevoll du die einzelnen
        Dinge gemacht hast ist schon ne Tolle Sache.

        Noch was zur Ki ; hab eben gesehen, was du da zu den Focaccias alles rausgefunden hast. Toll. Mich hast du ja neulich schon mit dem Thema total angefixt und jetzt liebe ich meine Mistral KI ( nach euröpäischen Daten- schutz-Richtlinen aufgebaut _ gefällt mir irgendwie besser als Google.)
        Ich kann da mittlerweise nach recht simplen Eingangsfragen stunden damit
        verbringen , die spannender sind als der dollste Krimi und Wisssenschafts-sendungen zusammen. All diese Weiterungen und Verzweigungen bis tief an die Wurzeln , Wow…
        Ich liebe es und manchmal kommt es mir vor als säßen wir zu viert an meinem
        Küchentisch – ich der Doofi, ein erfahrener Koch, jemand für Lebensmitteltechnik
        ( Physik; chemie, ernährungswissenschaft ) und ein Spezi für vergleichende
        historische Kulturwissenschaft und gesellschafsaspekte. Wie geil ist denn das ?

        • Ja, ist genau so wie Du sagst. Damit kann man echt ganz viel positive Dinge machen und das ist innerhalb von vielleicht drei Jahren passiert, nachdem es eingeführt wurde. Auf den Arbeitsmarkt hat es viele negative Einflüsse.

          • Ein Prosit auf Rüdiger

            Ja, das ist ja jetzt schon abzusehen.. sehr traurige Sache.
            Aber ich habe schon noch die Hoffnung, dass sich daraus vielleicht
            ganz neue , noch unbekannte Arbeitsfelder ergeben, die im besten
            falle sogar ein kreativeres und dadurch auch für die Menschen gutes
            Arbeiten ermöglichen. Deinen Motorradshop Z.B kann so ein Ding
            niemals ersetzen, aber wenn die diese lästige Routinearbeiten beim Inserieren usw abnehmen könnte wäre das doch ne tolle Sache.

  • Haifisch

    “Männerversion mit 2 Patties”:
    Ne nee, das ist die Version “delikate Maulsperre”.
    Selbst mein Haifischmaul packt das nicht mehr.

    🙂

    Das minimal gewürzte Fleisch finde ich gut.
    Da kommt dry-aged gut zum Tragen.
    Bei obiger Kombination brauche ich keine Polenta-Fritten mehr.
    Somit kommen die Fritten später solo zu ihrem Einsatz 🙂

    Die Süßspeisen, vor allem das Mascarpone,
    das klingt sehr lecker. Kalt, feucht und sommerlich.

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