Glutenfreies Fladenbrot

Heute ein ganz tolles Beispiel dafür, dass gut gemeint nicht automatisch gut gemacht bedeuten muss. Dabei geht es jetzt gar nicht um das Resultat, damit kann ich sehr gut leben, aber darum dass die von mir angestrebten gesundheitlichen Nutzen, komplett auf der Strecke geblieben sind. Ich fange mal an, von Anfang an zu erzählen. Beim Handelshof hatten sie so ein glutenfreies Goldkantenmehl von Schär, für einen Euro im Resteverkauf und da habe ich an meinen Bildungsauftrag gedacht und die dunklen Ecken, die ich immer ausleuchte. Jedenfalls habe ich es mitgenommen und dachte, wenn die immer alle 47023740 Allergien und Unverträglichkeiten haben, muss es ja gut sein, wenn man das statt normalem 405 er Mehl verwendet. Worüber ich nicht nachgedacht habe ist, dass das zwei Handlungsstränge sind, wenn einer z.B. was an den Darmzoten hat, oder einfach gegen einen zu hohen Blutzucker kämpft. Hier schon in der Einleitung das Fazit. Wer mit dem Blutzucker kämpft, liest sich auch weiterhin meine Vollkornfladen durch, alle mit Magen- und Darmproblemen essen gerne glutenfrei.

Zutaten:

1 Kilo Weizenmehl glutenfrei
500 Milliliter Wasser
3 Esslöffel Joghurt
1 Esslöffel Salz
1 Esslöffel Zucker
2 Tüten Trockenhefe
60 Milliliter Rapsöl, oder Olivenöl
60 Milliliter Öl zum Gehen

Mehl in die Rührschüssel geben + grobes Salz

Kaltes Wasser, oder lauwarm

Zwei Tüten Hefe., Hört auf zu singen! Das ist ein schnelles Brot, das braucht Triebkraft

Zucker

Joghurt.

Egal ob türkischer, oder einfach nur Naturjoghurt.

Öl für den Teig

Rapsöl schmeckt neutraler als Olivenöl. Was Ihr lieber mögt, könnt Ihr nehmen.

Alle Zutaten in der Schüssel

Teig zehn Minuten kneten

Teig mit dem Teigschaber vom Rand lösen und mit Öl einreiben, dann klebt der Teig hinterher nicht am Brett, oder an den Händen

Das ist der Teig nach zwei Stunden ruhen unter einem Leinentuch.

Weil ich die Fladen ungefähr gleichgroß backen wollte, habe ich den Teig abgewogen

150 Gramm pro Teigfladen habe ich abgewogen

Die Teigfladen kommen auf ein Brett

Dann ein Brett bemehlen und den Teig darin wenden, damit der griffiger wird

Mit den Händen ausziehen, oder mit dem Nudelholz / Wellholz fünf Millimeter dick ausrollen

Anschließend die Teigfladen für 30 Minuten unter einem Leinentuch aufgehen lassen

In der Zeit den Backofen auf 220 Grad Umluft aufheizen

Gebacken werden die Teigfladen im Backofen, auf der mittleren Schiene für 12 Minuten

Schon erledigt

Ich habe die Teigfladen nicht mit Milch bestrichen und nicht mit Sesam bestreut. Könnte man machen und dann wäre die Oberfläche noch glänzender. Aber wer kein Gluten darf, hat bestimmt auch noch ne Lackdosenintoleranz und darf keine Milch und keine Körner, aus Gründen.

Zu den glutenfreien Teigfladen habe ich an zwei Tagen, zwei verschiedee Sorten Gyros serviert. Einmal vom Schwein und einmal aus Austernpilzen

Der Saal hat getobt, keiner meinte das schmeckt aber glutenfrei. Bevor ich das Rezept geschrieben habe, überkam mich so ein komisches Gefühl und ich dachte, lies Dich noch mal ein bevor Du den Text schreibst. Ich musst selbst schon ein bisschen lachen, weil da stand 405 er Mehl ist schon hochverabeitet, aber verglichen mit glutenfrei ist das bezüglich des Verarbeitungslevels, ein Spaziergang im Rosengarten. Das wird dann mit jeder Menge Stärke aus anderen Pflanzen aufgepimpt, damit es nicht nur staubt. Dann wundert mich jetzt auch nicht mehr diese Palmölsauerei in den fertigen Produkten von Schär. Meine Begründung, darauf kommt es dann auch nicht mehr an.

Deswegen Daumen hoch für die Magen- und Darmkranken, Finger weg für die Blutzuckeraufpasser.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit

16 Kommentare

  • peter

    Hihi;
    ich zitiere einfach mal the master himself .

