Tatar – vegan aus Auberginen

Da war wieder richtig Gebrüll im Netz, als Björn Terhorst von seiner ansonsten fleischlastigen Seite “Time to meat” ein veganes Tatar aus Auberginen bei Facebook verlinkt hatte. Das ist immer der Moment, in dem mich so ein Rezept anfängt zu interessieren. Was da an Fertigketchup und gekauftem Senf drin ist, erledige ich mit “frischen” Komponenten, also selbst gerührtes und komponiertes Ketchup, oder aus selbst gekochtem Senf. Auf jeden Fall, sehe ich die Daseinsberechtigung für solche Rezepte und freue mich immer sehr, wenn man sowas ohne Fleisch erledigen kann und trotzdem einen ganz außergewöhnlichen Gaumenschmaus präsentiert. Da sind dann immer die Schreihälse auf dem Plan, die nicht wollen, dass man irgendwas ohne Fleisch Tatar nennen darf. Ich empfehle dann einfach mal sich selbst zu ficken, oder ersatzweise nachkochen, ein paar Stunden kalt stellen und dann probieren, bevor man was sagt. Es ist DER Hammer!

Zutaten:

2 Auberginen
50 Milliliter Olivenöl
1 rote Zwiebel
2 Cornichons
jeweils ein Teelöffel Kapern pro Portion

Soße:

50 Milliliter Olivenöl
2 Teelöffel Ahornsirup
2 Teelöffel Paprikapulver
2 Teelöffel Senf (anklicken)
Chiliflocken
Salz
Pfeffer

Ketchup für die Soße:

1 Esslöffel Tomatenmark
1 Prise Salz
1 Prise Chiliflocken
1 Teelöffel Weißweinessig
1 Teelöffel Ahornsirup
1 Teelöffel Wasser

Auberginen halbieren und in eine Ofenform, oder ein kleines Backblech legen. Ofen auf 200 Grad Umluft aufheizen. Man könnte das auch auf einem Grill zubereiten, aber grillen ist keine meiner Kernkompetenzen, mangels Gelegenheit. Deswegen bei mir aus dem Ofen.

Rote Zwiebel häuten

Zwiebel halbieren

Zwiebelhälften zu den halbierten Auberginen legen

50 Milliliter Olivenöl abmessen und in die Form geben. Die Auberginen saugen das auf wie ein Schwamm. Dann einen Timer auf 25 bis 30 Minuten stellen. Die Auberginen bei Umluft in den Ofen stellen und garen.

Nun kümmern wir uns um die Soße

Wieder 50 Milliliter Olivenöl abmessen. Ich weiß dass es 50 Milliliter sein, im Rezept stand es aber in vier Esslöffeln.

Zwei Teelöffel Ahornsirup, zur Vermeidung von Kristallzucker.

Zwei Teelöffel Senf

An der Stelle kommt dann beim Rezept Fertigketchup und ich mache mal eben eines selbst

1 Esslöffel Tomatenmark

Ein Teelöffel Weißweinessig

Salz und Chiliflocken

Es fehlt noch Süße, um ein Ketchup zu werden.

Ein Teelöffel Ahornsirup

Einen Teelöffel Wasser, um es zu verflüssigen

Ordentlich verrühren und schon habt Ihr Ketchup, vor allem lecker.

Ketchup zum Rest der Soße geben

Verrühren

Zwei Teelöffel Paprikapulver

Eine Prise Chiliflocken

Umrühren und probieren

Staunen, oder nachwürzen.

Zwei kleine Gewürzgurken klein hacken

Das ist typisch, wie man das auch bei Rindertatar machen würde.

Gurke zur Soße geben.

Die Auberginen und die Zwiebel kommen aus dem Ofen.

Auberginenhälften der Länge nach aufschneiden

Nun kann man auch bei den heißen Auberginen die Haut mit dem Finger abziehen

Zack, ab!

