Zucchinipuffer

Meine Schnekerliese ist siebzehn geworden und hat Ihren Geburtstag groß im Garten gefeiert. Es waren jede Menge Gäste da und ein junger Mann schleppte eine große Zucchini an. Alle waren ein bisschen über das Mitbringsel erstaunt, aber ich fand das super. Seine Eltern sind Spätaussiedler aus Russland und weil die häufig in Sibirien, oder Kasachstan auf dem Land gelebt haben, bauen sie auch in Deutschland oft selbst Gemüse an. Ich habe in meinem Berufsleben immer wieder Kolleginnen mit der gleichen Herkunft gehabt und die haben in der Erntesaison regelmäßig ihr näheres Umfeld mit ihrer Ernte versorgt, wenn es den Eigenbedarf überstieg. Meine Familie unterstellt mir, dass das Sterotypen wären, aber wieso muss man so negativ darüber urteilen, wenn ich über positive Erlebnisse berichte, dass Menschen im Gegensatz zu mir Ihr Saatgut nicht nur verschwenden, weil es am Ende auch irgendwas zu ernten gibt? Lange Rede kurzer Sinn, ich musste mir irgendwas einfallen lassen, was man mit der Bolschewikenzucchini anstellen könnte. Ich habe leckere Zucchini für die fleischfrei Fraktion zubereitet. Man kann damit auch ein Steak begleiten.

Zutaten:

1 Kilo Zucchini
1 Tüte Backpulver
1 Teelöffel Salz
1/4 Teelöffel Chiliflocken
1 Zwiebel
1 Prise Muskatnuss
4 Eier
7 Esslöffel Mehl
1 Liter Rapsöl
Gehackte Petersilie zum Servieren

Gleitmittel:

250 Gramm Quark 40 %
200 Gramm Creme fraiche
1/2 Teelöffel Salz
Chiliflocken
Saft einer halben Zitrone

Zucchini halbieren

Kerne ausschaben

Es sind um die 1000 Gramm Fruchtfleisch. Die Schale ist so knüppelhart, mit der kann man nichts zum Essen herstellen, aber höchstwahrscheinlich daraus kugelsichere Westen herstellen.

Kerne mit dem Esslöffel ausgeschabt

Ich verwende eine Standreibe

Zucchinhälten längs zerkleinern, damit sie besser zu reiben sind

Zucchini bis möglichst nah an die Schale zerkleinern

Zucchini in eine Schale geben

Eine Zwiebel abziehen

Zwiebel zerkleinern

Zwiebel zur Zucchini in die Schale geben

Muskatnuss reiben

Salz

Chiliflocken

Mehl

Vier Eier

Alles verkneten. Der Teig soll nicht zu klebrig sein, notfalls nachmehlen

Backpulver

Teig eine halbe Stunde stehenlassen, damit sich die Zutaten verbinden

Rapsöl daumenhoch in die Pfanne geben und bei Vollgas erhitzen

Wenn Blasen am Holzlöffel schnell sprudeln, ist die Temperatur gut.

Puffermasse in zwei Pfanne ausbacken. Ich nehme die Masse mit einem Esslöffel aus der Schale und gebe die flächig in die Pfanne.

Wenden nach drei Minuten und dann noch einmal drei Minuten die Rückseite ausbacken. Backofen auf 80 Grad einstellen und dort die Zucchinipuffer warmhalten, bis die ganze Masse verbacken ist.

Als Begleitung gibt es eine Mischung aus Quark und Creme fraiche.

Fertige Zucchinipuffer kommen in den Backofen und warten dort auf die nächsten

Quark und Creme fraiche

Salz und Chiliflocken

Saft einer halben Zitrone

Alles verrühren

Dann kann gegessen werden

Zucchinipuffer mit einem Klecks Quark und Schmand servieren und mit gehackter Petersilie bestreuen

Ein schönes Zusammenspiel aus knuspriger Kruste mit einem zarten Innenleben. Die Kombination schmeckt wirklich gut und das ist bei meiner Familie sehr gut angekommen

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

11 Kommentare

  • Aussiedlerbub

    Der junge Mann hat deiner Tochter ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht, das
    man nicht als schräg abtun sollte ( was du übrigens ausdrücklich nicht machst, weil du
    verstehst, dass sowas mit Liebe gezogenes nur an Leute geht , die man sehr wertschätzt).

