Roastbeef mit Rotweinsoße – Wellness in 60 Minuten

21 Uhr in Berlin! Das ist Essen für die Woche. In einer Stunde am Tisch und mit der Rettungsfunktion für jeden Tag. Purer Geschmack und Fleischeslust. Ich hatte darauf so viel Bock, dass ich glatt vergessen habe, dazu einen Salat zu machen. Ist aber erst am Tisch aufgefallen.




Zutaten für zwei Personen mit Hunger:

800 Gramm Roastbeef
1 Kilo Drillinge
Butter
Meersalz
Pfeffer aus der Mühle

Rotweinsoße: 

30 Gramm Butter
1 Esslöffel Mehl
3 Zwiebeln
100 Milliliter Tomatenmark
0,3 Liter Rotwein vom Einlegen des Roastbeefs
Wasser oder Brühe nach Bedarf
Salz
Pfeffer
Zucker

Die Kartoffeln waren ein Sonderangebot beim letzten Gemüseeinkauf. Französische Drillinge, mit dünner Schale für einen Euro, statt  € 2,49 pro Kilo. Roastbeef war auch im  Angebot, beim Mix Markt für 8,99 ab drei Kilo Abnahmemenge. Der Wein ist irgendein scheußlicher 13 % Blindmacher aus Chile. Ich sage mal € 2,99 bei Metro.

Kartoffeln mit 2 Esslöffeln Meersalz in kaltem Wasser aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, noch 18 Minuten kochen lassen.

Parallel zu den Kartoffeln machen wir schnell die Soße, weil die 20 Minuten köcheln muss, damit der Mehlgeschmack weg ist.

Zwiebeln grob zerkleinern mit Zucker, Salz und Pfeffer volle Pulle anbraten und glasig werden lassen

Das Fleisch habe ich mir zwei Wochen vorher total ohne Grund gekauft, einfach nur weil ich gerne Roastbeef mag und das irgendwie immer verbrauche. Meine Kinder stehen auch total drauf und essen das auch gerne roh, nur mit Zitrone und Salz. Dieses Mal ist mir aber gerade nichts eingefallen, was ich damit machen kann und dann habe ich es einfach für 10 Tage in Rotwein eingelegt, damit es nicht schlecht wird.

So wird es im Gegenteil, jeden Tag noch ein bisschen besser. Wird noch zarter, bekommt einen tollen Geschmack. Man sagt, dass eine Marinade jeden Tag ungefähr einen Zentimeter ins Fleisch einzieht. So richtig dick ist das Stück Roastbeef nicht, also wird das Fleisch eine gute Woche komplett vollgezogen im Rotwein gelegen haben. Man kann das auch noch würzen, aber das wollte ich gar nicht, weil ich in dem Moment keinen Plan hatte, was ich damit machen werden.

Wenn die Zwiebeln glasig sind, 100 Milliliter Tomatenmark in den Topf geben

Jetzt ist der einzige Moment, in dem das Tomatenmark Röstaromen bildet. Wenn man es später in die Soße gibt, dann bindet es nur ab. Das ist ja ganz nett, aber noch besser und mehr Geschmack bringt es, wenn man es von rot zu rehbraun anröstet.

Wenn das Tomatenmark rehbraun ist, einen Esslöffel Mehl in den Topf geben.

Mehl untermischen und mit den anderen Zutaten leicht einbrennen lassen, bis sich am Topfboden eine brauche Schicht bildet, die aber bitte nicht schwarz werden soll, dann wird die Soße bitter.

Wenn Ihr den gewünschten Effekt habt, nach und nach den Rotwein vom Einlegen des Roastbeefs in den Topf geben. Zwischendurch immer wieder durchrühren und quasi eine Mehlschwitze machen

Immer tapfer rühren

Jetzt mit dem Pürierstab die Soße pürieren

So, die Soße sieht schon mal gut aus, abschmecken machen wir später, weil die noch einkocht und der Salzgehalt nur eine Momentaufnahme wäre. Das konzentriert sich noch mehr, als erstmal die Füsse beim Würzen stillhalten. 