    “Der Anschiss lauert überall.”
    J.H. aus Cux , einleitende Worte vom 18.10. 25. > der große Gurkenbetrug,,

    Dass irgendwie alle lügen und panschen ist ja wohl klar, aber am dollsten treiben es
    halt echt die Gesundheitsapostel. Denn Leute mit gesundheitlichen Problemem an-
    suchmieren finde ich drei Umdrehungen mieser als jede Wurstfabrik.
    Und wenn halt jemand aus ” moralischen ” Gründen auf Tierprodukte verzichtet und sich stattdessen vegane Steaks kauft ist derjenige grad genau so doof, als versuchte er der den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben. Klappt halt net….
    Meist sind das dann auch noch so Gestalten, die völlig falsch verstehen, was denn eigentlich ” comfort food ” ist. Die denken comfort ist, wenn man keinen Finger krumm-
    machen muss, also gibt’s dazu TK Fritten von MC Cain oder so… zum verzweifeln…..
    Dabei ist es doch so bockeinfach sich mit ner Handvoll guter Zutaten ruckzuck z.B.
    vegetrarische Puffer / Bratlinge zumachen, die einfach geil schmecken und gesund
    sind. Sowas ist dann nämlich echt zum wohlfühlen…

    • isso. Habe ich gestern auch wieder ganz komfortabel gekocht für die Sippe. Menemen, frisches Fladenbrot mit verbesserter Rezeptur, Käsespätzle und Gurkensalat und Bratwürste vom Duke of Berkshire für die die sonst nie was mögen

  • Haifisch

    Ich pflichte euch bei der Verarschung von Kranken zu.
    Sowohl dem Peter als auch dem Jörg.
    Danke, ihr glaubt nicht,
    wie oft ich mich voll verarscht fühle…

    Deswegen mache ich so viel selber.
    Weil die Preise einfach in keinem Verhältnis zur Ware stehen.
    Und weil es mir früher auch sehr viel Spass gemacht hat,
    das wird weniger, das mit dem Spass,
    wenn man weniger Esser hat,
    und wenn man älter wird.

    4 Euro oder sogar mehr für ein Kilo Schär?
    Ganz sicher nicht. Nicht mit mir.
    Ich geh ich den Asiashop,
    Reismehl für 60 Cent / Kilo.
    Verschiedene Stärken im gleichen Preis-Niveau.
    Teuer nur die Bindemittel, Guarkern und sowas.
    Ich nehme Flohsamenschalen, geht genauso gut.

    Buchweizen mag ich nicht.
    Und die extrem-Exoten sind einfach nicht nötig.
    Roggenmehl bekomme ich sehr günstig,
    ganz bio aus einem Supermarkt.
    Also hab ich alles, was ich brauche
    ungefähr gleich-preisig wie normales Mehl.
    Bio kriege ich, wenn ich mal Zeit habe
    und beim Bauern meines Vertrauens vorbeifahre.
    Der mahlt tatsächlich Mehl frisch.
    Mit diesen kleinen modernen Mühlen
    ja auch kein Hexenwerk mehr.
    Aber – das ist ein bisschen weit weg für Alltag.

    Dann mische ich selber, und was soll ich sagen.
    Das wird tatsächlich Brot, ganz ohne Markenaufkleber.
    Aus dem Chaos-Chinesen, dem Supermarkt
    und immer wieder meinem Bio-Müller-Bauer.

    Ich tüftle noch an “echtem” banh mi herum.
    Die modernen Vietnamesen machen das aus Weizenmehl.
    Sieht sehr gut aus, ist bestimmt lecker.

    Das kann ich aber nicht essen.
    Na gut, kann ich essen.
    Dann brauche ich aber einen Extra-Raum zum Schlafen,
    und eine Toilette dicht am Bett. Auch ohne Zöliakie,
    nur mit Unverträglichkeit.
    Unterschied: Ich darf mal sündigen, halt mit Strafe.
    Meine Darm-Zotten brüllen nicht so laut.

    Die alten Vietnamesen hatten kaum Weizen,
    wollten aber trotzdem ihre Kolonialherren beglücken.
    Die haben Reismehl genommen, und ein paar andere Sachen.
    Vielleicht ein bisschen Weizen für die französische Seele.
    Das habe ich gelesen, aber – ich finde kein Rezept.

    Ich bin inzwischen so weit:
    Ich habe einen selbstgemachten Reismehl-Sauerteig.
    Absolut glutenfrei, und ein bisschen sauer-lastig,
    Aber vielleicht gibt sich das noch.

    Das geht schon mal.
    Sauerteig aus nicht-gluten-Mehl.

    Das Verwerf-Anstellgut habe ich mal zu Baguette verbacken.
    Nun, es funktioniert, es ist Brot,
    aber von weiss, fluffig und Baguette-artig ist das noch weit weg.
    Aber der Geschmack ist gar nicht schlecht,
    nur eben nicht banh mi oder Baguette.

