Nacken vom Ibericoschwein als Burger
Meine Küche ist mein Abenteuerspielplatz. So wie Schriftsteller sich ein Buch ausdenken, oder Filmemacher ein Drehbuch schreiben, setzt sich bei mir häufig schon beim Einkaufen ein Rezept im Kopf, vor meinem inneren Auge zusammen. Beim Handelshof gab es Nacken vom Ibericoschwein. Das ist vergleichbar mit Wagyuefleisch beim Rind, also sehr mit Fett in der Maserung, das man nach dem Braten aber nicht mehr sieht und wo man als Resultat total saftiges Fleisch bekommt, das obendrein auch noch sehr zart ist. Meine Vorratslage sagte mir, dass zu einem Stück spanischem Fleisch auch eine südländisch ausgebaute Mayonnaise passt, sowie eine feurige Salsa roja aus getrockneten Tomaten, die ich kiloweise beim Bananen Fred auf dem Wochenmarkt ergattert habe. Eingepackt wird dieses Ensemble in frisch gebackene Buns, also Burgerbrötchen in denen wir auch wieder getrocknete Tomaten eingebacken vorfinden, begleitet von ein paar feurigen Patatas bravas. Ich liebe alles daran.

Zutaten:
1,3 Kilo Nacken vom Ibericoschwein
Öl zum Betreichen der Pfanne
Zum Servieren:
Salz
Chiliflocken
125 Gramm Ruccolasalat
2 Tomaten in dünne Scheiben geschnitten
Burger Buns mit getrockneten Tomaten (anklicken)
scharfe Mayonnaise aus getrockneten Tomaten (anklicken)
Dekonstruierte Guacamole (anklicken)
Salsa roja:
40 Gramm getrocknete Tomaten
1 Teelöffel Salz
1 Prise Chiliflocken
30 Milliliter Essig
80 Milliliter Olivenöl
2-3 Esslöffel Puderzucker
Beilagen:
Patatas bravas
1 Kilo Drillinge
Olivenöl zum Garen
Salsa picante
80 Gramm getrocknete Tomaten
50 Milliliter Olivenöl
1 Teelöffel Salz
2 Peperoni
150 Milliliter Flüssigkeit vom Aufweichen der Tomaten
Süßkartoffelpüree (anklicken)
Mexikanischen Reis (anklicken)

Bevor es losgeht koche ich Wasser, um meine getrockneten Tomaten darin einzuweichen. Parallel fange ich mit dem Teig für meine Buns an, die als roten Faden ebenfalls mit getrockneten Tomaten gemacht werden.

Teig zehn Minuten kneten und das Rezept für die Buns anklicken

Tomaten mit kochendem Wasser begießen, damit sie aufweichen. Die Tomaten kommen in den Buns, der Mayonnase und der Salsa roja vor, deswegen sind es ingesamt 240 Gramm, die sich ins Getümmel stürzen.

Wasser kocht jetzt

Jetzt weichen die Tomaten auf

Teig knetet noch

Nach zehn Minuten kneten ist der Teig gut

Ich zerkleinere getrocknete Tomaten, um sie mit dem Teig zu verkneten.

Tomaten einkneten

Ein paar Minuten später. Teig einölen und zwei Stunden aufgehen lassen unter einem Leinentuch

Bämm, so geht der Teig auf

Den genauen Fortgang zeigt Euch das Bunrezept, das hier hinterlegt ist.

Nun mache ich schnell eine scharfe Mayonnaise mit getrockneten Tomaten

Auch dafür gibt es ein eigenes Rezept, damit Ihr die auch zu allen anderen Gerichten machen könnt und man die nicht nur beim Ibericoburger suchen muss. Da würde die in 10 Jahren sowieso keiner mehr vermuten, deswegen Einzelbeiträge für nützliche Komponenten.

Das ist echt so schnell erledigt, eine Mayonnaise die auf das ganze Gericht abgestimmt ist zu rühren.

