Raising Cane’s Chicken Finger

Ich habe extra auf der Raising Cane’s Seite geschaut, ob sie das Chicken Finger, oder Tender nennen. Sie nennen es dort Chicken Finger. Das ist einfach deren Kernprodukt und damit bespielen sie alles. Die gibt es mit Pommes, oder mit Texas Toast und dann gibt es da noch die Signatursoße, die ich ebenfalls für Euch aus frischen Zutaten nachgebaut habe. Raising Cane’s ist in den USA unter anderem ein Mitbewerber zu Kentucky fried chicken, oder El pollo Loco, die sich auf Hähnchen spezialisiert haben. Da Huhn früher eher Fleisch für die ärmere Bevölkerungsschicht war, entstanden diese Ketten da wo viele schwarze Amerikaner wohnen, oder Hispanics also Latinos, die traditionell viel Huhn auf dem Speiseplan hatten. Huhn ist durch den geringen Fettanteil im Fleisch recht gesund und weil es schnell wächst, entsprechend günstiger als ein Schwein, oder Rind. Natürlich verliert auch Huhn diese positive Eigenschaft, wenn man es paniert, bzw mehliert und in Fett ausbackt. Wenn man dort gerne isst, fragt man sich als Konsument oft, wie sie das machen, dass es so saftig innen und kross außen ist? Das ist viel einfacher als man glaubt und hier erfahrt ihr es (wieder mal). Die machen es auch nicht anders als KFC, nur mit anderem Gewürz und eigener Soße.

Zutaten:

1,5 Kilo entbeinte Hähnchenkeulen
500 Gramm Joghurt, oder Buttermilch
100 Milliliter Milch bei Verwendung von Joghurt, sonst nicht.
1 Esslöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
2 Esslöffel Paprika edelsüß
2 Esslöffel Paprika rosenscharf
500 Gramm Mehl

Mehlierung:

500 Gramm Mehl
1 Esslöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
1 Esslöffel Paprikapulver rosenscharf
1 Esslöffel Knoblauchpulver

Zum Backen einen Liter Rapsöl

Beilagen:
Cole slaw:

500 Gramm Weißkohl
1 Apfel
1 Möhre
50 Gramm Rosinen
3 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
1/4 Teelöffel Chiliflocken
1 Becher saure Sahne 200 Gramm
50 Milliliter Essig
50 Milliliter Rapsöl
4 Esslöffel gehackte Petersilie

Backkartoffel mit Sour Cream (anklicken)

Raising Cane’s Signatur Soße (anklicken)


500 Gramm Joghurt, oder Buttermilch.

Salz

Chiliflocken

Paprika rosenscharf und edelsüß

Das ist das Huhn. Man bekommt es unter verschiedenen Bezeichnungen. Im Mixmarkt heißt es entbeinte Hähnchenkeulen, gestern beim Araber nannte es sich Hähnchenkotelett. Der Italiener und alle die es so nennen, verkaufen es am teuersten, dann heißt es Pollo fino.

Man kann die Haut am Fleisch lassen, oder man zieht sie ab. Daran entspinnen sich Glaubenskriege. Ich lasse die Haut gerne dran, wegen der Saftigkeit des Fleisches, aber habe das Gefühl dass die meisten Leute es wider besseren Wissens lieber ohne die Haut zubereitet haben möchten. Deswegen habe ich die Haut kurz und schmerlos mit Daumen und Zeigefinger entfernt.

Die Marinade zum Einlegen ist fertig

Nur aus Joghurt erscheint sie mir ein bisschen zu dick, deswegen gebe ich noch Milch dazu

Jetzt schneide ich das Fleisch zu

Das Fleisch in Streifen schneiden, irgendwo muss der Begriff Finger ja herkommen. Ein bisschen dicker als menschliche Finger sollten sie schon sein. Beste Arbeit leistet mein Ausbeinmesser von Victorinox

Das Fleisch kommt anschließend in die Marinade und in den Kühlschrank. Das kann über Nacht sein, oder auch nur so lange, wie der Teig des Texas Toastbrotes aufgehen und/oder backen muss.