    Also weiter versuchen.
    Das richtige, nicht-Verwerf-Anstellgut
    ist noch am werden.

    Da werde ich die Erfahrungen von eben gleich einbacken.
    Bei Wiegen hingucken, sonst wieder zuviel Flohsamenschalen.
    Könnte hilfreich sein.
    Tiefer einschneiden, das wird hübsch,
    und der Teig braucht die Aufgehhilfe.
    Sonst kann er die Schale selber schwer sprengen.
    Das habe ich grade beobachtet.
    Das un-eingeschnittene Brot ist viel niedriger.

    Nun. So vertreibe ich mir die Zeit beim Homeoffice im November.

    • Gestern das Fladenbrot war so lecker. Ich habe aber nur eine Scheibe gegessen, weil es mit allem war, was ich nicht essen soll

      • Haifisch

        Glutenfrei schmeckt anders, aber auch gut.
        Ich hab eine Weile gebraucht, bis ich mich umgestellt hatte.

        Teff hab ich schon versucht,
        aber noch nicht als Sauerteig.
        Wenns mir über den Weg läuft,
        wird das ausprobiert.

        Und ja, Jörg: Brot ist,
        egal wie mans macht,
        reine Kohlenhydrate, recht leicht verfügbar.
        Auch das Vollkornmehl.
        Das trifft für glutenfrei natürlich auch zu.
        Deswegen esse ich nicht so viel davon.
        Aber ich mag das schon sehr.

        Ob das mit weiss, fluffig und
        Baguette-artig klappen wird,
        das weiss ich noch nicht.
        Bin gespannt.

        Schönen Abend
        wünscht der Haifisch

        • Vollkornmehl empfiehlt aber der Arzt. Habe ich auch gerade zu Abendessen gehabt, während die Sippe VW Currywurstpfanne und selbst gemacht Pommes vom Blech hatte und den Rest Käsespätzle. War mir alles too much

    • Esther

      @ Haifisch
      Das Äthiopische Teff-Mehl ist glutenfrei. Damit werden Fladen aus Sauerteig gemacht, sie werden kalt zu Speisen gereicht und ersetzen das Besteck.

      Ich bin süchtig nach diesen säuerlichen Fladen, wenn wir Äthiopisch essen gehen. Mittlerweile gelangt man auch in Deutschland gut an dieses Mehl.

      • Ich habe bei afrikanisch so eine Beißhemmung. Das ist von allen möglichen Kontinenten der, bei dem mich das Essen am wenigsten anzieht und erst recht nicht dieses mit den Händen essen.

        • Esther

          Wir schätzten vor über 25 Jahren das Essen der Elfenbeinküste und das von Namibia. Wirklich schmackhaft und scharf. Beide Restaurants liefen gut, bis sie eine indirekte Preiserhöhung durchzogen, statt Fisch oder Fleisch zu servieren, dies durch Kartoffeln zu ersetzen. Kurz darauf machen beide Lokale zu. Blöd gelaufen.

          Der Erklärungsansatz der Betreiber wird ein anderer gewesen sein, als der der Kundschaft. Die bösen Esser, die sich schlichtweg nicht verarschen lassen wollen.

          Äthiopische Restaurants sich klasse. Man merkt, daß dies eine Hochkultur war. Herzliche, korrekte und schöne Menschen. Fast alle sprechen akzentfrei Deutsch, was ich zutiefst bewundere. Denn ich könnte selbst nach einem halben Jahrhundert kein Amharisch.

  • peter

    Man muss einfach nur wissen, was das gleichlautende Wort “schär ” im Französichen
    bedeutet. Damit ist eigentlich schon alles alles geschwätzt….
    Für mich komplett undenkbar, dass ein Produkt diesen Namens dort auch nur einen
    Pups von einer Marktchance hätte. Null Chance.

    • Wie der MR2 von Mazda, in Frankreich auch Kassengift war ;-). Ich kaufe Schär auch nur im Abverkauf.

      • peter

        MR 2 ist sich von Toyota…. Wustegal – ist schon irgendwie geil potthässlich…
        Aber da hat meine frankophile Seele halt tatsächlich nen Klemmer.
        Wenn schon Rennpappe , dann lieber nen ollen Renault Alpine A 110.

        • ja, der mazda von Toyota. Den meine ich. Da geht es um den Namen, weil der auf französisch ausgesprochen “Scheiße” heißt. MR2 = Merde

          • peter

            Puh, Jörg….. Da haste mir jetzt aber ordentlich einen eingetütet. 🤕
            Das mit der Aussprache hätt ich ja mal kapieren müssen, wenn ich
            hier schon mein Maul so weit aufreiße von wegen frankophil usw..
            Autsch und Schande über mich…
            Aber der Joke ist halt schon super.

          • Das weiß man nur, wenn man es weiß

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