Jetzt mache ich die salsa roja, was erstmal nur rote Soße bedeutet. Diese ist eher süßlich als Anlehnung an klassiches Ketchup wie beim Burger üblich, aber aus getrockneten Tomaten und ziemlich stückig

Tomaten mit Olivenöl in den Mixbecher geben

Salz

Traubenzucker, oder Puderzucker.

Rotweinessig

Mit dem Pürierstab, oder einem Esge Zauberstab zerkleinern

Schriiiiiiiiiiing

Schon erledigt

Buns im Ofen backen

Drillinge mit Olivenöl in der Heißluftfritteuse bei 200 Grad für 20 Minuten auf Airftry garen

Jetzt mache ich eine dekonstruierte Guacamole. Das ist eine leckere Beilage, aber eben in Stücken und nicht verrührt.

Auch dafür gibt es ein hier hinterlegtes Einzelrezept

Buns kommen aus dem Ofen

Nachdem wir schon ein paar Stunden auf der Uhr haben, die aber auch schon am Vortag liegen könnten, weil man es vielleicht schon vorbereitet hat, kümmern wir uns um das Fleisch

Fleisch in daumendicke Stücke schneiden, oder auch dünner, dann wird es noch bissiger, wenn man es scharf anbrät. Wenn man es dicker schneidet, hat man gefühlt mehr Fleisch im Mund. Wenn man Kinder am Tisch hat, ist es diskutabel von deren Seite, mit Erwachsenen wird man eher die Komplexität loben,.

Pfanne einölen und bei Vollgas erhitzen


Ich habe ein Probestück in die Pfanne gegeben, um zu schauen wie heiß die Pfanne ist.

Hier geht es auch schon um echtes Geld. Iberico kosten normal 40 Euro pro Kilo und mehr. Im MHD Verkauf war es dann bei 18 Euro plus MwSt und ich habe es am letzten Tag des MHD für 8 Euro pro Kilo gekauft. Dann soll es aber bitte auch gelingen.

Richtig scharf drei Minuten pro Seite anbraten, nach drei MInuten wenden

Fleisch nach drei MInuten umdrehen und die Rückseite ebenfalls drei Minuten scharf anbraten. Danach in der Pfanne bei 80 Grad in den Ofen stellen und ohne Wärmequelle weiter gar ziehenlassen

Zu mutigen Kartoffeln, gehört auch eine mutige Soße (leicht geschärft), die machen wir jetzt. Nennt sich salsa picante

Getrocknete Tomaten, Olivenöl

Peperoni

Salz und Chiliflocken

Flüssigkeit vom Aufweichen der Tomaten

Alles miteinander pürieren und eine dickflüssige Masse herstellen, die gut an den Kartoffeln haftet

Kartoffeln sind kross.

Petersilie hacken

Kartoffeln mit der Salsa picant mischen und dann wird serviert

Buns aufschneiden

Schlne Krume

Mit der Salsa roja bestreichen

Rucolasalat

Ein Stück Ibericonacken

Scharfe Mayonnaise mit getrockneten Tomaten

Tomatenscheibe frisch und ein bisschen rote Zwiebel zum Belegen.


Den Brötchendeckel ebenfalls mit der Mayonnaise bestreichen. Wer will salzt und pfeffert das Fleisch, aber wofür? Von oben und unten kommt ohnehin schon ganz viel Geschmack.

Deckel drauf und genießen

Ich hatte auch noch Süßkartoffelpüree im Cook 4 me gemacht

Wer das mag wird das lieben

Patatas bravas

Und mexikanischen Reis habe ich auch noch gemacht, damit auch jeder etwas für sich findet. Ich denke so ausschweifend begleiten werdet Ihr das nicht, oder? Immerhin habt Ihr dann schon mal eine kleine Idee, war man als Begleitung machen kann. Pommes, oder Süßkartoffelpommes wären natürlich auch ok. Das ist ein echter Feiertag im Hause Heilemann. Sehr geiler Ibericonacken mit frischen Buns, Salsa, selbst gemachter scharfer Mayo, Patatas Bravas, dekonstruierter Guacamole und mexikanischem Reis. Teile davon habe ich am nächsten Tag noch wieder verwendet, das zeige ich Euch auch noch. Da gab es dann nämlich richtig geile Jackfruit Burger.

