Gyros vom Schweinenacken – mit selbst gemachtem Gewürz

Ich hatte diesen schönen Strang Schweinenacken und habe meine Frau gefragt, ob ich Schnitzel panieren, oder lieber Gyros daraus machen soll. Zu meiner Überraschung sagte sie mir, dass sie Gyros bevorzugen würde. Eine gute Wahl die Dame, denn es ist frisch vom selbst gemischten Gewürz, bis zum leckeren Fleisch auf dem Teller.

Zutaten:

1,6 Kilo Schweinenacken
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Petersilie
1 Esslöffel Thymian
1 Esslöffel Rosmarin
1 Esslöffel Paprika
1 Majoran
1 Esslöffel Oregano
1 Teelöffel Chiliflocken (oder weniger)
1 Esslöffel Bohnenkraut
1 Zitrone
3 Knoblauchzehen
4 Esslöffel Olivenöl

Gemüse mit Reisnudeln (anklicken)

Zaziki (anklicken)
Pommes frites (anklicken)
Fladenbrot (anklicken)

Schweinenacken in Scheiben schneiden.
Scheiben zu Streifen verarbeiten
Kleine Würfel aus den Streifen schneiden.
Nun mixen wir selbst das Gewürz, dann wissen wir was drin ist und vor allem, dass kein Deppenzeug wie Mononatriumglutatmat aka Hefeextrak drin ist.  Das wird gerne in Fertigmischungen verbastelt, weil es das Fleisch zart macht. Leider macht das aber auch dumm, wenn man das vorher noch nicht war. Aber meistens war man es vorher schon, wie intensive Recherchen in Kochgruppen ergeben haben. Stichwort, wieso soll man sich die Mühe machen, kann man doch alles kaufen?
Salz
Petersilie
Majoran
Oregano
Rosmarin
Hier mal ein Blick auf die Gewürzmischung, damit nicht immer nur die Verpackung zu sehen ist.
Chiliflocken. Wer ein Schärfemädchen ist, nimmt halt weniger
Bohnenkraut
Alles vermischen
Das ist so einfach und so schnell, da weiß ich echt nicht, wieso meistens mit Fertiggewürz gearbeitet wird? Mir geht es auch darum, dass es bei meinem Nachbarn nicht so schmecken soll, wie bei mir. Deswegen kaufe ich weder den Shit mit den Doofmachern, noch die Besserverdienergewürzmischungen von Ankerkraut, bis just spices. Das benutzt keiner der wirklich kochen kann. Dann wüsste er mit seinem Geld etwas Besseres anzufangen, plus der Faktor, wieso Wert auf gutes Essen und gute Zutaten legen, wenn man dann so ein Lemming ist, der den zweitwichtigsten Teil nach der Zubereitung nicht beherrscht?
Fleisch lagert in einer großen Schüssel
Gewürze dazu kippen
Den Saft einer Zitrone
Haaaaalt ich habe noch Paprika gefunden….
Also Paprika edelsüß
4 Esslöffel Olivenöl
‘Das ist eine frische Knoblauchknolle. Die nehme ich gerne, weil sie so frisch schmeckt.
Statt Zehen, nehme ich auch häufig von dem Stiel, der so wie eine Lauchzwiebel aussieht.
Alles zum Fleisch geben und vermischen. Am besten mindestens eine Nacht übernachten lassen, gerne auch länger.
Pfanne knallheiß erhitzen.
Man soll eigentlich nicht mehr als 500 bis 600 Gramm in der Pfanne gleichzeitig anbraten. Meine Edition 8 von die Pfanne.com, kann aber auch das.  Dauert ein bisschen länger als 500 Gramm, wenn man 1,6 Kilo auf einen Rutsch anbrät, aber geht schneller, als wenn man es in drei Durchgängen tun würde.
Herd läuft volle Pulle auf der größten Platte.
Parallel koche ich  Reisnudeln mit Gemüse und kümmere mich um Zaziki und Fladenbrot, wenn das noch nicht fertig ist. In diesem Fall ist das zweite Fladenbrot des Tages, gerade frisch aus dem Ofen gekommen
Das Fleisch gibt erstmal Flüssigkeit ab, die wegbraten muss.  Alle paar Minuten wenden und darauf achten, dass Röstaromen entstehen. In dem Maße, wie das Fleisch gart, nehmen wir die Temperatur zurück, damit es nicht trocken wird und das Fett sanft ausgebraten wird und dem Gyros am Ende ordentlich Saftigkeit lässt.
Das Gemüse wird langsam. Ist Euer Zaziki schon fertig??? Ich mache aus noch ein paar Zwiebelringe, die ich frisch auf das Gyros lege. Das mag ich sehr.
Das Fleisch ist super zart und hat eine schöne Farbe.
Das Fleisch ist jetzt eine gute halbe Stunde in der Pfanne. Reisnudeln fertig machen
Pommes frites für die Brut, die wissen es halt noch nicht wirklich besser.
Gemüsereisnudeln auf den Teller geben.

