Weißkrautsalat, wie er schon immer ging

Man sieht mich gerade ziemlich verärgert, weil ich eine Entwicklung sehr genau verfolge. Es geht um die Gastronomie in Deutschland. Koch ist ein Lehrberuf und der dauert dreieinhalb Jahre. Deutsche Küche ist über Jahrhunderte entstanden und ist eine Mischung aus verschiedenen Einflüssen und einem ständigen Wandel unterworfen. Im Moment erkenne ich aber einen radikalen Kahlschlag, wie traditionelle Küche durch verwässerte Wischiwaschiküche, mit unkundigen am Herd verändert wird. Früher hatte jede Länderküche auch einen Inhaber, oder Koch aus dem Land. Das änderte sich mit den Indern und Arabern, die auch gerne fünf Länderküchen auf eine Speisekarte schrieben, die nicht ihre eigenen waren. So lange sie genug Konkurrenz hatten, versuchten sie sich noch an den Bevölkerungsgeschmack anzupassen. Seit gefühlten zehn Jahren, hat sich das aber geändert und jetzt diktieren sie Dir, was Du da zu essen bekommst, inkl. Ihre ungefragte Weltanschauung ohne Schwein, ohne Alkohol und in der nächsten Eskalationsstufe ohne Coca Cola, weil die Israel unterstützen, plus immer direkt in die Fresse dass alles halal ist, quasi als Beleg für ihre Überlegenheit.

Deswegen trauen sie sich jetzt auch traditionelle Salate mit Industriemayonnaise vollzuwichsen, wo sonst Essig, Öl, oder eine Zitrone gereicht hätten und das halale TK Schnitzel vom Huhn, werfen sie noch gefroren in die Fritteuse, um es dann für € 14 Euro im Pappeimer zu servieren. Falls Ihr Euch erst 2035 darüber aufregen wollt, könnt Ihr es retrospektiv hier schon mal als meine Vorhersage nachlesen und auch wie es früher ging, weil es schon immer so ging.

Zutaten:

500 Gramm Weißkohl
1 Teelöffel Salz
30 Milliliter Essig / Zitrone
50 Milliliter Rapsöl
Gehackte Petersilie

Weißkohl schneiden, oder mit der Maschine hobeln.

Salzen

Salz mit den Händen einkneten bis Wasser austritt

Rapsöl

Weißweinessig

Gehackte Petersilie

Das kannst Du jetzt sofort essen, oder auch einen Tag durchziehen lassen. Es schmeckt immer wieder anders gut und hält im Kühlschrank auch eine Woche.

Keine Sorge, ich bin noch nicht fertig mit denen, ohne Mayonnaise, ohne Dogma und immer im Dienste der guten Küche.

Viel Spaß beim Nachschnippeln und einen guten Appetit

10 Kommentare

  • Esther

    Wieder ein klassischer Salat mit einfachen Zutaten. Ich las einmal einen Spruch: „Schlichtheit ins Extrem getrieben ist Eleganz.“ Hier bleibt der Eigengeschmack nicht auf der Strecke.

    Vor zwei Wochen sahen mein Mann und ich ein neues Chinesisches Restaurant, wo außen der Hinweis angebracht war, dass die Speisen „Halal“ seien. Wir konnten uns keinen Reim daraus machen, weil in China überwiegend Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus praktiziert wird. Aber vielleicht kochen dort gebürtige Uiguren. Das wird es sein. Dann ist es die Originalkochweise, mit den tiefen Wissen von Generationen.

    Das Thema Tierwohl ist nur dann eine Gewissenfrage, wenn die Perspektive stimmt.

    Im Heim meines Stiefvaters waren keine gelernten Köche in der Küche, es waren Hausfrauen.

    • Das ist die reine Anbiederung. Hast Du schon mal einen Uiguren persönlich getroffen? Das sind immer nur Vietnamesen und dieses Halalschild ist genau worüber ich die ganze Zeit rede. Das wird von denen erwartet und die Bevökerungszusammensetzung in den Städten ist mittlerweile so, dass die das mitmachen, weil es von den Betreibern erwartet wird.

      • Esther

        Das war Zynismus von meiner Seite.

        Mein Nachbar ist Italiener, er hängt an fast jedes Wort ein “e” dran, was ich charmant finde. Er ist kein gelernter Koch, kochte in einer nahegelegenen Pizzeria. Vor einiger Zeit ging er schnellen Schrittes aufgebracht mit seiner Küchenschürze in der Hand an mir vorbei.

