Gochujangnudeln
Mein liebster Gegner ist ja immer alles was so uniform und doof ist. Tütenessen, Dosenfutter, TK Rotze. Wer das benutzt erzählt ja immer gerne wie beschäftigt, überlastet und am Limit man wäre und als wenn das nicht reichen würde, bestraft man sich dann im Gegenzug noch damit, etwas zu essen was einem den Tag nicht rettet, sondern genau da anknüpft womit man schon im Morgengrauen angefangen hat. Ich habe schon immer 50 bis 60 Wochenstunden gearbeitet und versucht das nicht in Mühe ausarten zu lassen und vor allem war mir immer der Ausgleich wichtig. Bewegung ist wichtig, aber Essen und Schlafen sind genau so bedeutend. Einfach mal den Geist erfrischen. Das kann kaltes Wasser im Gesicht sein, oder ein Essen das den ganzen Menschen fordert. Wenn ich Euch sage, dass man das im Idealfall nach 10 Minuten essen kann, welches Fertiggericht kann das toppen?

Zutaten:
Gochujang (anklicken)
500 Gramm Nudeln, egal welche
3 Esslöffel Salz auf 6 Liter Wasser
1 Kelle Nudelwasser für die Nudeln vor dem Servieren
80 bis 100 Gramm Butter
1 bisschen Grünkraut

Gochujang ist eine koreanische Würzpaste, die man sich in zwei Minuten selbst anrühren kann, oder Ihr habt die einfach fertig selbst gemischt im Kühlschrank stehen und immer griffbereit, weil es damit viel anzustellen gibt. Ich habe beim Handelshof im Abverkauf ganz dünne Nudeln gekauft, die nur zwei Minuten kochen müssen. Das ist so ähnlich wie asiatische Nudeln und am Ende ist das kein Dogma, sondern man braucht halt ein paar Nudeln, damit die Soße eine Plattform zum Verschärfen hat.

Gesalzenes Wasser zum Kochen bringen

Wenn das Wasser kocht kommen die Nudeln ins Wasser

Kochzeit zwei Minuten

Butter in einem Topf schmelzen

Nudeln abkippen, aber einen Teil des Kochwassers auffangen

Eine Kelle des salzigen Kochwassers abschöpfen

Wasser zur Butter in den Tiegel geben

Jetzt entscheidet Ihr selbst wie scharf die Nudeln werden, durch die Menge Gochujang, die Ihr verwendet

Gerne auch mehr, aber ich habe das für meine beiden jüngsten Kinder gemacht

Alles vermischen

Flüssigkeit mit den Nudeln vermischen

Das zieht auch wundersame Weise noch in die Nudeln ein und gibt einen würzigen Film darauf.

Noch ein bisschen Grünkraut wie Lauchzwiebeln, Petersiliue, oder Koriander darüber verstreuen. Röstzwiebeln passen auch gut