Es gibt ebenfalls Backkartoffeln mit Sourcream als Beilage

Die vorwiegend festkochenende Kartoffeln gare ich unter Druck 4 Minuten im Krups cook 4 me zu, damit sie später im Ofen nicht mehr so lange brauchen und so fast essbar sind, wenn sie in den Ofen kommen. Ihr könnt sie natürlich auch 20 Minuten als Pellkartoffeln im Topf kochen.

Das ist mein Texas Toastbrot. Sowas feistes habe ich höchstwahrscheinlich nicht einmal bei meinen Brioche Buns gebacken.

Jetzt mache ich die Signatursoße von Raising Cane’s

Das Texas Toastbrot ist gebacken

Sourcream zu den Baked Potatoes wird gerührt,

Cole slaw, schließlich ist es ein amerikanisches Rezept. Der geht immer wieder anders.

Cole slaw:

500 Gramm Weißkohl
1 Apfel
1 Möhre
50 Gramm Rosinen
3 Esslöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
1/4 Teelöffel Chiliflocken
1 Becher saure Sahne 200 Gramm
50 Milliliter Essig
50 Milliliter Rapsöl
4 Esslöffel gehackte Petersilie

Weißkohl, Möhre und Apfel grob reiben

Salz

Chiliflocken

Saure Sahne

Zucker und gehackte Petersilie, Rosinen, Essig und Öl. Wenn der Salat nach dem Umrühren zu trocken erscheinen sollte, gebt noch einen Schuss Milch, oder Wasser hinzu.

Das wusste ich schon seit ich KFC nachgekocht habe, dass das nicht paniert wird, sondern mehliert. Soll man gar nicht glauben, dass aus dem Mehl am Ende eine knusprige Kruste im Öl wird. Ist aber so. Man kann das auch gut vorbereiten und evtl. doppelt frittieren. Dann muss man beim ersten Ölbad noch ein bisschen Platz beim Garpunkt lassen

Mehlierung:

500 Gramm Mehl
1 Esslöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
1 Esslöffel Paprikapulver rosenscharf
1 Esslöffel Knoblauchpulver

Alles verrühren

Rapsäl in einer Pfanne oder Topf erhitzen. Ich würde sowas immer nur mit einem zweiten Liter Öl als Backup machen, falls einem mal der erste Liter abfackelt.

Das Fleisch wird aus der Joghurtmischung geholt und dann in Mehl gewälzt

Das Mehl soll gut am Huhn haften, überschüssiges Mehl abklopfen, damit es nicht das Öl verbrennt.

Probestück im Öl ausbacken, ich habe 5 Minuten bei 80 % Herdplattentemperatur genommen und nach der halben Zeit gewendet

So sieht das Fleisch nach 5 Minuten aus

Das kann man jetzt so noch nicht essen, weil der Kern medium ist. Im Backofen bei 80, oder 100 Grad Umluft würde es nachziehen, das ist kein Problem.

Dieser Test ist wichtig, um zu sehen ob die Gartemperatur o.k ist, ob das Fleisch so nicht schon zu durch ist, wenn man ein zweites Ölbad anstrebt, oder ob man den Rest einfach im Ofen weitergart und da das Huhn nach dem ersten Garvorgang dort kross fertigbackt? Viele Wege führen nach Rom.

Eine größere Menge Chicken Finger im sprudelnden Öl ausbacken

Die fünf Minuten passen gut für meine Strategie, zwei Durchgänge in Öl auszubacken

Ich habe die Chicken Finger nach dem Ölbad auf einem Backblech zwischengelagert.

Das waren bei meiner Fleischmenge vier Pfannenladungen

Vor der zweiten Runde im Öl habe ich das Öl durch ein Sieb mit Küchenkrepp ausgelegt, in eine daruterliegende Schüssel gefiltert, weil ich nicht wollte, dass abgefallenene Mehl- und Gewürzpartikel das Öl zu dunkel machen und das schmeckt dann auch nicht richtig, wenn es durchgebrannt ist. Dann das Öl wieder auf Vollgas erhitzen und wenn es heiß ist, kommt das Fleisch portionsweise in die Pfanne, wieder drei oder vier Durchgänge. Jetzt im Ofen bei 100 Grad zwischenlagern, bis alles fertig ist.

