Chili von der Putenoberkeule
Putenoberkeule kommt bei mir nicht wirklich oft vor, aber man kann daraus wirklich schöne Gerichte kochen, weil das Fleisch sehr wandelbar ist. Ich habe beim Handelshof im MHD Verkauf gute 2,5 Kilo gekauft und das auf zwei Gerichte aufgeteilt. Die Pute mit Enokipilzen habe ich bereits gezeigt. Hier zeige ich Euch ein Chili aus Putengeschnetzeltem aus der Oberkeule. Alle Beilagen sind wie immer frisch gemacht, so wie ich es am liebsten mag.

Zutaten:
1,2 Kilo Putenoberkeule
300 Gramm Bacon
4 rote Zwiebeln
5 Knoblauchzehen
200 Milliliter Tomatenmark
1 Teelöffel Koriander
1 Teelöffel Kreuzkümmel
1 Esslöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
2 Esslöffel Oregano
6 Wacholderbeeren
3 Lorbeerblätter
1 Dose 400 Gramm schwarze Bohnen
1 Dose 400 Gramm Kidneybohnen
200 Milliliter Espresso / Kaffee
60 Milliliter Ahoirnsirup
2-3 Peperoni
500 Milliliter Wasser
Zum Servieren:
300 Gramm geriebener Käse
350 Gramm Minitomaten in Scheiben
1/2 Eisbergsalat geschnitten
1/2 Salatgurke geschnitten
Beilagen:
Avocadoquark (anklicken)
Teigfladen (anklicken)
Rucolasalat (anklicken)
Ananas in Bacon und Ahornsirup (anklicken)

Auf den Bildern seht Ihr Teile meines wöchentlichen Obst- und Gemüseeinkaufs beim Bananen Fred, auf dem Cuxhavener Wochenmarkt. Das ist eine gute Basis mit der man immer manövrierfähig ist, egal was einem jemand als Essenswunsch entgegenruft. Ich kaufe das grundsätzlich kisten- oder sackweise. Vieles hält sich länger als eine Woche und man kann auch Freunden und Nachbarn mal etwas abgeben, ohne dass es einen schmerzt, weil man im Supermarkt pro Kilo viel mehr bezahlt und meistens nach zwei Kilo schon die ganze Kiste raus hat. Erstens geht bei mir eine Menge durch, durch die Zahl der Personen und zweitens gibt mir das die Freiheit zu experimentieren. Das kann ich sehr empfehlen.

Da Chili ein Schmorgericht ist, bietet sich die Zubereitung im Krups cook 4 me mit seiner Schnellkochfunktion an, aber erstmal wird darin ebenfalls angebraten. Ihr könnt natürlich auch einen Kochtopf, eine Pfanne, oder einen Bräter benutzen. Für mich ist es die Zeitersparnis und auch die Möglichkeit es zeitversetzt zu kochen, wie schon am Morgen, für den Abend vorzukochen. Hier habe ich aber in einem Stück durchgekocht.

Geschnetzeltes von der Putenoberkeule

Fleisch im Topf anbraten

Zwiebeln häuten. Rote Zwiebeln sind nice to have, aber es gehen auch andere.

Zwiebeln zerkleinern

Zwiebeln zur Seite stellen

Fleisch wenden

Tomatenmark für Röstaromen

Alles vermischen

Bacon, das handliche Kilopaket für 2 Euro im MHD Verkauf

300 Gramm landen im Topf, das macht einen guten Geschmack. Ok, kosher und halal ist es jetzt nicht mehr, aber i fuckin’ don’t care.

Bacon unterrühren

Salz

Chiliflocken

Kreuzkümmel

Koriander

Oregano

Immer wieder durchrühren

Lorbeerblätter

Wassolldasbeeren

Rühren nicht vergessen

Zwiebeln kommen ebenfalls in den Topf

Und rühren

Knoblauchzehen durch die Knoblauchpresse drücken

Das dient alles nur dem guten Geschmack im Endprodukt

Bohnen inkl. Flüssigkeit in den Topf gießen

Wir sind noch nicht durch, da geht ganz schön Material rein.

