Ofenzwiebeln der Kochlogik folgend

Wie schmeckt eine Zwiebel? Die Frage ist so doof gestellt, als wenn ich an einer Frau ableiten wollte, wie der Rest der Weiblichkeit so tickt. Geht nicht? Mit Zwiebeln auch nicht, denn es gibt ganz verschiedene, die mal süßer, oder vielleicht auch schärfer sein können, als andere Zwiebelsorten. Wenn man dieses Experiment mit einer anderen Zwiebelsorte machen würde, käme man geschmacklich auf jeden Fall zu einem anderen Ergebnis, das aber in jedem Fall immer gut und ehrlich wäre. Hier habe ich Gemüsezwiebeln verwendet und ich verrate im ersten Absatz nicht zu viel, wenn ich sage, dass ich noch nie so leckere Zwiebeln gegessen habe.

Zutaten:
700 bis 1000 Gramm Gemüsezwiebeln
200 Gramm Butter
Meersalz
Grünkraut als Deko.

Auf die Idee bin ich gekommen, als ich einen Spitzkohl 1,5 Stunden im Ofen am Stück gegart habe, bis die Blätter schwarz wurden. Das Innenleben wurde dabei super zart und schmeckt sehr intensiv nach sich selbst und setzte eine leichte Süße frei, die man an der Stelle eigentlich nicht vermuten würde. Mein Lieblingslars, steuerte als Kommentar noch bei, dass er das immer mit Zwiebeln auf dem Grill machen würde und dabei quasi das gleiche Phänomen beobachten könnte. Für mich Grund genug, es in meinem Backofen zu probieren. Die Zwiebeln von der Schale befreien und dann zwei Stunden in einer Backform in den Ofen stellen, bei 220 Grad. Nach einer Stunde wenden. Das ist das ganze Geheimnis. Die Zwiebel gart quasi im eigenen Saft, weil sie trocken in die Form gelegt wird., ohne Gewürze. Wasser wird reduziert, Geschmack tritt dadurch hervor, der normal nicht da ist, weil er durch das Wasser der Zwiebel überlagert und verwässert wird. Das ist Kochphysik, wenn man sich genug Zeit und Hitze nimmt, um das zu entfernen, was vorm guten Geschmack liegt.

Nach zwei Stunden die Schale abziehen, damit das Schwarze weg ist. Braun ist ok

Butter in einem Topf erhitzen

Zwiebeln im Ofen bei 80 Grad warm halten

Meersalz über die Zwiebeln geben

Geschmolzene Butter über die Zwiebeln gießen. Versuchen die Molke so gut es geht, im Topf zu lassen

Zwiebeln mit Butter begießen.

Schade, dass man auf den Fotos den Duft nicht festhalten kann

Noch ein bisschen Petersilie darüber streuen und dann kann sich jeder von der Zwiebel nach Lust und Laune abschneiden. Momente die mich begeistern und gleichzeitig erschrecken, denn das bringt einem niemand bei, wenn man nicht durch Zufall darüber stolpert. An Kochtechnik verdient ja niemand, sondern nur wenn einem das passende Pulver verkauft wird, das keiner braucht. Wir haben hier klassisch Fett als Geschmacksträger und Meersalz für das Aroma und das schmeckt so fett und so rund und so nach mehr und immer wieder anders, je nachdem ob Ihr Gemüsezwiebeln, rote, weiße Zwiebeln nehmt, oder was Euch gerade in die Hände fällt. Einfacher geht es nicht, nur die Zeit muss man eben mitbringen, was einem nicht schwer fallen dürfte, weil man außer nach einer Stunde wenden, nichts tun muss.

Das ist natürlich krass für die Leute, die immer ganz viel Zirkus veranstalten, dass es mit Nixtun total geil schmeckt. Wofür braucht man das? Als Beilage, als Vorspeise, auf einem Vorspeisenbüffet. Egal was Ihr daneben stellt, alle werden Euch auf dieses Zwiebeln ansprechen, weil sie so ungewöhnlich gut sind.

Probiert es einfach aus. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

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