Fleisch dazu anrichten, mit glatter Petersilie bestreuen, Zaziki ebenfalls auf den Teller geben.
Zwiebelringe wie beim Griechen.
Das ist Urlaubsgefühl pur, ohne Deppenküche. Kein Gyros aus dem Beutel, kein Deppengewürz, der pure Genuss. Das merkt jeder beim ersten Bissen, selbst wenn er /sie vorher noch nie sowas in der reinen Version gegessen hat.
Darauf könnt Ihr Euch schon freuen. Mit den Resten des Gyros versenke ich diese ganzen Landfrauenfotzen, mit ihren Tütensuppen, Unmengen von Fett, krausen Temperaturen und schrägen Garzeiten, die meinen dass man auch ohne Ahnung, total supie kochen kann. Nein, kann man nicht, aber ich lasse mich dafür nirgendwo mehr rauswerfen, sondern das dürft Ihr über SEO finden. Gyrossuppe, Landfrauenrezepte, Kackbratzen, Nixkönner, Plaste und Elaste, fickt Euch Landfrauen. Ach ja, die ganz schlimmen Kochnieten erkennt man daran, dass sie Sauce hollandaise, natürlich aus dem Tetrapac, oder von den üblichen Verdächtigen, zu Gyros essen, auch gerne auf Pizza. Das ist IQ unter Raumtemperatur.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

20 Kommentare

  • Ingo O.

    Moin Jörg,

    in Deiner Zutatenliste kommt Paprika zweimal vor.

    Ansonsten super Rezept. Gyros wollte ich immer schonmal zuhause machen.

    Beste Grüße
    Ingo O.

    • Gyros ist wirklich ein tolles Gericht. Man muss halt ordentlich zubereiten, damit es nicht so eine Katastrophe ist mit Geschmacksverstärkern und Verdickern und dem ganzen Mist, den die Industrie immer zufügt

  • kochaddict

    supi..jetzt hab ich Hunger auf Gyros, obwohl ich was anderes im Topf hab 🙁 und was die Brut anbelangt, da bin ich vllt sentimental aber zu Gyros brauch ick Pommes 🙂

  • godek

    Hui, Pfannengyros, da hab ich das letzte mal son fertiges Tiefkühlzeugs genommen.

    Ok, ist auch 15 Jahre oder so her.

    Das einfach mal selber machen mit richtigen Gewürzen und Fleisch meiner Wahl ist eine gute Idee, danke für die Erinnerung an das offensichtliche Jörg.

    mfg
    godek

    • bitte gerne. ist pfannengyros so offensichtlich? du hast das 15 jahre nicht zuhause gemacht, die meisten anderen noch niemals selbst und wundern sich immer nur über den diffusen durst.
      das hat deutlich mehr klasse, als man denkt, wenn man die frische version nicht kennt. du wirst dich wundern. guten hunger

  • Das mache ich nächste Woche! Du hattest schon einmal ein Gyrosrezept geblogt das war so toll. Nie wieder was fertiges!
    Danke für Deine Inspiration!

