Soße nach Art eines fahrenden Balkanvolkes
Beim Bananen Fred auf dem Wochenmarkt war Paprikaschwemme. 5 Kilo Paprika für 5 Euro. Die werde ich bei mir zuhause immer los. Die kann ich ergebnisoffen kaufen und dann lasse ich mich durch Familienwünsche inspirieren, oder gebe auch schon mal den Takt vor, wenn ich eine Idee loswerden möchte. Der Ursprung für dieses Rezept ist eine ganze Serie von Side quests, die am Ende zu einem großen Ganzen werden. Ich nenne es mal, alles was gut zum Schnitzel passt. Wir müssen da nämlich ganz heftig aufpassen, dass wir in zehn Jahren in Deutschland noch so essen können, wie man in Deutschland isst. Das sagt einem der Blick in das Straßenbild, ich habe nicht Stadtbild gesagt und ein Blick darauf, wer hier den Ton in der Gastronomie angibt und wie sich immer mehr ungelernte Menschen an den Herd stellen und auch ohne die deutsche Küche nur ansatzweise verstanden zu haben, fröhlich drauflos verkaufen, Salate mit Industriemayonnaise schänden, Tiefkühlschnitzel in der Fritteuse garen, Mac’n Cheese damit verkleistern und als wenn das nicht reichen würde, sowas für 14 Euro im Pappbecher servieren und selbst da noch mit Plastiksoße drüberwichsen, aber Hauptsache halal. Man sieht mich ein wenig genervt und ich möchte mir hinterher nicht vorwerfen lassen müssen, nichts gesagt zu haben.

Zutaten:
3 Spitzpaprika
2 weiße Zwiebeln
50 Milliliter Rapsöl
50 MIlliliter Tomatenmark
1 Peperoni
1 Teelöffel Salz
1 Prise Chiliflocken
200 Milliliter Wasser
1 Esslöffel Mehl
50 Milliliter Rotweinessig
3 Lorbeerblätter
6 Wacholderbeeren
Optional Zucker (hier nicht)
3 Esslöffel gehackte Petersilie

Man kann die Zutaten mit der Maschine zerkleinern, oder mit der Hand schneiden

Zwiebeln abziehen und Paprika waschen

Kappen abschneiden, Zwiebeln halbieren damit sie durch den Einzug der Maschine passen

Zwiebel hobeln

Paprika hobeln

Das geht schnell, so oder so.

Topf mit Rapsöl bei Vollgas erhitzen

Paprika und Zwiebeln ins heiße Öl geben

Alles glasig anschwitzen

Tomatenmark

Tomatenmark unterrühren

Tomatenmark anrösten

Salz

Peperoni

Chiliflocken

Alles reduzieren und auch Röstaromen einplanen

Wacholderbeeren und Lorbeerblätter

Mehl für die Bindung

Rotweinessig

Wasser

Herd läuft immer noch auf Vollgas

Aufkochen und andicken lassen

Wenn es kocht., die Herdplatte reduzieren und leise einkochen lassen. Mindestdauer 20 Minuten. Jeder weitere Sekunde dient dem Gesamtergebnis.

Petersilie hacken

Petersilie streue ich direkt vor dem Servieren ein

Damit man das Rezept auch über Google findet, sage ich hier noch einmal laut Zigeunersoße, Balkansoße, Deine Muttersoße.

Hier sind die Schnitzel, selbst paniert, in der Pfanne in Öl schwimmend ausgebacken und 100 % haram

Natürlich unter der sensationellen Sauce à la zingara serviert, auch wenn man in Österreich dazu schon wieder tausend Tode vor dem Bildschirm stirbt.

Auf diesem Teller mit amtlichen Röstkartoffeln, aber es erwartet Euch noch ein richtiger Salatreigen und kein Mac’n Cheeseverbrechen an der Kulinarik. Diese Paprikasoße ist einfach nur lecker. Hat eine gute Fließgeschwindigkeit, ist angenehm salzig, würzig, gesäuert, mit wahrnehmbaren Paprikastücken und Zwiebeln.

Die Soße kickt anders, ohne Plaste und Elaste, nicht aus dem Glas wie in der schlechten Schlachterei mit Mittagstisch, oder bei allen anderen Panschern die nur erwärmen. Warum eigentlich, wenn es so einfach ist, wie hier beschrieben?