Die abgezogene Aubergine auf dem Brett ablegen, die Schalen separat hinlegen. Die kann man dann gleich gesammelt wegwerfen, wenn alle Auberginen abgezogen sind.

Quasi jetzt

Die abgezogenen Auberginenstücke mit einem Messer fein schneiden, oder hacken.

Stellt Euch einfach Rinderhack vor, wenn Ihr es zu Rindertatar verarbeitet. Diese Mischung aus fein und leichtem Biss. Für solche irgendwie nach Fleisch anmutenden Gerichte ohne Fleisch, eignet sich Aubergine immer ganz toll, weil sie über genau so eine Konsistenz verfügt und man der eigentlich nur noch erzählen muss, wie sie schmecken soll.

Aubergine in die Schüssel geben

Die Zwiebel fein zerkleinern.

Zwiebel mit der Aubergine vermischen

Die Soße mit den anderen Zutaten vermischen

Gewissenhaft verrühren

Ein bisschen gehackter Dill, oder Petersilie könnte nun auch noch dazu kommen.

Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Wenn das Tatar mit Fleisch wäre, wären auch Kapern dabei. Die mögen viele Leute nicht, aber schleppen dieses Wissen seit Kindertagen mit sich rum. Es wäre dann mal an der Zeit für ein paar neue Erkenntnisse.

Ein paar Kapern in die Schüssel geben, aber später beim Servieren auch immer noch ein paar lose Kapern darüber streuen.

Nun sind wir fertig und können unser Tatar aus Auberginen servieren. Anrichten ist ja nun nicht meine Stärke, wenn Ihr das besser könnt, umso besser. Geschmacklich wird Euch das jedenfalls aus den Schuhen hauen.

Als Unterlage habe ich Pumpernickel genommen, aber man kann entweder gar kein Brot, Cracker, oder auch Toastbrot verwenden.

Ich habe gerade keinen Servierring gefunden, deswegen habe ich ein Glas genommen

Tatar einfüllen und leicht anpressen

Ich habe das Tatar mit dem Pumpernickel komprimiert.

Dann vom Glas auf den Teller stürzen

Klar so sieht das nach nichts aus. Bei der Deko seid Ihr frei, ich habe auf die Schnelle eine rote Zwiebel und dünnen Porree genommen.

Deko mit Petersilie und Kapern, plus Zwiebeln und Porree

Noch ein bisschen Olivenöl als Spiegel auf dem Teller kreisen lassen.

Man könnte auch oben noch ein Pumpernickel oben aufsetzen und das Tatar ein bisschen breiter drücken. Das müsst Ihr entscheiden, was Euch besser gefällt.

Gefallen ist bei mir zuhause immer ein gutes Stichwort. Ich habe meine jüngste Tochter (5) und meinen Sohn (7) zu mir an die Arbeitsplatte zitiert und beiden davon zu probieren gegeben. Die waren so begeistert, dass sie gleich mit der ganzen Schüssel und der Rolle Pumpernickel abgezogen sind. Damit haben sie dann auch noch Margarete (9) angefixt und nur die Schnekerliese (11) hätte lieber echtes Rinderfilet gehabt.

Meine Frau hat ebenfalls in den höchsten Tönen geschwärmt. Wer hier regelmäßig mitliest weiß, dass die nicht leicht zu begeistern ist. Die Konsistenz ist recht fleischig, das was man beim Beißen von den Auberginen wahrnimmt, könnte auch eine Sehne, oder Fett sein. Der Geschmack ist der Knaller, ein schönes Zusammenspiel aus Säure, Süße, Salz und Pfeffer. Ein must have.

Scheiß auf Fleisch, scheiß auf Begrifflichkeiten. Wichtig ist, dass es mit Liebe gemacht ist und dass es schmeckt. Probiert es aus, bildet Euch eine eigene Meinung, lasst es auch gerne im Kühlschrank übernachten. Das wird mit jeder Stunde leckerer und kompakter.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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