        Ich merkte, daß er aufgebracht war und sprach ihn freundlich an. Er erzählte mir, daß die Pizzeria von …… aus ….. geführt würde und der Umgang mit den Köchen unmenschlich sei. Noch nicht mal die Schürze wäre gestellt, darum hatte er sie in der Hand. Er hätte gekündigt. Fazit: Eine Pizzeria, nicht geführt von Italienern, kein einziger gelernter Koch.

        Soll ich da nun essen gehen, wenn ich weiß, daß Arbeitnehmer nicht gut behandelt werden? Gleich, wie ich entscheide, politisch korrekt kann’s nicht mehr werden.

        Ich sah einmal eine Doku über Sizilien und die dortige Küche. Das ist eine Kunst! Auch in Sardinien, einfach beachtlich, was für eine Arbeit geleistet wird.

        • Ja, Italien ist das gelobte Land. Sehe ich auch so. Die können aua wenig ganz viel machen, weil die Zutaten so gut sind. Das Thema hatte ich gerade im August mit dem italienischen Gemüselieferanten, den ich bei der 30 Jahre Feier beim Fruchthaus Hulsberg kennengelernt habe. Angestellt werden selten gut behandelt, das ist leider so. Italiener die das E anhängen sind die geilsten. Ich kann heute noch Trappatonis Rede auswendig.

  • Dirk H

    Lieber Glatzkoch, du sprichst mir aus dem Herzen. Mir geht der moraliserende Islamismus sowohl in der Küche und im realen Leben sowas von auf den Sack. Ich möchte grundsätzlich von niemanden religiös belästigt werden und die Belästigung fängt bei mir schon bei der Optik an.

    Vor kurzem habe ich mich mal wieder breitschlagen lassen bei so nem Frissundkotzdienst zu bestellen. Eine Ramensuppe mit einem Salat mit Rindfleischstreifen. 33 € für zwei und eigentlich mengenmäßig nur eine Portion. Geschmacklich ging es so. Aber Spass hat es keinen gemacht. Nie wieder!

    Deswegen Danke für deine Rezepte! Du ersparst mir sehr viel Zeit, weil ich auf deine Rezepte vertrauen kann. Sie funktionieren. Gar nicht zu reden von den vielen Kultur- und Kochtechniken, die du hier nebenbei zeigst.

    In diesem Sinne: frohe Festtage!

    • Vielen lieben Dank für die warmen Worte. Da ist sie wieder die Fünfländerküche. Man muss das fühlen und der Kunde muss auch merken, dass der Koch weiß was er tut und warum. Lieferdienst ist die Endstufe nach unten. Ich würde zumindest in ein Restaurant gehen und das Essen nicht noch auf dem Heimweg kalt und zerrig und pappig werden lassen.

      • Dirk H

        Man muss ja nicht jeden Scheiss mitmachen. Und wenn die Leute den Scheiss essen wollen, dann sollen sie halt. Wir können kochen und das ist gut so 😉

        • Gott sei es gedankt ;-). Ich glaube, ich gewöhne mir diese dämlichen Termini auch in jedem Satz an. Das finde ich so zum Kotzen und weltfremd dumm, mein Gegenüber immer noch extra lange zu beschäftigen mit dem ganzen überflüssigen Geschwätz, auf was man schwört und wer einem bei der Ausführung der Aufgaben hilft. Einfach pünktlich, ehrlich und fleißig würde mir schon reichen, ohne es immer extra betonen zu müssen. Das gibt mir sowieso immer zu denken, warum jemand immer darauf hinweist, was für mich selbstverständlich ist.

  • UID

    Du sprichst mir aus der Seele. Dass der stolze Beruf des Kochs immer mehr durch bloßes Aufwärmen von Industrieware ersetzt wird, ist ein Trauerspiel. Wer 14 Euro für ein liebloses TK-Schnitzel verlangt, hat das Handwerk nicht verstanden. Es wird Zeit, dass echte Qualität und Fachwissen wieder den Vorzug vor „Wischiwaschi“-Küche erhalten.

    • Das Problem sind die Kunden, die selbst auch nicht kochen können und dann sowas noch als lecker loben. Ist ja oft so, dass das Leben leichter zu ertragen ist, wenn man dumm ist. Das ist einfach eine Unverschämtheit wie die Schnitzel vermurkst werden. Da klebt die Panierung so am Fleisch und bewegt sich keinen Milliliter hoch beim Ausbacken. Wenn es trotzdem gekauft wird und niemand etwas sagt, denken sie halt, dass sie damit durchkommen. Wenn ich sowas moniere, dann werde ich immer angeschaut, als wenn ich einen an der Klatsche hätte und mich mal nicht so anstellen soll.

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