    Ich hab ja keine keine Ahnung, wie “nahe” dieser junge Mann deiner Schnäkerliese steht,
    aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er ein großes Herz hat.
    ( Mal unter uns; jemandem, der sowas schätzt zu unterstellen er sei von Stereoptypen geleitet finde ich echt ne krasse Nummer. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen,
    aber das ist genauso engstirnig und kleinkariert, wie diese unfassbare Geschichte von
    dem jungen astreinen bayrischen Reggaemusiker, der wegen massiver Proteste von
    der Setlist eines queeren Musikfestivals gestrichen wurde, weil seine üppigen blonden (!)
    Dreadlocks ” kukturelle Aneignung” seien. Solche Ereignisse machen mich einfach nur
    unfassbar traurig.
    Gerade stellt sich mir die übrigens exakt dieser Logik fogende Frage, ob denn dann
    bei Männern die Frauenkleidung tragen nicht ebenso der moralisch verwerfliche
    Tatbestand der ” modischen Aneignung” angemessen ist ? Ich finde schon. )

    Egal,
    die Zucchini Fritters sehen lecker aus und die Kategorie Gleitmittel in der Zutatenliste
    hat mich sofort sowohl sprachlich als auch inhaltlich überzeugt.
    Allerdings sollte man tunlichst petrolhaltige Materialien wie Vaseline vermeiden.
    Da gibt es andere , natürlichere Produkte, die für beide Verwendungszwecke deutlich besser geeignet sind.
    Ich mag jetzt aber keinerlei Empfehlungen abgeben; da darf ein Jedes mal der eigenen
    Phantasie freien Lauf lassen.
    Viel Spaß beim sinnieren….

    • Der junge Mann darf schon mal bei uns mitessen, ist aber nicht im Roulette der Galane. Das ist halt meine Familie. Vier Kinder vom Gymnasium und eine Diplomsoziologin am Tisch. Da ist auch eine Vietnamesin im Freundeskreis. Da sind auch immer alle ganz schnell pikiert, wenn ich Ihr unterstelle, dass sie bestimmt scharf isst weil sie das eher gewohnt ist, als deutsche Kinder (außer meine eigenen). Das darf man aber auch nicht mehr sagen. Dann hat sie einen für deutsche Ohren “lustigen” Vornamen nämlich “Ahn”. Wenn die am nächsten Tag einen Hangover haben, weil sie sich wieder literweise süße Plörre mit Alkohol reingeschüttet haben, sage ich dann schon mal, wer hätte das “Ahn”en können, dann bin ich auch wieder der alte weiße Mann. Früher war irgendwie lustiger.

      • Dirk H

        Früher war deutlich lustiger, weil nicht so verklemmt. Ich meine die Zeit 1990 bis 2010.

        Mir geht’s wie Dieter Nuhr. ich fühle mich eingeklemmt zwischen zwei Generationen von Spießern. Gemein ist beiden Generationen die Intoleranz und Humorlosigkeit gegen über Andersdenkenden.

        Deswegen liebe ich deinen Blog so. Hier wird auch mal hemdsärmeliger formuliert.

        • Ich habe heute gerade Dieter Nuhr gehört, als er den Irrsinn beschrieben hat bei einem bayrischen Volksfest, dass da solche linksgestricken Genderclowns bei einem Volksfest verboten haben, dass Layla und Skandal im Sperrbezirk gespielt wurden, weil das die Prostituion verharmlosen würde. Die haben doch echt einen Sockenschuß

          • Barbara

            Heino hat letztes Jahr auf der Wiesn die Layla gesungen und das Zelt hat getobt. Mal sehen, ob unser Bürgaymeister, das Milchbrötchen Krause, der so gerne Rum verbietet, den Heino an der Stadtgrenze abfängt.
            Die Spider Murphy Gang lässt sich bisher nix verbieten, ja leckst mi am Oarsch.

  • Esther

    Das Wort “Mädels” ist nun auch unter Beschuss. Alle Damengruppen reden von sich als “Mädels”. Das ist einfach so, schon seit Jahrzehnten. Jetzt schreibt man erwachsenen, gestandeten Frauen vor, die auf Spaßmodus sind, wie sie sich gegenseitig zu bezeichnen haben, wie sie das einzuordnen müssen.

    Ich bin so orientierungslos, wie soll ich die Ladies nun liebevoll benennen, etwas das “F”-Wort, das ist doch auch nicht okay, oder???? 😉
    Menstruierende? Nein, das grenzt aus. Vor allem Männer. Außerdem auch mich. Nur zur Sicherheit, ich bin kein Mann, ich bin nur alt.
    Wie wäre es mit “Sitzpinkelnde”? Selbst Hundedamen senken ihren Hintern beim Strullern ab. Es gibt Ausnahmen, daß sind dann Rüdinnen. 😉

  • Haifisch

    Je nu, wenn wir keine Probleme haben, dann schaffen wir uns welche.

