Ofenzwiebeln in Colasirup

Wenn ich Gäste habe, dann mache ich zur Einstimmung gerne Ofengemüse. Natürlich würde ich das auch gerne mögen, wenn ich ledig und kinderlos wäre. Damit das nicht langweilig wird, spiele ich immer an der Zutatenliste rum, selbst wenn es grundlegend immer um die gleichen Gemüsesorten kreist. Die Marinade unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Im Frühjahr / Sommer möchte ich es lieber frisch und in der kalten Jahreshälfte lieber ein bisschen runder. Viele Wege führen nach Rom und keiner rechnet mit der spanischen Inquisition. Einen roten Faden versuche ich auch immer zu haben, den man in den verschiedenen Gemüsen immer wiederfindet. Bei dieser Gelegenheit war es schnödes Colasirup, wie man es beim Wassersprudler für Softdrinks benutzt. Bei mir zuckerfrei, aber das kann jeder selbst entscheiden. Klingt erstmal komisch, fühlt sich auf dem Tisch und im Mund aber total richtig an. Hier sind es Anleihen an die Balsamicozwiebeln

Zutaten

500 Gramm rote Zwiebeln
2 Esslöffel Olivenöl
2 Esslöffel Cola Sirup (light)
2 Prisen grobes Salz
1 Prise Chiliflocken
2 Esslöffel gehackte Petersilie

Zwiebeln häuten und in eine Ofenform legen

Olivenöl

Colasirup

Backofen auf 200 Grad Umluft aufheizen und die Zwiebeln für 35 Minuten in den Ofen stellen.

Petersilie hacken

Da kommen die Zwiebeln schon wieder zurück. Da ist bislang kein Gewürz dran, die sind nur von Wasser befreit und in Öl und Colasirup reduziert worden.

Grobes Salz einstreuen

Chiliflocken und Petersilie. Das ist echt ein richtiger Stiefel. Ihr könntet da Zitronensaft, oder Rotweinessig dazugeben, aber ich will es genau so karamellig haben und so schmutzig, wie es ist. Das ist auf den Punkt, die zwiebelige Zwiebel, deren Eigengeschmack, Salz, Öl und frische Petersilie. Esst das mal zu einem frischen, selbst gebackenen Brot.

Das war alles zusammen im Ofen und macht Dich hinterher am Tisch glücklich. Spitzpaprika, Tomaten mit Mozzarella und die Zucchini in Colasirup.

Ich liebe diese kleinen Sauereien und vielleicht ist das für Euch die Notausfahrt an Weihnachten, um nicht ewig diese unsägliche Kartoffelsalat und Würstchennummer machen zu müssen?

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

8 Kommentare

  • Haifisch

    Du hast schon die Inquisition im Hause..

    Die sehr kritische Familie,
    die Dich wieder und wieder zu Höchstleistungen treibt 🙂

    Schönen ersten Advent

    • Ja, isso. Das können sie.

    • Esther

      „Du hast schon die Inquisition im Hause.“ – Haifisch, darüber mußte ich gerade sehr lachen. Kinder kennen keine Gnade, vielleicht ist das auch gut so.

      Meine verstorbene Stiefschwester Gaby hatte bereits als Kind eine Kodderschnauze. Sie war eine coole Socke. Mit ca. 8 Jahren waren sie und ihre Eltern zum Käsefondue eingeladen, der Gastgeberin war die Hauptspeise misslungen. Traurig lamentierte sie diese Schlappe, die Gäste beruhigten sie freundlich, derweil knabberte Gaby am klein geschnittenen Stangenbrot. Als sie gefragt wurde, meinte sie: „Wieso, schmeckt doch…..nur ohne DAS da!“ und zeigte auf den Fondue-Topf.

      Jörg, wenn ich Dein Ofengemüse sehe, möchte ich am liebsten bei Dir einfliegen…….die Bilder sind so ansprechend, dass ich alles riechen kann.

      • Du bist hier immer gerne gesehen und kannst auch den Gatten mitbringen.

      • Kathi

        Haha, das erinnert mich ans Kind (3 Jahre) mit dem wir mal zu einem Essen in einem feinen Restaurant eingeladen waren. Leider war der Nachtisch (Crepes Suzette) ziemlich daneben, die Crepes waren total hart, aber niemand sagte etwas.
        Wohl deshalb bot ihr der Opa bot ihr seinen Nachtisch an, was sie deutlich mit folgenden Worten kommentierte: “Nein, mir schmeckt das auch nicht! ” Da fällt mir nur das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern ein.

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