200 Milliliter Espresso, oder Kaffee kochen für das rauchige Aroma


Im Topf wird immer noch mit Vollgas gekocht

Kaffee ist fertig

Ahornsirup zum süßen Ausgleich, für die bittere Rauchnote des Kaffees.


Peperonischoten sind mir noch eingefallen, dass ich sie bislang vergessen hatte. Ich kippe noch ein bisschen Wasser dazu, sonst klappt das Druckkochen nicht, weil man dazu immer eine gewisse Flüssigkeitsmenge braucht. Die koche ich anschließend immer wieder aus und dann beeinträchtigt es auch nicht den Geschmack.

Jetzt schalte ich auf Druckkochen um. Wenn ich konventionell arbeite, würde ich auch kleiner Flamme 1,5 bis 2 Stunden schmoren. Hier stelle ich den Druckkochtopf auf 15 Minuten ein.

Topf heizt auf

Ich mache den Teig für die Teigfladen

Topf heizt immer noch auf

Teig knetet

Salatzutaten schneiden, die man zum Servieren im Teuigfladen braucht.

Eisbergsalat

Tomaten

Salatgurke und geriebener Käse mit guten Schmelzeigenschaften. Hier hatte ich Cheddar aus dem MHD Verkauf für Kilo 5 Euro.

Teig für die Teigfladen ist fertig

Avocadoquark herstellen. Das mache ich für eine gewisse Abwechslung, weil ich sonst meistens pure saure Sahne, oder Schmand nehme. Für mich lebt es auf dem Tisch aber davon, dass man auch mal irgendwas anders macht und damit auch allen anderen am Tisch zeigt, dass es nicht immer 0815 ist.

Chili aus der Putenoberkeule ist gar und muss dann noch eingekocht werden

So sieht das nach einmal durchrühren aus

Weil Chili dickflüssiger sein soll, koche ich jetzt einfach noch einmal 15, 20, oder 30 Minuten die Flüssigkeit raus. Je nachdem was angestrebt wird.

Das Gute ist, dass am Topf nichts anbrennen kann und dass man nur alle 15 Minuten umrühren muss.

Avocadoquark ist fertig

Petersilie hacken für später

Teigfladen ausrollen

Schaut Euch das Rezept an

Die schmecken so einfach zu gut, als dass man sich diese fertigen Presspappedinger antun müsste. Vor allem ist es so einfach

Hier ist die angestrebte Wunschkonsistenz beim Putenchili. Das lasse ich jetzt mit der Warmhaltefunktion stehen und dann bleibt es genau so. Am nächsten Tag gibt es auch eine schonende Anwärmfunktion, mit der man das Chili wieder wie neu anwärmen kann.

Mit zwei Pfannen geht das mit den Teigfladen noch schneller.

Ich lagere die fertigen Teigfladen in Plastikmüllbeuteln, damit sie elastisch bleiben.

Petersilie vor dem Servieren zum Chili geben

Ja ich weiß, sieht total stylisch aus mit dem Müllbeutel auf dem Tisch. Der kommt gleich noch weg.

Los geht’s. Das Putenchili, richtig lecker und zart und würzig. Die Kombination mit dem Bacon haut total hin.

Die Teigfladen

Teigfladen mit Avocadoquark bestreichen

Geriebener Käse

Salatgemüse

Putenchili

Das kann man dann einrollen, oder falten, wobei die Art des Einrollens darüber entscheidet, ob es ein Burrito, Fajita, Enchilada, oder, oder oder ist.

Ich falte einfach nur.

Das ist Muttis Referenzchiliteigfladen, an dem die versammelte Kinderschaft verkünden kann, was sie davon alles nicht essen will. Bei Chili ist das aber von Prinzessin Schnekerliese abgesehen, recht überschaubar was an Verwendungsausschlüssen verkündet wird.

Am nächsten Tag gibt es dieses Sensationschili aufgewärmt.

Mit Tacochips und saurer Sahne schmeckt das auch sehr gut.

Ananas mit Bacon und Ahornsirup als schöne Beilage, die man nicht jeden Tag hat.

Maiskolben aus dem Ofen, nur mit Butter und grobem Salz

Ich finde das alles nicht schwer man, muss es sich nur Wert sein und es tun.