    Liebe grúße Anja

  • Martina

    So, ich “oute” mich mal.
    Eine kleine Anekdote, quasi auch zur Bestätigung, dass Fertigzeugs doof macht.
    Man kann Kebap/Kebab und auch Gyros pfannenfertig als TK-Ware kaufen.
    Hab ich getan…nach der Arbeit, kurz vor Ladenschluss. Ich hatte einfach Hunger und wollte einfach nur schnell ein Kebap, also Rindfleisch, in die Pfanne werfen und sofort mit Brot essen. Es war ein spontaner Gedanke, ich hatte nichts vorbereitet, geschweige denn Lust, mehr als Herd an, Pfanne drauf und los brutzeln an Zeit zu investieren.
    Gesagt, getan.
    Beim Brutzeln fand ich schon, es riecht “komisch”. Probiert… es schmeckte auch “komisch”.
    Mir war klar – das ist Gammelfleisch!
    Sofort alles entsorgt, bis auf eine kleine Probe, die ich als Beweis für meine Beschwerde brauchte, und eben notgedrungen ein belegtes Brot gegessen.
    Dann fiel mir auf – ich hatte mir statt des Kebaps ein Gyros gegriffen…Kein Wunder schmeckte das Kebap so seltsam.
    Wenn man Rind erwartet und es schmeckt nach Schwein…
    Seit diesem Tag war ich nicht nur von Fertigzeugs kuriert (das und Fertigpizza waren aber meine einzigen Kochsünden), auch von Gyros generell.
    Ein für mich echt traumatisches Esserlebnis.
    Das ist ca. 7 Jahr her.
    Vor einem Jahr habe ich auf Wunsch Gyros selbst gemacht (widerwilligst).
    Etwas anders als du:
    Schweinekamm eingeschnitten bis kurz vor der Unterseite, selbstgemachtes Gyrosgewürz eingeknetet und mit Zwiebelscheiben bestückt. Am nächsten Tag in den Slow-cooker und danach noch unter den Grill.
    Ich habe dann doch vorsichtig probiert und dann mitgegessen. Es war soooo gut!
    Manche von uns haben eben Glück und ihre Doofheit war doch noch heilbar.
    Aber eine peinliche und auch lustige Geschichte ist es schon: “Damals, als ich einen Supermarkt beinah rund gemacht hätte, weil er mir Gammelfleisch verkauft hatte.”
    Ich kaufe übrigens auch kein fertig gewürztes Fleisch von der Frischetheke (Supermarkt/Metzger).
    Zu großes Misstrauen, was mir untergejubelt werden könnte.
    Dein Rezept probiere ich aus. Danke dafür.

    • hallo martina, ganz lieben dank für deinen kommentar. ich kaufe auch kein fertig mariniertes fleisch, weil meistens glutamat dran ist und zweitens weil keiner sein bestes fleisch mariniert, so lange er es noch blank verkaufen kann. ansonsten bin ich total bei dir, dass es sich immer lohnt, die zeit zu investieren. ich mache auch viel schon am vortag

    • godek

      “Ich kaufe übrigens auch kein fertig gewürztes Fleisch von der Frischetheke (Supermarkt/Metzger).”

      Ich kaufe das Zeug auch nicht, aber da kann man spannende Sachen sehen. Dazu braucht man einen spupermarkt mit Frischetheke die nicht so lange geöffnet hat, wie der Supermarkt. Oft werden dann wenn die Theke schliesst die Reste verpackt und in Kühltruhen zum Verkauf angeboten. Wenn der Betreiber der Rechtslage folgt muss er bei verpackter Ware die Zutaten deklarieren.

      Ein Gang an diesem Kühlgerät vorbei mit gelegentlichem Lesen der Zutatenlisten ist sehr spannend.

      Ich muss allerdings vorwarnen, danach wird man noch weniger Lust haben, an der Theke irgendwas verabreitetes der gewürztes zu kaufen.

      mfg
      godek

      • isso. die einzige, bei der ich letztes jahr mal mariniertes fleisch gekauft habe, war meine anna im mix markt. die hat frisches fleisch genommen und erst live für uns mariniert. bei der bin ich mir aber auch sicher, dass sie uns einmal komplett unter glutamat gesetzt hat. für die ist das zeug normal

  • Ali Ahmadinedschad Flüchtling

    Schweinegyros! Nur so. Kannackenfleisch kommt mir nicht ins Haus!

