Mangold am Stück und beweint

Mangold ist so erdig wie rote Bete und sieht ein bisschen wie Spinat aus. Somit ist es schon kein einfaches Gemüse, wenn man eine Familie bei Laune halten muss. Meine beiden jüngsten Kinder mögen Mangold aber, seit ich den für die gefüllten Rollen blanchiert habe und hinterher gegen die beiden fast mit Waffengewalt verteidigen musste. Beim Bananen Fred gab es die fünf Kilo Kiste für fünf Euro und da habe ich dankbar zugegriffen, weil ich den Mangold auch sehr gerne mag und weil er obendrein gesund ist. Mangold schadet es nicht, wenn man ihn wie Spinat zubereitet. Ich finde den besonders gut, wenn man den nur am Strunk abschneidet und ansonsten ganz lässt, also als große Blätter in der Pfanne gart.

Zutaten:

500 Gramm Mangold
1 (süße) Zwiebel
2 Knoblauchzehen
50 Gramm Butter
1/2 Teelöffel Gramm Salz
1 Prise Chiliflocken
100 Milliliter Weißwein
1 Prise Muskatnuss

Strunk abschneiden

Einzelne Blätter verlesen und abwaschen

Ich habe mir den Spaß gemacht und das ganze Rezept mit meinem Tomatenmesser von Victorinox geschnitten. Das liegt total gut in der Hand und ich schneide damit sehr gerne, weil es scharf ist, gut durchgeht und auch die Richtung hält: Dieses Modell habe ich vor zehn Jahren mal auf einem Foodbloggertreffen bei einer Vorführung geschenkt bekommen (orange) und das benutze ich bis heute. Ich habe noch mehr Rezepte in der Pipeline, die ich nur mit diesem Messer geschnitten habe. Ach ja, das ganze mache ich auf einem Arbeitsbrett aus Papierverbundstoff

Zwiebel häuten

Zwiebel halbieren

Zwiebel in Streifen schneiden

Zwiebel quer würfeln

Läuft bei mir

Knoblauchzehen häuten

Knoblauch zerkleinern

Grobe Stücke sind total o.k.

Das ist mein Fleisch. Prime rib vom Duke of Berkshire. Rezept kommt

Es gibt handgeschnittene Pommes frites aus Belana (auch mit dem Tomatenmesser geschnitten)

Nun geht es weiter mit dem Mangold. Butter in der Pfanne erhitzen

Die Mangoldblätter bei Vollgas in die Pfanne legen

Kurz Deckel auf die Pfanne legen, dann verliert der Mangold Volumen und gibt Flüssigkeit ab.

Reis für alle Fälle

Fleisch

Nach 2 Minuten den Mangold wenden

Man kann schon ein paar Röstaromen sehen

Sieht sehr gut aus und ich mag das Grün

Nach 4 Minuten Vollgas, kommen die Zwiebeln und der Knoblauch in die Pfanne

Alles vermischen

Zwiebeln glasig anschwitzen

Muskatnuss reiben

Grobes Salz

Chiliflocken

Trockener Weißwein

Zischhhhhhhh

Alles wenden, wenn es so aussieht ist es perfekt, dann den Herd auf Warmhalten reduzieren, oder bei 80 Grad mit Deckel in den Ofen stellen

Ich habe Euch ein Stück aus der Pfanne zur Ansicht rausgelegt. Schmeckt toll, hat eine angenehme Konsistenz

Freut Euch auf die Rezepte für Fleisch und Pommes frites aus dem Ofen.

Noch ein bisschen gehackte Petersilie, dann kann serviert werden

Mangold wird bevorzug in Südeuropa zu Geflügel, oder Fisch gereicht. Vielleicht deswegen, weil er ein bisschen eckig und kantig daherkommt? Dan kann man immer da nutzen, wo Spinat auch passt. Hier passt er zu sensationellem Schwein.

Mangold zu Prime rib vom Duke of Berkshire

Ein paar gepflegte Pommes frites dazu. Das könnte ich an sieben Tagen in der Woche essen.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