    Wir haben zwar jede Menge kaum lösbare Probleme,
    aber wir brauchen unbedingt noch ein paar scheinbar lösbare.

    Diese ganze “verboten”-Schreier habe ja leider recht,
    aber das zugehörige Problem wird nicht durch Verbote gelöst.
    Wenn ein Söder die Regierung mit einem Fussballclub vergleicht,
    dann sieht man schon, das Problem ist sehr tief in der Gesellschaft verankert.
    (die Mehrheit der Fussballclubs sind männlich, immer noch).

    Ja, wir sind eine zutiefst patriarchalisch agierende Gesellschaft.
    Ja, wir bemühen uns, das wahrzunehmen und zu ändern.
    Ja, es gelingt – mal mehr, mal weniger.
    Aktuell geht der Trend in Richtung weniger.

    Ich hab mal Filme aus den 80igern angeguckt.
    Die Damen sind dort teilweise nur kreischendes Beiwerk.
    Das habe ich vergessen, verdrängt.
    Verglichen mit modernen, aktuellen Filmen ist da ein Fortschritt zu sehen.
    Nur im Alltag habe ich gefühlt den Eindruck, es geht wieder rückwärts…

    • Dirk H

      Hi Haifisch,

      in der Analyse stimme ich dir ja zu. Geh mal zurück in die 60iger. Ich glaube es war die erste Folge des Kommissars. Da nennt er seine Ehefrau “dumm”. Da war vieles im Argen. Diese toxische Männlichkeit ging mir schon damals auf den Sack.

      Ich bin ein großer Fan der Gleichberechtigung – aber auch Verpflichtung. Wenn wir uns nicht zu Tode differenzieren würden, sondern uns einfach als gleichberechtigte Menschen mit individuellen Besonderheiten verstehen würden, wäre weniger im Argen. Wenn wir er uns dann noch erlauben würden, uns wechselseitig Hops – wegen unseren individuellen Besonderheiten – zu nehmen und nicht immer so schrecklich verletztlich täten, wären wir der Glückseligkeit noch ein Stückchen näher.

      Grüße in die Runde!

      • Aussiedlerbub

        Der Mann hat absolut recht.
        Das Leben könnte um so vieles entspannter und friedlicher sein, wenn man einfach mal alle ihr Ding machen lässt, solange sie niemandem Schaden zufügen.
        Was die für Klamotten tragen oder wie und wo sie ein erfülltes Liebesleben oder halt selbstgewollt eben gerade nicht ausleben kann einem doch total egal sein.
        Und wenn die versammelte Truppe sich mal zu einem sich ziemlich verboten
        anfühlenden Serienmarathon im Hinterhof zusammentäte um heimlich
        Bingewatching mit ollen ” Ekel Alfred ” VHS Kasetten zu gucken und sich über diesen Hanswurst schlappzulachen wäre das genau nach meinem Geschmack , nicht unbedingt wegen der Filme, aber wegen der Humorfähigkeit.
        Aber ich fresse nen Besen, wann dann nicht doch noch irgendein Nachbar
        angeschissen kommt , weil ihm daran irgndwas nicht passt.
        Nanchmal denke ich mir, das liegt an der Menschlichen Natur. Wäre schade…

      • Haifisch

        Dirk H, Danke für die direkte Antwort,
        die mir total aus dem Herzen spricht.
        Alle mit ihren Besonderheiten akzeptieren,
        und schon entfällt das Ausdifferenzieren bis ins letzte Atom.
        Und ein bisschen Spaß darf sein,
        wenn es nicht immer auf Kosten des Anderen geht…
        Anders formuliert: wenn es jeden mal trifft…

        60iger-Jahre – das stimmt, was Du sagst.
        Da wusste nur der Ehemann, was die Frau will,
        weil die selber ja zu dumm war.

        Es gab da so eine unsägliche Verkehrssendung
        ich glaube “der 7te Sinn”, in den 70igern,
        die heute noch auf youtube vorhanden ist.

        Dort wurde ernsthaft behauptet,
        Frauen können nicht einparken.
        Sie KÖNNEN nicht.
        Nun, Etwa 60 Jahre später
        dürften Millionen Frauen bewiesen haben,
        dass da öffentlich rechtlicher Unsinn war.

        Ich hatte mir die 80iger gegriffen,
        weil ich aus aktuellem Anlass
        ein paar der Filme Alain Delons nochmal geguckt habe.
        Und da war mir das so richtig krass aufgefallen.

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