Mercimek Köfte – Köfte aus Linsen

Man kann aus verschiedenen Getreiden vegane Köfte machen. Die haben leider den Nachteil, dass sie den Blutzucker hochtreiben. Deswegen bin ich wieder mal bei der Version mit den Linsen gelandet, die sind nämlich auch ebenfalls sehr lecker, aber lassen den Blutzuckerspiegel im Keller. Wenn man das als Gesundheitsthematik hat, dann nimmt man diesen Effekt gerne mit, weil er insgesamt weniger Verzicht bedeutet. Das ist ein knallfrisches Gericht, mit knackigen Zwiebeln, Lauchzwiebeln, Zitronensaft, glatter Petersilie und einer Menge Gewürze, die das sehr sommerlich und frisch daherkommen lassen. Ich habe vor zwei Jahren übrigens die Probe auf’s Exempel gemacht und alle Gerichte die ich selbst zuhause gekocht habe, in der Türkei auf Authentizität geprüft und war selbst überrascht, wie gut ich den Geschmack getroffen habe. Ich bin also keine Touristenfalle, sondern Glatzkoch Usta

Zutaten:

500 Gramm rote Linsen
600 Milliliter Wasser
1 Teelöffel Salz
100 Milliliter Olivenöl
1 Teelöffel Pul Biber
1 Teelöffel Kreuzkümmel
2 Esslöffel Paprika edelsüß
1 Teelöffel Koriander
3 Esslöffel Tomatenmark
4 Esslöffel Paprikamark
1/2 Bund glatte Petersilie
1 Bund Lauchzwiebeln
8 Esslölffel Granatapfelsirup
1 größere rote Zwiebel
4 Knoblauchzehen gepresst
Saft einer Zitrone

Bei mir reißen sie mir diese Köfte förmlich aus den Händen. Das passiert nur mit wenigen Dingen, deswegen nehme ich hier die vollen 500 Gramm Linsen.

Linsen sollen vor dem Kochen gewaschen werden. Ich habe keine Ahnung warum. Macht das, oder lasst es. Ich lasse es auch.

Wasser abmessen und in den Topf gießen

Wasser aufkochen lassen

Salzen

Immer mal umrühren

Parallel mache ich einen Tag für Lahmacun

Nach zwölf Minuten sind meine Linsen auch gut gekocht und weich, mit leichtem Restbiss.

Linsen umfüllen in eine Rührschüssel

Pul Biber, aka Chiliflocken

Tomatenmark, oder Euro

Granatapfelsirup

Paprikamark (anklicken)

Das Paprikamark ist die wichtigste Zutat beim ganzen Gericht.

Olivenöl

Paprikapulver edelsüß

Der Saft einer Zitrone

Achselschweiß, ähm Kreuzkümmel

Seife

Das war es mit Gewürzen, jetzt noch ein paar frische Zutaten

Lauchzwiebeln abziehen und hacken

Petersilie hacken

Rein in die Olga

Rote Zwiebel

Knoblauch reinpressen

Lahmacunteig kann ruhen

Die Mercimekköftezutaten werden jetzt geknetet.

In Anatolien auf dem Dorf knetet die Hausfrau von Hand, in Cuxhaven rödelt die Bosch Mum 4

Zehn bis fünfzehn Minuten sorgen für eine schöne homogene Masse

Man kann das gleich essen, oder lässt es bis zu einer Woche im Kühlschrank übernachten. Die Masse zieht noch ein bisschen an. Wenn sie subjektiv zu trocken wird, einfach mit ein bisschen Wasser verflüssigen, aber immer darauf achten, dass genug Halt vorhanden ist, um die Köfte mit dem Löffel abstechen zu können und dass sie die Form halten.

Besonders lecker auf Lahmacun, die vollkommen zu unrecht als türkische Pizza verballhornt werden. Deine Mutter ist Pizza, ich schwör!

Mercimek Köfte esse ich am liebsten auf Salat, aber auf Fladenbrot und mit anderen türkischen Vorspeisen sind sie weltklasse

Salatblätter auslegen

Einen Esslöffel Köfte darauf platzieren

An den Seiten einschlagen und dann aufrollen

So ein geiler Genuß, geschmacklich und haptisch

Probiert das mal aus. Dann braucht keiner mehr Fleisch. Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit

21 Kommentare

  • Kochaddict

    Sieht verlockend aus, muss ich mir nur noch Granatapfelsirup besorgen 🙂

  • peter

    Rote Linsen sind einfach klasse: supergesunde Proteinquelle, lecker, vielseitig und
    auch noch spottbillig ( aber Bio sollte schon sein…).
    Praktisch die ganze Welt ( bis auf die Asiaten, aber die haben ja ihren Reis) nutzt
    die schon seit Urzeiten und so gibt es auch massig Rezepte aus allen Länderküchen.
    Schwer zu empfehlen…

    Kochaddict: bevor du da lange nach dem Granatapfelsirup suchst > laß ihn weg. 😉
    Mir persönlich schmeckt der überhaupt nicht – zu aufdringlich und papsig, aber das
    ist nur meine persönliche Meinung. Manche mögen das ja.
    jedenfalls wird dieses Rezept bestimmt auch ohne garantiert super.

    • Doch Granatapfelsirup ist der Gamechanger in dem Rezept.