9 Kommentare

  • Barbara

    Der kommt ja sogar aus Italien.
    Irgendwie verschwinden diese schönen Gemüsesorten aus deutschem Anbau, nur noch Exoten wie du interessieren sich dafür. Ich mag den sehr gerne, am liebsten mit diesen kleinen Orecchiette, Anchovis und Pecorino.
    Zum Thema Kinder und Fleisch, da lässt sich nichts erzwingen. Ein befreundeter Metzger erzählte, dass die Tochter beim Essen das Fleisch regelrecht seziert, nur gewisse Häppchen kann man essen. Wir wurden noch dazu gezwungen, was auf dem Teller war, aufzuessen. Ich habe regelmäßig die angebrannten Zwiebeln und fette Fleischstücke zur Seite getan. Später war ein Kater im Haus, dem habe ich die unterm Tisch heimlich zugesteckt. Mutter war schon beim Abwaschen, ich noch immer mit dem Teller beschäftigt. Wenn sie nachguckte “was, immer noch nicht fertig” war meine Standardantwort “ich genieße”. Konnte am Sonntag keinen Kuchen zum Frühstück essen, es wurde mir schlecht. Da musste ich ins Bett zurück als Strafe.
    Ein Freund hatte ähnliche Erfahrungen. Die Kinder gingen nach dem Mittagessen mit der Mutter in die Stadt, da fragte die Schwester “Mutti, darf ich’s jetzt raustun?”
    Nicht nur meine Kindheit war der ständige Versuch, unterm Radar zu laufen, einfach schrecklich.
    Bei uns ist der Sohn des Mannes aufgewachsen, am Wochenende war auch die Schwester da.
    Wir amüsieren uns heute noch, wie die beiden sich am Frühstückstisch gegenseitig hochgeschaukelt haben über Emmentaler Käse, wegen der Löcher. Den haben beide nicht gegessen und dazu die wildesten Geschichten erfunden, warum nicht.
    Also, Gemach, das wächst sich aus, auch wenn es dich manchmal nervt.

    • Da zitiere ich gerne meine Tante Anna. Die hat ab Mitte 50 bei jeder Gelegenheit gesagt, wenn wir das mal noch erleben (Auf Plattdeutsch) und die ist am Ende 93 Jahre alt geworden. Aber das hat sie Weihnachten gesagt wenn es um Ostern ging, Ostern wegen Pfingsten, an ihrem Geburtstag wegen des nächsten Geburtstages usw. In sofern weiß ich auch nicht, ob ich das noch erleben werde, dass sich die ganzen Spökereien bei meinen Kindern noch auswachsen sehen werde.

  • Esther

    Beweint – was für eine Wortschöpfung! Das bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf.

    „Er schied dahin und wurde beweint.“ Zum Glück gehe ich nur noch selten auf Beerdigungen, weil die Verwandten nacheinander verschieden sind…..sonst würde ich unter der Anspannung, die ich bei solchen Gelegenheiten verspüre, ab jetzt unangemessen lächeln.

  • Haifisch

    Dein Victorinox hab ich auch –
    und ich hasse es.
    Mir geht nix über mein Opinel 🙂

    Rostendes Eisen, sehr gut schleifbar,
    sehr dünne Klinge, geht überall durch…
    auch durch Tomaten,
    die in feine Scheiben geschnitten sein wollen.

    Das Victorinox nehme ich manchmal für Tomaten.
    Wenn es egal ist, wie die hinterher aussehen.
    Der Wellenschliff geht halt sehr gut in die Haut,
    rascher als das Opinel.
    Aber Deine Erfahrung, es hält die Richtung,
    die kann ich nicht bestätigen.

    Letztens hab ich Pommes gemacht.
    Durch so ein Schneidegitter gepresst,
    wo dann dünne Pommes rausfallen.
    Die in einer Schüssel mit Deckel
    erstmal gewaschen, dann mit Öl beträufelt,
    und die Chose mit Deckel durchgeschüttelt.

    Das ölbenetzte Zeug dann in den Backofen,
    und fertig waren die Pommes.
    Hat mit sehr gefallen,
    so wenig Öl habe ich noch nie gebraucht.

    @Barbara: Die Erinnerung mit dem Essen
    das am Tisch nicht weniger wurde,
    kann ich mit Hunden ergänzen.

    Unsere verfressenen Hunde
    hatten am Tisch nichts verloren,
    aber wenn dann die Eltern aufgestanden waren,
    kamen die, und frassen alles,
    was wir Kids denen zusteckten.

    Aus irgendeinem Grund
    kamen meine Eltern nie auf die Idee,
    dass wir das eklige Zeug nicht aufassen,
    sondern den Hunden gaben.

    vorsichtshalber schwenkt der Haifisch
    hier schon den Adventskranz mit 2 Kerzen 🙂

    • Wir hatten nie einen Hund, aber mich hat man mit Essen das mir nicht schmeckte, in Ruhe gelassen. Ich habe als Kind immer mehr gegessen, als gut für mich war und bis 15 immer ein Gewichtsproblem. Meine Mutter kannte keine Grenzen und mein Vater stand immer auf der Bremse

  • Esther

    Mangold gehört nicht zu meinem Lieblingsgemüse, ich wollte ihm aber eine Chance geben. Er wurde wie Jörg es beschreibt zubereitet, 200 g Rinderhack kam dazu und eine Lasagne wurde daraus gemacht.

    Dumm nur, dass ich die Platten von Barilla nahm. Sie blieben hart wie Knäckebrot. Der letzte Mist. Nächstens frage ich meine Italienische Bekannte, was sie für Teigplatten verwendet. Und das ausgerechnet heute, wo die Italienische Küche zum immateriellen Weltkulturerbe erhoben wurde.

    Mangold ist mir nach wie vor zu fade.

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