Sehr geil! Gut gewürzt, knusprig, saftig

Texastoast zum Toasten geschnitten. Das wollte ich Euch eigentlich mit den Chicken Fingern zeigen, aber meine Kinder haben das schneller gegessen, als ich das für den Blog fotografieren konnte. Ich habe deswegen auch für den Blog Texasburger gemacht, die ich Euch noch zeigen werde.

Die Signature Raising Cane’s Soße bereit für den Esstisch in einer Sauciere

Das finde ich schon sehr malerisch

Sour Cream

Backkartoffeln

Backkartoffeln mit Sour Cream sind eine schöne stimmige Beilage dazu

Dazu Cole Slaw, Chicken Finger

Nicht zu vergessen die gute Raising Cane’s Soße

Das ist Essen das richtig gute Laune macht. Meine Kinder haben es gefeiert und total klaglos gegessen. Das kenne ich von denen auch ganz anders. Wenn sowas frisch und auf den Punkt zubereitet ist, dann ist es wirklicher Genuß und sicherlich nicht weniger Arbeit, als wenn Mutti den Weihnachtsbraten verbricht. Fast Food ist DAS hier jedenfalls nicht. Deswegen bin ich auch nicht traurig, dass man das in Deutschland nicht irgendwo in einem Schnellrestaurent bekommt. Die von KFC sind hier ja auch mehrheitlich zu doof, um es gescheit auf den Tisch zu bringen, also die Idee dankbar aufnehmen um es selbst zu kochen.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

2 Kommentare

  • Haifisch

    Hach, dein Text mal wieder…

    1) Ich hab das mit dem Mehlieren bei den Asiaten gelernt.
    Inzwischen hab ich gesehen, es ist fast egal,
    was man zum Einwickeln nimmt,
    es muss nur Fett aufnehmen und irgendwie braun werden.

    2) Mehlieren in USA, das zeigt schon,
    was für eine fusion kitchen die USA bietet.
    Die Asiaten machens vor, die Einwanderer nach,
    und schon geht mehlieren mit Mehl, Stärke, was auch immer.

    3) Deine verfressene Brut ist eine wahre Freude.
    Das Brioche-Brot weg bevor Du stopp sagen konntest 🙂
    Einfach herrlich.

    4) Sag, hast mal versucht,
    das in Deinem Airfryer zu machen?
    Wegen 1L Öl. Deine Beschreibung
    des zu dunklen Fettes
    noch vor Ende der Frittiererei
    das kenn ich gut.

    Aber das gleiche ohne Frittieren,
    krieg ich das irgendwie hin?
    Experimentieren kann ich selber,
    die Frage ist: hast Du das schon probiert?
    Wenn ja, geht das, schmeckt es gut oder “fehlt was”,
    besonders das Frittierfett?

    Ich mag so ein Frittier-Zeugs sehr gern.
    Nur die Wegwerf-Öl-Mengen hinterher
    die machen mir Kopfzerbrechen.
    (Bei mir geht das Fett nur 1x, und dann muss es weg, zu braun).

    • Meine Kinder hatten genug Toastbrot, weil ich zwei gebacken hatte. Es waren aber noch chicken finger für die Fotos als Texas Toast übrig und die haben sie mir aufgegessen, während ich mit Elisabeth zu ihrem Fußballturnier war. Ich habe normale Schnitzel und Backhähnchen im Ofen gemacht, weil HLF zu klein für sechs Leute ist. Ist wie der Unterschied zwischen ficken und wichsen. Ich halt mich da lieber an das Original. So ein Liter Öl kostet € 1,50, also feuer frei. Ich benutze das Fett auch nur einmalig, aber ein Liter Öl hat hier sowieso eine kurze Halbwerstzeit, maximal 3 Tage, eher schneller.

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