Ein frischer Salat rundet es dann noch in Richtung gesundes Essen ab

Die Teigfladen mache ich immer so reichlich, dass ich auch am zweiten Tag noch für alle am Tisch ausreichend zur Verfügung habe. Die kann man bei 80 Grad im Ofen in drei bis vier Minuten erwärmen.

Für mich hat das absolute Leibgerichtqualitäten. Deswegen an dieser Stelle viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Das ist ein sehr duftes Chilirezept;
schon beim durchlesen der Zutaten und Gewürze dachte ich – jau, so wird’s recht.
Wir sind wohl beide der Ansicht, dass man ein gescheites Chili praktisch gar nicht
überwürzen kann und dass da ordendlich was dran muss, solange man nicht grad
Schwachsinnskombis zusammenpanscht.
Beim Bacon habe ich mich gewundert, dass du die Scheiben ganz reingibst, aber es sieht aus, als seien die dann völlig verkocht – war das so?
Ich bin da bissele vorsichtig, weil ich mal an so nem Ding fast erstickt bin – es hing
mir zwischen den Zähnen und hat den Rachen und die Luftröhre zugepropft.
War echt ein Scheissgefühl.
“Rote Zwiebeln sind nice to have, …” ja, absolut, aber ich habe jetzt jahrzehntelang
fast nur solche gekauft bis sie mir mittlerweile zu den Ohren rauskommen und zudem
finde ich, dass die Qualität immer mieser wird. Neuerdings habe ich oft welche , die
innen schon ganz trocken oder sogar vergammelt sind – sehr nervig.
Jetzt kaufe ich gerne so ganz normale weiße Speisezwiebeln, die sind immer saftig,
schmecken mir milder und ich finde sie leicht süßlicher und billig sind sie auch.
Und natürlich gerne auch die großen Gemüsezwiebeln, aber die sind arschteuer…
Der Bacon hat sich total in Wohlgefallen aufgelöst. Den schmeckt man nur. Ich hatte nie Geld für rote Zwiebeln und bin bei denen eher spätberufen. Ich mag sie sehr, aber auch alle anderen Zwiebeln. Beim Bananen Fred gibt es den 10 Kilo Sack für 10 Euro, da muss man nicht drüber nachdenken. So lange ich die Parität aus Kilo und Euro habe, bin ich zufrieden
Ein Chili ist immer gut und dieses habe ich bereits auf dem Schirm.
Dein Organisationstalent bewundere ich. Was sie Tüte auf dem Tisch anbelangt, die unerschütterliche Alltagstauglichkeit ist es, die mich auf Deiner Seite berührt und hält. Die Fotos liebe ich geradezu. Aber ich bin nicht der Nabel der Welt, ich weiß nur, dass Du mich weiter gebracht hast.
Der Cook4me ist zwei Mal in der Woche in Gebrauch und ich backe mehr. Einkaufen macht plötzlich Freude. Wenn ich die Wohnung geputzt habe, freue mich mich auf die Küche. Noch vor drei Jahren dachte ich: „Auch das noch – kochen“ und kackte innerlich ab.
Manchmal traue ich mir nicht über den Weg. Aber nach über zwei Jahren kann man wahrscheinlich nicht mehr von einem Strohfeuer reden.
Chili ist auf jeden Fall gesellig. Das macht es als Familienessen tauglich.Hier ist es von der Haptik mal anders als man es kennt und ich mage es sehr. Das Drumherum mit den Teigfladen und frischem Salat könnte ich jeden Tag essen.
Nen besseres Lob für nen Kochblog kanns ja nun echt nich geben 🙂
Da hast du absolut recht, mein Lieber.
Jeder Schritt weiter wäre wohl Ehebruch…😉
Aber ich kann Esther echt nur zustimmen. Auch wenn ich schon früher gerne und ich denke auch gut gekocht habe, habe ich hier richtig, richtig viel gelernt und für
mich übernommen.
Und außerdem mag ich nicht nur seine Rezepte und die Geschichten drumrum,
sondern auch all die Comments und die lustigen Leute, die sich hier so rum-