Darauf könnt Ihr Euch auch schon freuen, aber jetzt hier erst einmal viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit.

Keine Kommentare zu diesem Jahrhundertburger?
Ach Jörg,
was soll man dazu sagen?
Buns sind sicher lecker.
Jede Komponente für sich auch.
Ich mag nur das Fleisch nicht.
Es wäre mir zu “roh”.
Ich möchte sowas
nicht saftig vom Blut,
sondern saftig vom 3h garen.
Und dann noch scharf anbraten, ab in das Brötchen.
Ich weiß aber, dass ich damit alleine stehe.
Die meisten mögen diese “Kurzgebratenen” gern.
Ich selbst bevorzuge eine Komponente mit getrockneten Tomaten.
Aber – ich hab ja auch nicht wie Du kiloweise zum Verarbeiten und Testen.
Aktuell muss mein Airfryer getestet werden,
und die Trockentomaten weitergehen.
Das langt mir bei der Hitze völlig…
Auf roh wäre ich in dem Zusammenhang gar nicht gekommen. Das ist so tolles Fleisch bei dem ich ein schlechtes Gewissen hätte, wenn ich das schmoren würde.
Ich weiß, deswegen sagte ich ja,
mit meiner merkwürdigen Auffassung steh ich alleine.
Ich mag das rohe / 70Grad-Fleisch einfach nicht mehr.
Ausnahme: frisch gewolfter Tartar aus Kalb oder jungem Rind.
Das ist dann so fein, dass es geht.
Ich hasse diese Flechsen, die dauernd in meinen Zähnen hängen,
und ich mag zwar den Geschmack von rohem Fleisch,
aber nicht den Rest – Bindegewebe usw.
Das geht schon bei Hühnerbeinen los.
Hat mich früher überhaupt nicht gestört.
Inzwischen geht das gar nicht mehr.
Ich verstehe inzwischen,
wieso Kinder manchmal so krass reagieren.
Besides: Vielleicht ist Covid schuld.
Vorher konnte ich das essen, danach nicht mehr.
Covid hat bei mir viel Geruch/Geschmack zerstört.
Vielleicht habe ich deswegen auch die völlige Abneigung gegen
diese eher nicht ganz durchgegarten,
nicht völlig weichen Sachen entwickelt.
Ich bin da bei dir. Dieses neumodische man kann Schwein auch mit 60°C essen ist nicht mein Ding. Ich weiss das es geht, aber das Bauchgefühl sagt nein. Aber mit gutem Fleisch ist es auch bei 70+ noch fein.
Ein Filet mag ich auch medium, aber die ganzen Leute am Tisch waren auch gar nicht danach, um beim Gargrad Experimente zu veranstalten. Kinder haben da so ihre Vorstellungen
“daumendick” ist eine recht wage Angabe … bei mir wäre das Fleisch dann viel zu dünn geschnitten
war noch nie ein Problem, wenn ich ehrlich bin.
Vivian: Ich wage Dir zu entgegnen:
Daumenbreit ist nicht vage.
Wiki: “Die Maßeinheit Finger oder auch der Fingerbreit (die Fingerbreite)
ist zusammen mit dem Fuß und der Elle
eines der wenigen Längenmaße,
die in die vorgeschichtliche Zeit zurückgehen.
Ein Fingerbreit entspricht etwa 2 cm, Daumenbreit etwa 2½ cm.”
Hab bei einigen Menschen nachgemessen:
Daumendick ist tatsächlich immer um etwas mehr als 2cm, außer bei Kindern.
Somit: daumendick meint 2cm – 2.5cm.
Die 5mm sind dem Steak meist egal.
Der Haifisch mit dem Augenmaß 😉
Danke für die schöne Erklärung