    • Kochaddict

      @Peter schmeckt bestimmt auch ohne, aber ich wollt eh mal den Sirup probieren, falls der nich mundet, kann ich ihn immer noch wem schenken 🙂
      btw will ja nich klugmeiern, aber Indien gehört zu Asien und da sind Linsen (neben Reis) ganz oben auf der Zutatenliste 😛

      • peter

        @ Kochaddict
        Ok, genaugenommen beginnt geografisch gesehen der asiatische Kontinent
        direkt hinter der Ukraine. D.H. die Türkei, Israel, Syrien, Russland und alles sonst
        noch so ist asiatisch. Hmmm…

        In Erdkunde macht das vielleicht noch Sinn, aber kulinarisch bestimmt nicht.
        Ich kenne jedenfalls kein chinesisches Rezept mit Linsen, kein japanisches und
        auch nix koreanisches. Komisch eigentlich..

  • Esther

    Granatapfelsirup habe ich durch diese Seite kennen gelernt und war überrascht. Es ist ein extremes Zeug, aber die Dosis macht das Gift. Kreuzkümmel empfinde ich auch als heftig, die Mischung ist es am Ende, die Komposition.

    Das Köfte werde ich ausprobieren, rote Linsen kenne ich aus der Indischen Küche und mag sie sehr. Hierzu versuche ich mich noch einmal an das Äthiopische Injera-Brot, ein kalt serviertes, säuerliches, weiches Fladenbrot, welches zudem als Essbesteck dient, indem man damit in die Speisen hineingreift.

    Vor 30 Jahren, so lange lieben wir bereits die Äthiopische Küche, war das in Ermangelung von dem speziellen Getreide, dem Teff, nicht gut zu meistern. Mittlerweile kann Teff bestellt werden. Das wird sicher lecker.

    • Mit afrikanischer Küche habe ich null Berührungspunkte und dieses Rumgematsche mit den Händen und meistens auch Rumgeschmatze stößt mich total ab. Bei Tiktok zeigt sich immer die halbe unzivilisierte Welt dabei vor der Kamera und sondert zwischen ein paar Bissen noch Lebensweisheiten ab, zu denen ich regelmäßig mein Telefon aus dem Fenster werfen könnte, wenn ich das sehe.

      • peter

        Schlechte Laune oder was?
        Ich finde das ehrlichgesagt ne krass pampige Antwort auf einen freundlichen
        comment.

        • Esther

          Peter, gut Dich hier zu treffen, Dein Chutney ist klasse, es wird heute zu Huhn und Reis gereicht.

        • Laune geht so. Ich kann damit leider nicht viel anfangen, auch wenn ich gerne würde. Dann habe ich immer gleich diese Bilder im Kopf

          • peter

            Alles ok, Jörg.
            Auch die dollsten Testosteronbolzen haben als mal ihre Tage.
            Ich finde diese eher lappigen afrikanischen Fladen auch nicht
            meine erste Wahl, aber das ist rein optisch; schmecken tuts.
            Keine Ahnung, was du da wieder grausliges auf insta / tiktok
            guckst…davon halte ich mich fern > besser für den Blutdruck….

            Und ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass du die Linsen ja
            selber in Salatblätter einwickelst… Hmmm…😉
            Lauert da womöglich ein kleener Widerspruch??
            Seit ewigen Zeiten wird auf der ganzen Welt irgendwas in
            irgendwas anderes lecker eingewickelt und sich stilvoll ins
            Maul geschoben. Da gibt es bestimmt tausende Rezepte.
            Hierzulande z.B. Kohlrouladen und in USA Hot Dogs mit massig
            Mayo und leckerer Matsche. Wer diese Dinger sein Leben lang
            mampft ohne jemals zu kleckern ist garantiert stockfrigide und
            zu nix zu gebrauchen….

          • Die Salatblätter fülle ich mit einem Löffel und fummel nicht mit den Händen in der Schüssel, aus der sich auch alle anderen bedienen. Das ist für mich eine andere Liga. Ich schicke es Dir, wenn es mir über den Weg läuft

  • Esther

    Mit Zitrone und Granatapfelsirup war ich vorsichtig, etwa die Hälfte habe ich verwendet. Trotzdem war mir das Ganze zu sauer und bringt die Gewürze für mich damit zu hart zur Geltung. Was ich nicht verstehe, weil ich extrem scharf essen kann und hier empfindlich bin.
    Es ist einfach so, das habe ich heute nach vielen Versuchen begriffen: die türkische, tunesische, libanesische, marokkanische, arabische Küche ist nichts für mich, weder Fleisch, Gemüse, noch Süßspeise oder Tee.

    Dafür schmeckt mir spanisch, portugiesisch, italienisch, indisch, thailändisch, koreanisch, äthiopisch, afrikanisch. Die Speisen aus Venezuela, Kapverden, Paraguay, Elfenbeinküste, Namibia durfte ich probieren und war angetan.

    • Ich habe dafür auch lange gebraucht und plötzlich war es da. Fetakäse, Kreuzkümmel, Koriander. Das war ein fast unendlicher Prozess und ich habe es immer und immer wieder probieren müssen. Ich weiß was Dich da umtreibt.

    • Ich habe dafür auch lange gebraucht und plötzlich war es da. Fetakäse, Kreuzkümmel, Koriander. Das war ein fast unendlicher Prozess und ich habe es immer und immer wieder probieren müssen. Ich weiß was Dich da umtreibt.

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