treiben.
@ Peter
Ich habe bereits etwas von Dir Gemachtes kosten können. Falls ich jemals bei Dir esse, hättest Du ein Problem, weil ich mich anschließend wohnlich bei Dir einrichten würde. 😉
Jetzt sag’ nicht, daß Du mich rausschmeißen würdest, ich bin sensibel.
@ Esther
Du bist herzlich eingeladen; irgendwas zum grad so runterkriegen bekomme ich sicher hin…
Und was das einnisten und rausschmeißen angeht, habe ich eine
probate Lösung für Gäste die sich festhocken. Wenn demonstrativ
Gähnen nicht hilft, kündige ich ein besonderes Dessert an, gehe
zum Vorratsregal im Gang und da habe ich in einer explosions-sicheren Kiste ne gut abgelagerte Dose Sürströmming.
Die Kenner rennen beim Anblick sofort raus und die Unwissenden fliehen sobald ich die Dose ansteche.. funzt immer.😁
Sowas sucht und findet sich. Hier kommentiert überhaupt kein Idiot.
Doch: Ich !
ich meine richtige Idioten 😉
In der Tat, hier tummelt sich ein wilder Haufen und Jörg ist der Dompteur.
@ Peter
Sürströmming – das sagenumwobene nordische Zeug, und dann auch noch gut abgestanden. Teuflisch! Peter, ich ahnte, dass Du eine dunkle Seite beherbergst.
Leider bin ich pervers und dazu in dem Alter, wo das Botulinumtoxin als Jungbrunnen angesehen wird.
Für mich würde Sürströmming schon reichen, um schnell zu gehen.
wie wahr, wie wahr – Rezepte gut, Geschichten gut, Comments gut. Letztere interessieren mich anderswo eher weniger, aber auf diesem Blog wird von mir jeder Kommentar genüßlich gelesen. … Und überhaupt – ich muss in der nächsten Zeit unbedingt mal wieder Chilli kochen. Bekomme beim herbstlichen Wetter und beim Lesen des Rezepts und der Kommentare zwangsläufig Appetit auf einen wärmenden Eintopf.
Gutes Gelingen. Schön, dass es Dir hier gefällt.
isso
@ Esther
Nun, wenn ich (nur) eine dunkle Seite beherbergte, dann müsste sie aber knalleeng
vollgeschrieben sein. Ich tu ja nur so nett ; in Wahrheit bin ich ein Scheusal.
So jetzt isses raus….
Aber deine Liste ist auch nicht ohne; pervers geht klar, aber absichtliche Intixination
ist natürlich was spezielles. Also, solage es sich nicht um Alk dreht; das is normal.
Peterchens Mondfahrt
@ Jörg
Klaro weiß ich das. Bei dir ginge das eh viel preiswerter:
ich musste nur mit nem frischen Heringshappen wedeln und schwupps, > fort isser.
Warum allerdings sollte ich das tun?
Da dieses Chili großzügig mit Pute interpretiert wurde, setzte ich einen drauf und nahm Wachtelbohnen aus der Dose. Im Türkischen Supermarkt findet man viele Arten von bereits gegarten Bohnen, die Vielfalt begeistert mich, nächstens werde ich Bohnen in Salat einsetzten, da gibt es ganz feine Sachen mit Feta und dergleichen.
Das Chili ist facettenreich gewürzt und entfacht eine herrliche Geschmacksexplosion auf der Zunge. So was von gut! Mit Thai-Chilis gab ich noch mal etwas Gummi, alles passte prima zusammen. Erste Sahne! Morgen wird der Rest verputzt.
Nachtrag:
Zuvor verwendete ich für Chilis gewürfelten Frühstücksspeck. Der Bacon ist dagegen genial. Weil mir die zarten Scheiben zu lang waren, kürzte ich sie. Schon beim Schneiden sagte mir mein Gefühl, dass der Bacon die bessere Wahl ist. Er löste sich auf, der Geschmack ist als suchterregend einzustufen. So wird es ab jetzt bei jedem Chili gehalten.
Jörg, Du bist ´ne Granate.
Vielen lieben Dank, das ist einfach die Kocherfahrung die einen wachsen lässt. Vor zehn Jahren hätte ich das sicherlich auch noch anders gemacht.