  • Haifisch

    Ich lese im Kontext “Schweinenacken” Pfannengyros.
    Anders formuliert: Ich mache heute Schweinenacken, und suche Inspiration.
    Das Rezept oben ist bestimmt okay, und schmeckt sicher gut.
    Also kein Grund hier zu bloggen.

    AAABER:

    Ich kenne das aber ganz anders, angeblich original griechisch.
    Na gut, vermutlich Griechenland etwa 1960 und nicht 2024.
    Ich stelle es mal vor:

    Man nehme Deine Würzung, gern viel Knoblauch. Hauptsache schmeckt.
    Man nehme Schweinenacken, oder was man so denkt. Hauptsache eher fett.
    Das riesige Stück Fleisch wird in Scheiben geschnitten. Ca. 2-4cm dick. Je nach Laune.
    Dann über Nacht in der Würzung eingelegt. Alles sollte gut bedeckt sein.

    Und dann braucht man entweder
    einen neuen Dönerspiess für etwa 30 Euro aus irgendeiner Elektrokette,
    oder, ja, einen dieser Drehgrills aus den 60iger / 70iger Jahren.
    Den Backofen empfehle ich nicht zu nehmen, das gibt eine Putzorgie.
    Vor allem, wenn danach z. B. Kuchen geplant ist.

    Das gut eingelegte Fleisch auf den Dreh-Spiess stecken.
    Den Grill am besten auf den Balkon, der Terrasse, im Garten laufen lassen.
    Wenn es aussen schön knusprig ist, wie beim Döner abschneiden.
    Ich empfehle ein sehr scharfes Messer.
    Und weitergrillen lassen, bis die nächste Schicht knusprig ist.

    Das ist eine abendfüllender Spass mit erstaunlich wenig Vorbereitung.
    Es hat einen hohen Kinder-Beschäftigungsgrad,
    sobald die sich nicht mehr sofort an allem verbrennen oder schneiden.
    Ich hab noch immer die Erinnerung der stolz servierenden Kinder..

    Man kann dazu essen, was man will,
    Kartoffeln, Weissbrot, Salat, Zaziki und sogar den angeblich
    nicht fehlen-dürfenden Retsina. Ich ziehe andere Weine vor.

    Das soll in Gottes Namen keine atheistische Kritik an Deinem Gericht sein.
    Du hast einfach eine Erinnerung ausgelöst.
    Ich glaube, ich habe vor 30 (!) Jahren zuletzt Gyros gemacht.
    Später änderte sich der Geschmack, und es kamen nicht mehr so viele Gäste.
    Da waren dann mehrere Kilo Fleisch einfach zuviel.

    lieben Gruss vom
    in Erinnerungen schwelgenden Haifisch

    • Dein Rezept ist doch sehr kausal und schmeckt bestimmt super. Fehlt mir noch der Drehspieß. Dagegen spricht überhaupt nichts

      • Haifisch

        Drehspiesse gibt es immer wieder am Flohmarkt.
        Da die völlig unmodern geworden sind, für fast umsonst.
        Falls Dich meine Gyros-Variante locken sollte.
        Dein Küchengeräte-Fundus würde dann
        ca. 50cmx50cmx70cm mehr Platz brauchen.

        Die Gyros-Variante
        “über den offenen Feuer gedreht und gegrillt”
        habe ich noch nicht gemacht.
        Das braucht keinen Elektrogrill /-Döner.

        Damals, nach diversen Asterix-Comics,
        war von der Brut der Wunsch geäussert worden.
        “Bei Asterix geht das mit dem Drehspiess doch auch,
        können wir das mal machen?”
        Mir war das mit der gleichmässigen Hitze
        über etwa 40cm Länge doch zu knifflig.

        Kicher, aber wer weiss,
        vielleicht versuche ich das doch noch mal,
        am nächsten runden Geburtstag.

        Es ist so simpel.
        Und das ist bei grösseren Festens schon überzeugend.

        schönen Abend, der Haifisch

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