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetiti
https://www.youtube.com/shorts/itp1xtVw4y8
Du hast ja kein TikTok. Da kannst du sie alle sehen. Die ganzen langbärtigen Typen, die sich benehmen wie in Deutschland auf dem Dorf vor 50 Jahren, die immer gucken, was andere machen und das beurteilen und verurteilen und in einem permanenten Wettbewerb sind, wer der bessere Moslem von Ihnen ist. Der ist bestimmt auch bei YouTube, weil der mich am meisten ärgert. ich geh mal schauen
Jörg, da traust Du Dich aber was 😉
Aber ich muss zugeben, ein ähnliches Rezept ist bei mir auch unter “z” abgespeichert, nur das ich Brühe anstatt Wasser nehme.
Ich hoffe Du machst noch lange weiter so, Respekt für die tolle Arbeit hier.
Grüße
Ralf
Wer soll es sonst machen, wenn ich das nicht tue?
Kürzlich Mal wieder in der Metro gewesen. Da studiere ich immer die Neuzugänge an Convenience. Für die da einkaufenden “Gastronomen” bleiben immer weniger Wünsche offen. Mit Stangenei fing es an und endet noch lange nicht mit dem vorportionierten Apfelstrudel. In der lokalen Presse las ich von der Neueröffnung eines Restaurants wo der Betreiber sagte, dass soviel wie möglich selbst gemacht würde. Tja, wie viel sieht der Gastronom denn als machbar an?
Wir waren fast zwei Jahre nicht mehr aus zum Essen. Für die Summe die in der großen dummen Stadt dafür aufgerufen wird, mache ich nen Wocheneinlauf.
Döner und Konsorten mag ich eh nicht. Und zum Inder bringt mich auch keiner.
Spendiere ein *k*
Haut mich nicht, aber ich liebe indisches Essen. Was ist so schlimm daran?
Die Sauce klingt aber auch sehr gut, danke für das Rezept! Spitzpaprika finde ich auch klasse, ich wünschte, ich hätte auch einen Bananen-Fred!
Jessica, mein Mann und ich lieben das Indische Essen, auch Thailändisch und vor allem Äthiopisch.
Gegen thailändisch und Ethiopisch spricht ja auch überhaupt nichts, so lange es authentisch ist. Ich esse kein Thaifood, weil die immer mit ihrer Fischsoße rumsauen, aber wer das mag, bitteschön.
Wieso hauen? kann jede/r seine/ihre Meinung haben, ich liebe auch indisches Essen, nur leider hab ich selten auswärts gut indisch gegessen; aber so nen einfaches Dal mit Panch phoron, Chilischote, Knoblauch, Zwiebeln, dazu Reis und z.b. Blumenkohl, das ist schon ein Fest 🙂
Jede Länderküche hat ihre Berechtigung und wenn man sie nachkocht, dann soll man sich nicht daran vergehen
Gegen indisches Essen ist gar nichts zu sagen, wenn es authentisch von Indern gemacht wird
In unserem Lieblingsresaurant kochen Indische Köche. Es sind seit vielen Jahren die Gleichen, die Küche ist offen einsehbar.
In dem Äthiopischen Restaurant kocht eine Äthiopische Frau, die auch die Gewürzmischungen selber zubereitet, wie man es seit langem in ihrer Familie macht. Das schmeckt man und das gefällt mir.
Als wir auf einer kleinen Griechischen Insel wegen Sprachschwierigkeiten in die Küche durften, kochte eine alte griechische Oma. Das war der Hammer. Besser haben wir nie mehr Griechisch gegessen.
Und mein bester Kaiserschmarrn kam von meiner Freundin, eine waschechte Wienerin, die das von ihrer Oma lernte.
Ich möchte niemandem den Appetit verderben.
Es ist ja schon bei hiesigen Köchen nicht immer sicher, ob sie sich die Hände waschen nach gewissen Verrichtungen. Inder haben nochmal eine spezielle Hygiene, das stößt mich ab.
Man könnte argumentieren “es verkocht sich”, aber nee. TikTok Videos zu Indien geben mir nicht eben mehr Zutrauen. Kulinarische Erfahrungen in Afrika habe ich ein bisschen, überzeugt mich geschmacklich null.
Thai Food liebe ich, vietnamesisch auch.
Ich schaue mir immer die Salmonellenrebellen an. Da gibt es immer Streetfood aus aller Welt, zum mitgruseln. Muss man mit einer Prise Humor nehmen