Soße auf die kleinste Platte umziehen, auf kleinste Flamme stellen und immer mal umrühren. Wenn die Soße zu dick wird, mit Brühe oder Wasser auffüllen, das verkocht eh wieder und Gewürze kommen noch rein. Es kann also nix passieren.

Grillpfanne mit Butter ausstreichen und auf der größten Platte auf Volldampf stellen. 

Die Pfanne muss knallheiß sein, wenn das Fleisch rein kommt, dann wird es schön saftig. 

Das Fleisch habe ich mit Küchenkrepp trocken getupft., damit in der Pfanne nur das Fleisch zischt und keine Flüssigkeit. Das soll ja braten und nicht kochen.

Ich lasse das Fleisch 15 Minuten in der Pfanne und brate es von allen Seiten an. Das ist meine Konzession an meine Frau, weil die es nicht zu medium mag. Ich wäre in 10 Minuten durch. Den Ofen anstellen auf 80 Grad.

Alle Seiten kommen mal dran

Kartoffeln abkippen, wenn sie gar sind

Wenn das Fleisch eine Kerntemperatur um die 50 Grad hat, fehlen mir zum Glück meiner Frau noch ungefähr 10 Grad, die Steakfreaks gehen nicht über 56 Grad.

Fleisch in in den Ofen stellen und noch kurz nachziehen lassen. Mein Gasofen kann keine 80 Grad, deswegen lasse ich den 10 Minuten vorheizen und stelle den ab, wenn das Fleisch rein kommt. Wer einen Elektroofen hat, nimmt halt 80 Grad

Kartoffeln in Butter schwenken

Fleisch nach ca 7 Minuten aus dem Ofen holen

Ich finde das vom Gargrad total o.k. lebt nicht mehr, ist aber auch nicht zu durch und immer noch wahnsinnig zart.

Kartoffeln mit Meersalz würzen

Soßenspiegel auf dem Teller ausbringen. Die Soße vorher noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Fleisch darauf drapieren

Kartoffeln auf den Teller geben.

Noch ein bisschen Meersalz auf das Fleisch geben und Pfeffer aus der Mühle. Mehr braucht es nicht, um sich nach einem schweren Tag zu belohnen.

Meiner Frau verschleiere ich den Gargrad des Fleisches, durch befriedigen Ihres Soßenbedürfnisses. Was man nicht sieht, kann auch nicht zu roh sein. Hauptsache es ist zart. Das ist für mich echter, schlichter Genuss in der Woche, der Leib und Seele wieder in Einklang bringt. Danach noch eine Stunde warten und dann eine Stunde joggen. Perfekt!

Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

4 Kommentare

  • Uh.. das Fleisch tut mir ein bisschen leid, weil es länger durchgarte, als nötig. Ich bin dan ganz bei dir.

    Aber mal ne andere Frage: wieso sieht die Sauce wie Brei aus? Und so stückig? Ist das so gewollt..?

    • das gart so lange wie nötig, bis es mir meine frau nicht als zu roh um die ohren haut. ich möchte mal wissen, wieso heute die ganzen kerntemperaturfaschisten unterwegs sind, die mir erzählen möchten, welchen gargrad MEIN roastbeef haben muss, damit es DENEN schmeckt? Ich sage das schon im Beitrag, dass ich in zehn Minuten damit durch wäre und dass es eine Konzession an meine Frau ist.

    • Die Sosse sieht wahrscheinlich so aus, weil es nicht durch ein Sieb passiert würde, sondern nur mit Passierstab gemixt. Ich finde, das Roastbeef sieht super aus, und Bei mir sehen die Sossen auch so aus. Ausser wenn Besuch da ist, dann passier ich die Sosse durch ein feines Haarsieb und montiere mit eiskalter Butter

    • ich habe ein sieb, das ich nie finde, wenn ich es brauche. ich glaube ich kaufe mir noch mal ein zweites 😉

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