Pizza Margherita – statt sich über Restaurants und Lieferdienste zu ärgern

Ich gehe echt nicht viel aus, aber meine Familie ist gerade im Urlaub und dann verabredet man sich auch mal auswärts, weil eben nicht alle Leute Bock haben, einmal quer durch Berlin nach Kaulsdorf zu kutschen, was für Westberliner gefühlt kurz vor Polen ist. Dann fährt man also in die andere Richtung nach Kreuzberg und versucht bei lauter Inlokalen die richtige Wahl für ein gutes Essen zu treffen. Wir waren im Zola und die sind echt schraddelig und fancy, wie sich das für Kreuzberg gehört, aber erstens gibt es da nur Pizza und nicht einmal einen Salat als Beilage und was noch viel schlimmer ist, die Pizza kommt zwar aus einem mega Angeberofen, aber ist am Boden total lappig und weich und zerrig. Da hätten wir alle irgendwie etwas anderes erwartet und deswegen habe ich dann heute zu mir nach Hause eingeladen, um eine richtige Pizza zu essen, bei der es nix zu meckern gibt.

Zutaten:

1 Kilo Mehl
600 Milliliter lauwarmes Wasser
20 Gramm Hefe
1 Teelöffel Meersalz
60 Milliliter Olivenöl
Grieß zum Bestreuen der Fläche auf der Ihr den Pizzateig ausrollt.

Soße:

800 Gramm Tomaten
1 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
2-3 Knoblauchzehen, oder 1 Freilandknoblauch (kompakt)
1 Esslöffel Oregano
Olivenöl

Belag:

400 Gramm Käse
Basilikum
Oregano

Ich war schon kurz nach 22 Uhr wieder zuhause, also habe ich den Pizzateig für den nächsten Abend vorbereitet. 1 Kilo Weizenmehl in eine große Schüssel geben, eine Kuhle ins Mehl drücken. 600 Milliliter lauwarmes Wasser abmessen, darin den halben Hefewürfel auflösen, in die Mulde gießen. 1 Teelöffel Salz an den Mehlrand streuen, Olivenöl ebenfall zum Mehl gießen, nicht ins Hefewasser, denn das Öl hindert die Hefe bei der Arbeit. So lässt man die Schüssel 15 Minuten, oder auch gerne 30 Minuten stehen.

Ich fange schon mal mit der Tomatensoße an. Die ist genau so wichtig, wie ein guter Teig.

Tomaten in einen Topf geben. Einen ordentlichen Schuss Olivenöl

Einen Teelöffel Meersalz

Chiliflocken, oder Pfeffer

Einen Freilandknoblauch, das sind diese kompakten Dinger, die nicht aus einzelnen Zehen bestehen

Knoblauch zerkleinern

Knoblauch ebenfalls in den Soßentopf geben

Langsam einkochen lassen, mindestens eine Stunde auf kleiner Flamme. Zwei Stunden schaden nur dem, der es kürzer macht. Die Soße wird mit jeder Sekunde besser, die sie auf dem Herd steht. Wasser raus, Geschmack rein

Wenn die Hefe im Wasser ordentlich arbeitet, Ihr erkennt das am Schaum auf dem Wasser, einfach mit einem Esslöffel den Teig verrühren. Wenn es nicht mehr weitergeht, die Hand zum Kneten benutzen, bis sich der Teig gut verbunden hat.

Dann soll der Teig so glatt sein

Man könnte den Teig jetzt schon in den Kühlschrank stellen und ihn da bis zum nächsten Teig reifen lassen. Ich hatte aber noch ein paar Stunden zu tun und habe den Teig bei Raumtemperatur gehenlassen. Als er so schön aufgegangen war, habe ich die Teigschüssel in den Kühlschrank gestellt.

Am nächsten Tag sieht der Teig dann so aus. Obwohl er 60 % Wasser enthält, ist er nicht mehr klebrig

Ich habe mittags schon mal eine Probepizza gebacken, damit ich wusste, wie es abends richtig geht. Ein bisschen Maisgrieß, oder normalen Hartweizengrieß auf ein Brett geben.

Teig darauf ablegen und im Grieß wälzen, damit er nicht am Wellholz, oder Nudelholz kleben bleibt.

Ausrollen

Teig auf ein Pizzablech umziehen und da gerne noch einmal 30 Minuten aufgehen lassen

Nun kommt die Tomatensoße dazu. Die ist so lecker und schmeckt so voll, dass ich außer Käse überhaupt nichts Anderes auf die Pizza legen werde.

Soße verstreichen

Käse reiben. Normal hätte ich Mozzarella genommen, aber ich war am Samstag nicht einkaufen und mit der schlechten Auswärtspizza hatte ich nicht gerechnet und ebenfalls nicht damit, dass ich heute Gastgeber werden könnte. Das war so spontan, dass ich mich den Emmentaler halten musste, den ich immer im Kühlschrank habe.

Käse reiben

Auf der Pizza verstreuen

Backofen auf volle Pulle vorheizen. Ich habe 275 Grad Ober- und Unterhitze genommen. Meinen Timer habe ich auf 13 Minuten gestellt und dann die Pizza im unteren Drittel des Backofens gebacken, damit der Boden schön kross wird.

Basilikum gehackt-

Hier kommt die Pizza schon wieder aus dem Ofen, schnell noch Basilikum darauf verstreuen

Davon würde ich gerne eine Probe in 80 % aller Pizzabuden schicken. Über Lieferdienste will ich gar nicht erst reden. Im Isokarton wird sofort alles wieder weich, was vielleicht mal knusprig aus dem Ofen kam. Da gibt es alles, von doof gebacken, bis da kann man halt nichts machen, wenn es das Haus verlassen hat, in dem die Pizza gebacken wurde. Pizza schmeckt nur richtig, wenn sie aus dem eigenen Ofen kommt, ich schwör!

Abends habe ich dann noch einmal zwei große Blechpizzen davon gebacken. Wer keine Margherita, sondern eine Salami oder Schinkenpizza will, legt diese Zutaten erst nach dem Backen drauf und lässt die Pizza dann nur noch ne Minute im Ofen. So macht es ein gescheiter Italiener in Italien.

Mehr braucht es nicht, wenn es unten knuspert und oben perverse Käsefäden zieht. Ich wünsche viel Spaß beim Nachbacken und einen guten Appetit.

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