Möhren in zehn Minuten statt Tiefkühlgemüse

Geiles Gemüse ist so einfach. Geiles Gemüse kommt niemals aus der Truhe, hat niemals eine Tüte von innen gesehen, liegt dort niemals zusammen gefroren mit anderen belanglosen Gemüsen, wie Brokkoli, Blumenkohl, oder Rosenkohl drin, wird nicht mit Fondor oder Vegata gewürzt und hat vor allem nie einen Wellenschnitt als Ausdruck von Faulheit und Ideenlosigkeit. Geiles Gemüse ist durch Deine Hände gegangen, hat noch Biss und lebt von einer gewissen Schmutzigkeit aus Salz, Schärfe, Säure und Öl, die sich unerwartet frivol im Mund anfühlt und knallt und ballert und nicht sagt, ja der Mensch braucht halt Gemüse, dann besorge ich es mir mal möglichst langweilig, weil ich eigentlich gar keinen Bock habe.

Zutaten:

500 Gramm Möhren
2 Knoblauchzehen
1/2 Teelöffel Salz
1 Prise Pfeffer
1/4 Bund Dill
6 Esslöffel Olivenöl
1 Zitrone

Möhren mit dem Sparschäler abschälen

Olivenöl im Wok erhitzen

Möhren an den Enden abschneiden

Möhren in circa 3 Millimeter dicke Streifen schneiden

Zwei Knoblauchzehen abziehen

Grob zerkleinern

Ab in den Wok damit

Den Saft einer Zitrone in den Wok, oder die Pfanne pressen.

Platte läuft auf Vollgas

Salz

Chiliflocken oder Pfeffer

Nach insgesamt drei Minuten in der Pfanne wenden

Noch einmal drei Minuten anbraten

Dill schneiden und und hacken

In die Pfanne geben

Noch ein bisschen Olivenöl, damit das Gemüse besser rutscht und den Hard abstellen.

Boah ist das lecker. Möhren, die noch nach Möhren schmecken, die noch Biss haben, die geil nach Olivenöl, Knoblauch, Salz und Chili schmecken. Die kann man heiß aus der Pfanne servieren, lauwarm essen, oder kalt wie einen Salat, wenn man genug davon herstellt, gerne auch in der Reihenfolge, dann lohnt die Arbeit dreifach.

Wenn man die armen Karotten aus der Kühltruhe nimmt, ist es ja schon ein Zeichen von Mittelmäßigkeit, aber noch schlimmer ist ja dieses Erbsen- und Wurzeldebakel aus dem Glas, oder aus der Dose. Wie desinteressiert an seiner Ernährung kann man sein, dass man das labberig weiche Zeug freiwillig isst und mit Vehemenz mit diesem “Wir mögen es so”, “muss ja jeder selbst wissen”, “Das hat schon meine Mutti so gemacht” Sermon verteidigt? Das wäre mal eine gute Gelegenheit, um auf der Evolutionsstufe von anwärmen zu kochen aufzusteigen. Wer das normal findet, stört sich natürlich auch nicht an so’nem Schrott wie Wikingertopf inkl. der passenden Tüte, für die Kochschimpansin von Welt. Päh!

Hier landen die Möhren in einem Schichtsalat aus Pfannen- und Ofengemüse. Traumhaft, kann ich Euch schon verraten.

Viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

6 Kommentare

  • Barbara

    Gemüse mit Wellenschnitt ist mein Feindbild. Inzwischen habe ich das sogar in vietnamesischen Restaurants auf dem Teller gehabt, die sehen mich nicht wieder (off topic: das Gericht war mit Knorr Schweineknochenbrühe gewürzt, das wurde mir auf meine Nachfrage treuherzig erzählt…).

    So Gemüse mache ich auch gerne, allerdings haue ich ein ganzes Backblech voll und ab bei 160 Grad in den Ofen. Das macht wirklich nicht viel Arbeit und schmeckt ganz hervorragend. Und durchgezogene Reste schmecken am nächsten Tag fast noch besser.

    Danke für deine hervorragende Arbeit hier!

    • hallo barbara, die ganzen bratbären halten das für normal, dass sie irgendwas von maggi benutzen. ich glaube auch nicht, dass bei den ganzen nationenküchen “richtige” köche am herd stehen, die das 3,5 jahre gelernt haben und am ende nen brief von der ihk in der hand halten. im zusammenspiel mit lauter unkritischen gäst*innen, kommen sie damit halt durch, auch gerne 30 jahre und mittags und abends voll. Unglaublich! Gemüse vom Blech mag ich auch, aber ich stehe irgendwie persönlich mehr darauf, das mit kontakthitze auf den punkt zu bringen. wenn man parallel arbeitet, bietet sich das zubereiten im ofen aber an.

  • Barbara

    Offenbar ist das so.
    Ich sah einige Suchanzeigen von Restaurants, die 450 Euro Mitarbeiter für die Küche suchen “mit Erfahrung in der Gastronomie”, das sagt ja schon alles. Bei dem vietnamesischen Restaurant ist es ja wirklich kein Kunststück, was auf den Teller zu bringen. Etwas Fleisch in den Wok werfen, das TK Gemüse dazu und ablöschen mit der Fertigbrühe – das kann nun mal jeder. Ich war kürzlich in einem sehr großen asiatischen Supermarkt: ein ganzes großes Regal nur mit asiatischen Fixprodukten! Sogar die Pho Suppe gibt es als Pulver.
    Es gibt einfach zu viele unkritische Esser, wenn “Preisleistungsverhältnis stimmt” war es für die meisten “lecker”.

    Der Mann und ich gehen fast gar nicht mehr aus zum Essen, was wir bedauern.

    • Es gibt schon noch einige Restaurants, die richtig kochen. Die muss man nur finden. Ansonsten haste sehr viel aufgewärmtes Convenience, dass man eigentlich in der Küche keinen Koch, sondern nur einen Aufwärmer braucht. Interessant vor allem, wenn zwei Gaststätten nicht nur das gleiche, sondern sogar das selbe Gericht auf dem Teller anbieten. 😉
      Bei der Auswahl des Restaurants kann man sich ein wenig auch am Preis orientieren. Selbst gekochtes ist teurer als aufgewärmtes, wobei nicht alles teure auch selbst gekocht ist. Aber manchmal gibts wenigstens Mischformen. Da empfehlen sich dann meist die Tagesgerichte, die nicht auf der Standardkarte stehen.
      Gerade heute war ich zufällig in einem Restaurant, wo noch selbst gekocht wird. Hauptgericht (Fisch), Getränk, Cappuccino bei etwas über 35 €. Normal. Fast das gleiche bei einem Aufwärmer wäre vermutlich 10 € billiger gewesen oder in der Portion doppelt so groß.

    • normal, wenn man selbst einen gewissen reifegrad beim kochen hat, lohnt es sich in den seltensten fällen irgendwo anders essen zu gehen.
      die mogeln bei der soße, bei den komponenten, nutzen die mikrowelle etc. da kannste dich dann für viel geld nur verschlechtern.

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