Ofenhähnchen mit Paprikasoße

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber Hähnchen am Stück zu garen ist nicht die leichteste Aufgabe in der Küche. Das Huhn ist an allen Stellen unterschiedlich dick, wenn die Haut kross ist, dann ist meistens das Fleisch trocken und um beides zu bekommen, muss man schon ziemlich auf den Punkt arbeiten und während der Garzeit, unterwegs die Temperatur ändern. Ich reiße mich nicht um den Job, aber bei meiner mäkeligen Bande stehen Hähnchen immer hoch im Kurs, wenn wir einkaufen gehen.
Zutaten für 4 Personen:

2 Hähnchen à 1200 Gramm
Salz
Pfeffer
Paprika
Currypulver

Soße:

4 Paprika
3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Peperoni
1 Teelöffel Salz
Pfeffer nicht sparsam
2 Esslöffel Zucker
100 Milliliter Tomatenmark
Lorbeerblätter
Wacholderbeeren
1 Esslöffel Mehl
2 Esslöffel Rapsöl
Rotweinessig
Hähnchen auf ein Backblech legen und von beiden Seiten würzen.
Salz, Pfeffer, Paprika, Currypulver. Den Backofen auf 150 Grad einstellen. Das ist bei meinem lahmen Gasofen, der nur Unterhitze hat Stufe 3. Nach 10 Minuten das Huhn in den Ofen schieben und eine Stunde gar nichts damit anstellen. Nicht drehen, nicht die Tür öffnen, einfach garen lassen.
Damit die Soße Zeit zum Einkochen hat, machen wir die jetzt auch noch schnell.
Paprika entkernen
Paprika in Stücke schneiden, Rapsöl im Topf erhitzen
Knoblauchzehen abziehen
Knoblauch anschwitzen. Ich zerkleinere die Zehen auch gar nicht erst.
Peperoni
Paprika und Zwiebeln in den Topf geben.
Salz, Pfeffer, Zucker
Wenn das Gemüse glasig ist, das Tomatenmark zufügen. Alles vermischen und bei mittlerer Hitze das Tomatenmark anrösten, bist es braun wird.
Einen Esslöffel Mehl, damit die Flüssigkeit besser aufgesogen wird und schneller Röstaromen entstehen
3 Wacholderbeeren und 2 Lorbeerblätter
Ein ordentlicher Schuss Rotweinessig
Mit Wasser, oder Brühe auffüllen. Da sitzt so viel Geschmack drin, dass Wasser auf jeden Fall reicht und man wird immer noch mal nachgießen müssen, damit die Soße nicht zu fest wird.
Auf die kleinste Flamme, kleinste Platte umziehen und ohne Deckel einreduzieren lassen. Die Soße ist nach 30 Minuten einkochen gut. Dann stelle ich den Herd ab und wärme die erst wieder an, wenn das Fleisch auf die Zielgerade geht.
Wenn man die Soße in ein gutes Maß zwischen sämig und flüssig bringt, sieht sie am Ende so aus.
Das Huhn drehe ich nach einer Stunde im Ofen.
Nach weiteren 30 Minuten (also ingesamt 90 Minuten Garzeit bis jetzt) gehe ich mit der Ofentemperatur hoch von 150 Grad / Stufe 3 auf Stufe 6 hoch, das sind 240 Grad Elektro.  So lasse ich den Ofen dann erneut eine halbe Stunde laufen und drehe nach 15 Minuten das Hähnen erneut um, damit beide Seiten bei meinem Unterhitzeofen ein bisschen mehr Feuer bekommen.
Als Beilage kann man Reis, oder Kartoffeln kochen. Für die wäre jetzt auch ein guter Zeitpunkt.
Die Beilagen und die Soße sind fertig, die Hähnchen sehen gut aus.
Da wo die Keule am Rumpf sitzt, messe ich mit dem Kernthermometer an der Stelle, wo die Keule an den Rumpf gesetzt ist, quasi wie Fiebermessen unter dem Arm. Optimal sind 82 Grad, dann ist das Fleisch total saftig und zart. Dafür würde ich auch ne krossere Haut sausen lassen, wenn die Temperatur passt.  Das mit der Haut klappt aber auch, wenn Ihr so vorgeht, wie beschrieben.
Weil meine Familie sich mit dem Zerlegen von Huhn noch schwer tut, erledige ich das auch noch.
Ich weiß nicht, wer von Euch noch kleine Kinder hat, aber da ist immer Geschrei mit ich will die Keule, ich will den Flügel, ich will mit Haut und vor allem so nicht und so nicht und so auch nicht.
Nun kann angerichtet werden.
Soße auf dem Teller
Hähnchenkeule dazu
Beilage nach Lust und Laune. Ich musste die Keule hinterher auch wieder vom Teller nehmen, weil die Dame mit der Leidenschaft für Keule wiederum keine Soße mit Paprika mag.  Das wurde auch überprüft, dass keine Soße mehr an dem Fleisch haftet.
Hähnchenbrust mit Soße auf Reis für die Mutti, die auch nicht gerne an Knochen zerrt, oder nagt.
Für bedeutende Persönlichkeiten am Tisch auch mit Deko für das Auge.
Schönes zartes Huhn, gut gewürzt, mit leckerer Haut (wenn man will), einer tollen runden Paprikasoße, dezent süß und einem guten Gleichgewicht an Säure, sowie Tiefe gebende leichte Schärfe. Genau mein Ding.
Ich wünsche viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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