Ich verspreche Euch, dass das ein echtes Suchtessen ist. Das ist so brachial lecker und so einfach und das macht wohl auch den Kick aus, dass man sich nicht vorstellen kann, wie toll so ein einfaches Essen schmecken kann.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.
Das ist der erste Schritt zu Asia-Fertig-Nudel-Päckchen 😉
Warum auch nicht?
Wenn die Chemie der Tütchen gemieden wird,
ist das nun mal saulecker.
Ich lebe noch.
Als ich noch selig ahnungslos war,
hab ich die Asia-Tütchen aus dem Asia-Laden
dauernd gefressen, mit irgendwas “Grünes”.
Meist Tomate oder Paprika.
Den chinesischen Aufdruck konnte ich eh nicht lesen.
Da war die Ahnungslosigkeit dann doppelt gesichert.
Heute fress ich die nimmer,
ich mach mir das selber.
Irgendwie auch bescheuert.
Damals, als es wichtig war,
wegen Wachstum und so weiter,
hab ich das Zeug kritiklos gefressen.
Heute, wo ich Bescheid weiss,
würde es mir nicht mehr wirklich schaden,
aber ich ess es nicht mehr.
Damals: Es war so schön anders,
im Supermarkt gab es sowas gar nicht.
Nur diese komische
Spaghetti-Tomatentüte-Packung,
die ich schon damals ablehnte.
Diese dünnen Nudeln,
oder auch vorgekochte normale Nudeln,
irgendeine leckere Würzsosse,
ein bisschen Grünzeug,
damit es lecker knackt,
und fertig ist mein altes Lieblingsgericht.
Je mehr Sport man treibt,
desto mehr davon verträgt man.
Mit dem Wissen von heute
würde ich mich damals
an solchen selbstgemachten Nudelgerichten
dumm und dämlich gefressen haben 🙂
Ich habe von Freilinger Sonderposten immer ein paar Kartons Asianudeln im Schrank für die Brut, aber die kaufen sich auch das “teure” Zeug im Supermarkt und machen sich das nach der Schule. Deswegen versuche ich denen die Alternativen aufzuzeigen. Ich mag das auch, verzicht aber.
Genau so einfach wie Carbonara, die mache ich auch gerne mit Capellini.
Mit so scharfer Würzpaste brauche ich hier leider nicht anzukommen.
Einfach ausprobieren. Die schweren Fälle gewöhnen sich auch daran
“Ooh ist das scharf!” // “Nein Schatz, das ist nicht scharf, ich merke gar nichts.” // “Aber die roten Punkte, das ist Chili!” // “Nein Schatz, das ist kein Chili, das sind Paprikaflocken, ehrlich.”
Hatte ich gerade am Wochenende mit meinem Freund Enrico, der sich beim Bohnensalat nicht an die Spitzpaprika getraut hat, weil er die für Peperoni gehalten hat. Die Schärfe kam von ganz woanders.
@Ralf: Die Schärfe ist ja einstellbar
bei selbstgemachter Sosse 🙂
und ja, Jörg,
man gewöhnt sich
und verträgt immer schärfer…
Wenn ich denke was ich vor 30 Jahren an Schärfe vertragen habe und heute. Da ist schon ne Menge Unterschied.
Stimmt, an Schärfe kann man sich gewöhnen.
Vor Jahren kochte ich einmal Indisch, meine Mutter war vorbeigekommen. Der Topf kochte auf dem Herd vor sich hin, ich räumte etwas in einem anderen Zimmer ein, plötzlich war ein Röcheln zu hören.
Zuerst dachte ich, meine Mutter hätte einen Herzinfarkt und lief zurück zur Küche. Sie hatte sich einen Löffel geschnappt und probiert. Ich hätte sie vorgewarnt, aber so……
Sie schnappte nach Luft und meinte: “Du bist wahnsinnig!”
Ich gab ihr eine Banane, das neutralisiert etwas.
“Unser” Inder, den wir seit fast 3 Jahrzehnten besuchen, meinte, daß wir selbst ihn darin überholt hätten, außerdem kenne er keine zweite Frau, die das so verträgt.
Wir lachen immer viel zusammen und haben den gleichen Humor.
Wer scharf essen kann, ist auch sonst nicht so ne Fotze. Das gilt auch für Männer
Ich lache gerade laut, Du bist ‘ne Nummer! Dich – Jörg – und scharfes Essen muß man vertragen. Ich kann beides, und das sehr gern.
Wobei ich früher als junge Lady scharf war, heute hingegen lediglich scharf esse. 😉 Alle hat seine Zeit, sagte König Salomo.
Ich hatte vor ein paar Wochen ein relativ traumatisches Erlebnis. Ich bin jetzt wegen meines Beines und des Allgemeinzustandes beim Rehasport. Dort habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig alt gefühlt, weil da nur alte Leute waren und nur Frauen, die gefühlt meine Mutter sein könnten, bei denen meine Rute nicht ausgeschlagen hat. Das ist sehr verstörend
Das kann ich nachvollziehen. In der Reha lief es ähnlich, obwohl ich dort die alte Schachtel war. Es war nicht die Einrichtung, es lag an den Zombies.
Darum möchte ich nicht ins Altenheim, auch wenn ich selber alt und gebrechlich sein sollte. Es ist nicht mein Ding, über Krankheiten zu reden. Wichtig ist der Kopf. Wenn er jung ist, ist alles andere egal.
Mein Mann meinte allen Ernstes, ich solle ihn umbringen, bevor er ins Heim käme. Klar, ich drücke ihm ein Kissen auf’s Gesicht und gehe anschließend auf den Wochenmarkt Obst einkaufen.
Aber ich weiß, was er meint.
Jörg, mit Deinen Kindern und später Enkeln wird Du immer jung bleiben. Mach’ Dir keine Sorgen. Und ich halte in Köln die Stellung, als schrille alte Schnalle. 😉
P. S. : Beim ev. Verlust von Schönheit beim Älterwerden – hässlich kann charmant sein. Eine Freundin hatte eine Tante, die potthässlich war und immer die schönsten und betuchtesten Männer um sich hatte. Das Geheimnis der Dame war: Sie lebte gerne und liebte schamlos. Genau das machte sie attraktiv.
Ich habe persönlich keine Angst Schönheit zu verlieren. Ich habe mich nie über mein Aussehen definiert und musste immer als Ganzes glänzen, um wahrgenommen zu werden.