Dickmilch

Habt Ihr schon mal selbst Dickmilch gemacht? Ich kenne das aus meiner Kindheit vom Bremerlandstand beim Kindernachmittag vom Sechs Tage Rennen in Bremen. Dort gab es Dickmilch mit Himbeeren zu kaufen. Ansonsten habe ich das manchmal auf diesen Plastikbechern mit Fruchzubereitung im Supermarkt aus den Augenwinkeln, aber nie irgendwo live gesehen. Nur davon gehört und später online davon gelesen. Dickmilch ist sowas Ähnliches wie Joghurt, ohne die Joghurtkulturen. Ich habe von älteren Frauen, wie meiner Oma früher auch schon mal den Begriff “Milch dicklegen” gehört. Das erschien mir spannend, deswegen dieses `Rezept für Euch als Anregung, auch vor dem Hintergrund, dass man so weniger Milch entsorgen muss, falls man zu viel gekauft hat. Ich habe am Samstag fünf Liter Bio Alpenmilch für 50 Cent bekommen und zwei Liter davon habe ich experimentell für dieses Projekt verwendet. Das Fazit schon mal vorweg, Dickmilch ist ganz einfach und gelingt problemlos.

Zutaten:

2 Liter Milch Bio 3,8 % Fett

Milch aufkochen

Ich habe mir leere und gereinigte Schraubgläser aus meinem Fundus geholt

Herd abstellen, wenn die Milch kocht

Trichter zum Umfüllen bereitstellen.

Heiße Milch in die Flaschen umfüllen.

Flaschen so verschließen, dass Luft entweichen kann

Stoff geht, oder ich habe Papierhandtücher genommen.

Weil ich keine Gummibänder finden konnte, haben mir meine Töchter Haargummis für den Verschluss der Gläser geliehen

Die gekochte Milch in den Gläser abkühlen lassen und zwischen ein und zwei Tagen bei Raumtemperatur stehenlassen. Anschließend mindestens 12 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit die Dickmilch durchkühlt.

Beim Öffnen der gekühlten Dickmilch kann man erkennen, dass die Milch sichtbar angedickt ist.

Ich habe eine Portion Dickmilch in eine Schale gegeben

Dazu könnte man Honig, Apfelmus, Zimt und Zucker, Honig und Mandeln zum Süßen verwenden

Ich bin ja ein großer Freund der Amarenakirsche. Schmeckt super gut, ist nach zwei und auch nach drei und vier Tagen immer noch mild und nicht sauer, aber das kann natürlich immer mal anders sein, als bei wenig Außentemperatur, oder vielleicht auch abhängig von der Milch. Versuch macht klug.

Ich habe auch noch einen Gurkensalat mit Dickmilch als Dressing gemacht.,

Dickmilch selbst gemacht ist sehr frisch und auch immer Sommer sicherlich sehr erfrischend, mit frischen Erdbeeren, würde mir spontan einfallen. Man hat im Vergleich zu anderen Produkten aus Milch, auch nur sehr wenig Verlust. Bei Sahne, oder Butter, verliert man zum Teil dreiviertel der Masse, hier bleibt alles komplett, bis auf eventuelle Flüssigkeit, die man abtropfen lassen könnte. Ich habe die Dickmilch aber so verwendet, wie sie aus dem Glas kommt. Sehr empfehlenswert zum Nachmachen. Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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8 Kommentare

  • Erstaunlich. Ich kenne Dickmilch auch noch aus meiner Kindheit. Aber da wurde nix gekocht. Die frische Milch wurde in eine Schüssel gegeben und dann bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Einige Zeit (Tage?) später wurde oben auf die Deckschicht etwas Zucker gestreut. Die Deckschicht war das beste (fettigste), die eigentliche Dickmilch drunter ging auch, aber so pur war das nix für einen Heranwachsenden. Mit Zucker gings.
    Der Vorgang klappte nicht immer, aber meistens. Heutzutage mit der normalen Milch geht es gar nicht mehr, dank Homogenisierung und stärkerer Verarbeitung durch die Molkereien.

    • Bernd M

      So kenne ich die Dickmilch auch. Wir hatten bei uns im Ort nen alten Mann, der holte immer frische Milch beim Bauern, so ursrünglich wie sie aus dem Euter kam. Die ging wohl nur einmal durch ein Sieb und damit war gut. Wenn man die bei Zimmertemperatur hinstellte war da ruckzuck nen halber Zentimeter Sahne obendrauf. Die Dickmilch mit Zucker, oder selbstgemachter Marmelade war ein Traum. Sowas kennen die Leute heute gar nicht mehr.

      • stimmt, das kenne ich so in der form tatsächlich nicht.

        • Bernd M

          Die Milch, die es heute gibt, ist auch etwas anderes als die Milch die ich aus meiner Kindheit kenne. Die oben besagte Milch, die so frisch wie auch absolut unbehandelt war, hatte wohl auch extrem viel mehr Fett als die 3,8% die es heute so zu kaufen gibt. Hier im noch einigermaßen ländlichen Bückeburg, da wo Euer James Last (Um mal auf Bremen zu kommen) zur Heeresmusikschule ging, da bekommt man in kurzer Entfernung noch wirklich gute Waren wie frische Milch, Eier die den Namen verdienen und schmecken und auch ordentliches Fleisch das auch nach Fleisch schmeckt und nicht nur noch halb so groß ist wenn das Wasser raus ist.

          • mein onkel hatte einen bauernhof. wäre einfach gewesen da rohmilch zu bekommen. war damals irgendwie kein thema und meine eltern waren immer froh, dass sie alle kaufen konnten und nichts selbst machen mussten. also neben der eigentlichen erwerbsarbeit. gearbeitet haben die immer genug, nur das genießen vergessen.

          • kochaddict

            Ja das kann ich bestätigen, hab als Kind auch Milch direkt vom Bauern geholt, die war super fettig 🙂

          • rohmilch ist ja auch echt fett

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